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Drive, Chip and Putt Championship at Augusta National Golf Club Das "Green Jacket" des Masters-Siegers ist eine der begehrtesten Auszeichnungen im Golf-Sport
Drive, Chip and Putt Championship at Augusta National Golf Club Das "Green Jacket" des Masters-Siegers ist eine der begehrtesten Auszeichnungen im Golf-Sport © Getty Images
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Das US Masters versammelt jedes Jahr die besten Golfspieler der Welt. Ein Sieg in Augusta kommt einem Ritterschlag gleich. SPORT1 zeigt die Sieger der letzten zehn Jahre.

Immer wenn der April beginnt, fängt es bei Golf-Fans weltweit an zu kribbeln. Endlich ist es wieder soweit. Wie jedes Jahr öffnet der Augusta National Golf Club für das US Masters seine Pforten. Was Wimbledon in der Tenniswelt ist das US Masters für die Golf-Profis.

Ein Sieg an der berühmt-berüchtigten Magnolia Lane bedeutet den Einzug in die ewige Ruhmeshalle des Golfs. Aber was macht das Turnier so einzigartig?

Es ist die Mischung aus Tradition und Herausforderung. Seit 1934 wird das Masters in Augusta ausgespielt und ist heute das einzige Major-Turnier, das durchgängig auf dem gleichen Platz augetragen wurde. Dazu ist das Masters, im Gegensatz zu den anderen Majors, ein reines Einladungsturnier. Zwar sorgt ein Katalog formaler Einladungskriterien dafür, dass die weltbesten Spieler teilnehmen. Dennoch verleiht diese Besonderheit dem Turnier nochmal ein Alleinstellungsmerkmal.

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Last but not least steht das Green Jacket als Siegertrophäe der besonderen Art. Während die anderen Turniere Erfolge mit wertvollen Pokalen honorieren, bekommt der Augusta-Sieger vom Vorjahressieger ein Grünes Sakko überreicht.

Aber nicht nur die Tradition macht den besonderen Reiz dieses Turniers aus. Auch die Anforderungen an die Spieler sind extrem. Die Greens sind schwer zu spielen, weshalb das Kurze Spiele wie bei kaum einem anderen Turnier Bedeutung hat. Dazu gibt es kein Rough und nur wenige Bunker.

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Die größte Herausforderung ist jedoch der "Amen Corner". Auf den Löchern 11 bis 13 ist es fast unmöglich, die Windverhältnisse vorherzusagen. Der zweimalige Master-Sieger Ben Crenshaw (1984 und 1995) erklärte den Spitznamen so: "Es gibt keinen Zweifel, dass jeder Spieler, der die 11 bis 13 spielt, entweder ein Stoßgebet loslässt oder aber sich bedankt."

1933 - Bobby Jones verewigt sich mit dem Platz

Schon die Gründung des Augusta National Course ist eng mit einer Legende verbunden. Niemand Geringeres als Bobby Jones, einer der größten Golfer aller Zeit, entwarf das Design des Parcours. Nachdem er bereits mit 28 Jahren seine Karriere beendet hatte, plante er zusammen mit Alister MacKenzie 1933 den Platz und rief das Masters ins Leben.

Zuvor gewann er zwischen 1923 und 1930 so ziemlich alles, was es im Golf zu gewinnen gibt. US Amateuer Championship, Open Championship, US Open, British Amateur Championship - in allen großen Turnieren der damaligen Zeit trug er sich in die Siegerliste ein. 1930 schaffte er sogar den bis heute einmaligen Grand Slam - den Erfolg bei allen vier Major-Turnieren in einem Jahr.

Rekordsieger und ein Deutscher

Als erster Sieger verewigte sich der US-Amerikaner Horton Smith. Rekord-Champion ist jedoch sein Landsmann Jack Nicklaus, dem es gleich sechs Mal gelang, in Augusta zu triumphieren (1963, 1965, 1966, 1972, 1975, 1986). Den zweiten Rang hat Tiger Woods (1997, 2001, 2002, 2005, 2019) inne. Arnold Palmer liegt mit vier Titeln (1958, 1960, 1962, 1964) auf Rang drei der ewigen Bestenliste.

Tiger Woods ist auch der jüngste Spieler, der sich je das Green Jacket überstreifen durfte. Mit genau 21 Jahren, drei Monaten und 14 Tagen sicherte er sich beim Masters seinen ersten Major-Erfolg.

Mit Bernhard Langer stand auch schon ein Deutscher ganz oben auf dem Treppchen. 1985 legte er ausgerechnet im berühmt-berüchtigten "Amen Corner" den Grundstein seines Erfolgs. Während der Führende Curtis Strange nur eine Bogey-Serie hinlegte, drehte der Anhausener auf den Bahnen 12 und 13 einen vier Schläge-Rückstand in eine Führung, die er nicht mehr abgab.

"Ein Traum ist damals für mich wahr geworden. Das Masters 1985 war sicherlich einer der wichtigsten Meilensteine in meiner Karriere. Das ist der Traum eines jeden Spielers und wenn man ihn erreicht hat, bringt es dich auf ein anderes Level", so Langer rückblickend über seinen Erfolg. 1993 wiederholte er den Triumph nochmal.

Die Masters-Sieger der letzten zehn Jahre

Wie anspruchsvoll der Kurs ist, zeigt die Siegerliste der letzten Jahre. In elf Jahren gewannen zehn verschiedene Golfer das Turnier. Lediglich Bubba Watson konnte zwei Mal triumphieren. SPORT1 blickt auf die Gewinner der letzten Jahre zurück.

2009: Angel Cabrera (Argentinien)

Auf dem Par72-Kurs (Lexikon der Golf-Begriffe) legte Cabrera mit 68 Schlägen eine ordentliche erste Runde hin und belegte den geteilten sechsten Platz. Damit lag er drei Schläge hinter den führenden Chad Campbell. Die 68er Runde wiederholte er im zweiten Durchgang und arbeitete sich damit auf den dritten Rang vor.

The Masters - Final Round Nach seinem Triumph bekommt Angel Cabrera das "Green Jacket" von Vorjahressieger  Trevor Immelman (Südafrika) überreicht
The Masters - Final Round Nach seinem Triumph bekommt Angel Cabrera das "Green Jacket" von Vorjahressieger Trevor Immelman (Südafrika) überreicht © Getty Images

Die dritte Runde war dann von widrigen Windbedingungen geprägt, mit denen der Argentinier am besten zurechtkam. Mit 69 Schlägen rutschte er auf den ersten PLatz, den er sich mit Kenny Perry teilte. Perry startete dann auch stark in die vierte Runde und führte lange, bis ihm zwei Bogeys am 17. und 18. Loch einen Strich durch die Rechnung machten. So musste er mit Cabrera und Campbell ins Stechen. Dort setzte sich dann der Argentinier durch, der seinen zweiten Major-Titel nach den US Open 2007 feiern konnte.

2010: Phil Mickelson (USA)

Mit Phil Mickelson setzte sich 2010 ein ganz erfahrener Golfer durch. Der Erfolg in Augusta war bereits sein vierter von mittlerweile fünf Majors-Siegen und sein dritter in Augusta (Masters 2004/2006/2010, The Open Championship 2013, PGA Championship 2005). Allerdings war der Erfolg ein hartes Stück Arbeit.

Nach einer 71er Runde im zweiten Durchgang lag der US-Amerikaner mit zwei Schlägen Rückstand auf dem geteilten dritten Rang. Aber in der dritten Runde überzeugte er mit einer Eagle-Eagle-Birdie Serie an den Löchern 13, 14, und 15 und schob sich auf Rang zwei. Am Ende zog er mit einer Bogey-freien 67er Runde noch an Lee Westwood vorbei und sicherte sich den Sieg.

2011: Carl Schwartzel (Südafrika)

In diesem Jahr erlebte Rory McIlroy wohl einen seiner schwärzesten Tage als Golfer. In den ersten drei Runde überzeugte der Nordire sowohl im Langen als auch im Kurzen Spiel und ging mit vier Schlägen Vorsprung souverän in die letzte Runde. Charl Schwartzel lag vor dem letzten Durchgang auf dem geteilten zweiten Rang.

Mit einem Triple Bogey an Loch 10 und einem Doppel-Bogey an Loch 12 (er brauchte vier Versuche beim Put) hatten sich alle Siegträume für McIlroy zerschlagen. Diese Schwächte nutzte der Südafrikaner und holte sich mit einer überragenden 66er Runde seinen ersten und bisher einzigen Major-Titel.

Nedbank Golf Challenge - Day Three Charl Schwartzel (l.) und Gary Player fachsimpeln am Rande der Nedbank Golf Challenge
Nedbank Golf Challenge - Day Three Charl Schwartzel (l.) und Gary Player fachsimpeln am Rande der Nedbank Golf Challenge © Getty Images

Dazu vergoldete der Erfolg Schwartzels ein besonderes Jubiläum. Auf den Tag genau vor 50 Jahren feierte sein Landsmann Gary Player als erster nicht-US-amerikanischer Golfer den Sieg in Augusta.

2012: Bubba Watson (USA)

Nach dem desaströsem Einbruch von McIlroy im Vorjahr sollten in diesem Jahr wieder Topleistungen über den Titel entscheiden. Bubba Watson und Louis Oosthuizen (Südafrika) sprangen in der letzten Runde mit einer Gesamtschlagzahl von 10 unter Par noch auf den geteilten ersten Platz und mussten im Stechen den Sieger ausspielen.

The Masters - Final Round Bubba Watson (l.) feiert mit seinem Caddie Ted Scott nach dem gewonnenen Stechen
The Masters - Final Round Bubba Watson (l.) feiert mit seinem Caddie Ted Scott nach dem gewonnenen Stechen © Getty Images

Das erste Loch war das 18. Loch (Par 4). Doch hier fand sich noch keine Entscheidung, da beide Spieler Par blieben. Daher musste das zehnte Loch (Par 4) den Sieger küren. Dort behielt Watson nach einem verpassten Put des Südafrikaners die Oberhand und holte sich seinen ersten Major-Titel.

2013: Adam Scott (Australien)

Auch in diesem Jahr konnte sich der Führende vor der letzten Runde am Ende nicht durchsetzen. Der Gewinner von 2009, Angel Cabrera, und Brandt Snedeker (USA) waren mit 7 unter Par in Front. Adam Scott lag aber mit einem Schlag Rückstand in Lauerstellung. Bei stetigem Regen und kalten Temperaturen rutschte Snedeker mit einer 75er Runde aus dem Titelrennen. Am Ende der Runde lagen Scott und Cabrera auf dem geteilten ersten Rang und wieder einmal musste das Stechen entscheiden.

Wie schon im Vorjahr brachte Loch 18 aber wieder keinen Sieger hervor. Erst an Loch 10 fiel die Entscheidung. Diesmal hatte Cabrera im Stechen aber das Nachsehen. Nach seinem verpassten Put beendete er das Loch lediglich Par, während Scott einen Birdie auflegte.

2014: Bubba Watson (USA)

Während Watson 2012 noch von der Schwächephase McIlroys auf der Schlussrunde profitierte, legte der US-Amerikaner in diesem Jahr einen mehr als souveränen Sieg hin. Ab der zweiten Runde lag er in Führung und gab diese auch nicht mehr ab. Nach der vierten Runde standen 280 Schläge (-8) auf seiner Scorecard. Damit lag er drei Schläge vor Jonas Blixt (Schweden) und Jordan Spieth (USA) auf dem geteilten zweiten Rang.

The Masters - Final Round 2014 konnte Bubba Watson seinen Masters-Triumph wiederholen
The Masters - Final Round 2014 konnte Bubba Watson seinen Masters-Triumph wiederholen © Getty Images

So feierte Watson seinen zweiten und bisher letzten Major-Erfolg.

2015: Jordan Spieth (USA)

Im Vorjahr noch klar von Watson geschlagen, war es nun an Spieth, das Turnier zu dominieren. Der US-Amerikaner legte einen beeindruckenden Start-Ziel-Sieg hin. Direkt nach der ersten Runde übernahm er die alleinige Führung mit drei Schlägen Vorsprung. Diese Führung sollte auch nicht mehr in Gefahr geraten.

The Masters - Final Round In diesem Jahr führte in Augusta kein Weg an Dominator Spieth vorbei
The Masters - Final Round In diesem Jahr führte in Augusta kein Weg an Dominator Spieth vorbei © Getty Images

Nach der vierten Runde triumphierte Spieth mit 270 Schlägen (-18!) und vier Schlängen Vorsprung auf Phil Mickelson (USA) und Justin Rose (England) auf dem geteilten zweiten Rang.

2016: Danny Willett (England)

Im darauffolgenden Jahr sah alles nach einer Wiederholung seines Triumphs aus. Nach den ersten drei Runde war es wieder Spieth, der als Führender ins Clubhaus zurückkehrte. Auch auf der Schlussrunde sah es lange Zeit nach einem Erfolg aus. Nach den ersten neun Löchern lag er mit fünf Schlägen in Front.

Aber dann brach der Vorjahressieger komplett ein. Die Löcher 10 und 11 beendete er nur mit einem Bogey. Am 12. Loch schlug er gleich zwei Bälle ins Wasser, was einen Vierfach-Bogey zur Folge hatte. Diese Chance nutzte Willett und schlug sich mit einer 67er Runde noch zum Sieg.

2016 Masters- Final Round erst in der Schlussrunde holte sich Danny Willett den prestigeträchtigen Sieg in Augusta
2016 Masters- Final Round erst in der Schlussrunde holte sich Danny Willett den prestigeträchtigen Sieg in Augusta © Getty Images

Die katastrophale Schlussrunde Spieths war eine der größten Einbrüche in der Golfgeschichte. Damit steht er auf einer Stufe mit dem legendären Zusammenbruch Greg Normans im Masters 1996. Der verspielte auf seiner letzten Runde noch einen Vorsprung von sechs Schlägen.

2017: Sergio Garcia (Spanien)

2017 durfte sich mit Sergio Garcia endlich mal wieder ein Golfer aus Kontinentaleuropa in die Siegerliste eintragen. Der letzte Festlandeuropäer, dem dieses Kunststück gelang, war sein Landsmann Jose Maria Olazabal (1994). Dabei gelang Garcia im zweiten Durchgang das Kunststück, einen Rückstand von sechs Schlägen in einen Vorsprung von zwei Schlägen umzuwandeln. Damit sprang er vom geteilten vierten Rang direkt in die Führungsposition.

Allerdings musste er vor seinem Triumph noch in das Stechen mit Justin Rose (England). Am 18. Loch (Par 4) behielt er aber die Nerven und siegte klar mit einem Birdie, während Rose nur einen Bogey zeigte.

Der Triumph in Augusta ist bis heute der einzige Major-Triumph des Spaniers. Davor trat er 19 Mal in Augusta und insgesmt 74 Mal bei Major-Turnieren an. Damit ist dies die längste Wartezeit eines Golf-Profis vor seinem ersten Titel.

2018: Patrick Reed (USA)

Mit Patrick Reed hat sich ein weiterer Golfer in Augusta seinen ersten Major-Triumph geholt. Der 28-Jährige übernahm nach einer verhaltenen ersten Runde im zweiten Durchgang mit einer starken 66er Runde die Führung. Vor dem letzten Durchgang lag er mit drei Schlägen Vorsprung komfortabel vor Rory McIlroy.

The Masters - Final Round Nach drei Jahren Flaute sorgte Patrick Reed endlich wieder für einen Sieg eines US-Amerikaners
The Masters - Final Round Nach drei Jahren Flaute sorgte Patrick Reed endlich wieder für einen Sieg eines US-Amerikaners © Getty Images

Aber fast hätte er sich noch um seinen Triumph gebracht. Bereits an Loch 1 gelang ihm nur ein Bogey und es sollte nicht sein letzter an diesem Tag bleiben. Am Ende stand eine 71er Runde. Da McIlroy aber erneut auf der letzten Runde schwächelte (eine 74er Runde), reichte es für Reed, sich mit einem Schlag Vorsprung vor Rickie Fowler zu behaupten.

Insgesamt ging die letzte Runde mit einem Schlagdurchschnitt von 70,49 als die schlechteste Runde in die Geschichte des Masters ein.

2019: Tiger Woods (USA)

Der Golf-Superstar feierte beim Masters in Augusta seinen 15. Majorsieg - seinen ersten seit elf Jahren. Zuletzt hatte der US-Amerikaner 2008 bei den US Open triumphieren können. Beim Masters war es sein fünfter Triumph nach 1997, 2001, 2002 und 2005.

Tiger Woods feiert seinen Überraschungs-Coup beim Master in Augusta
Tiger Woods feiert seinen Überraschungs-Coup beim Master in Augusta © Getty Images

Mit insgesamt 275 Schlägen setzte sich Woods vor seinen Landsleuten Dustin Johnson, Xander Schauffele und Brooks Koepka (alle 276) durch.

Nachdem der 43-jährige US-Amerikaner als geteilter Zweiter mit zwei Schlägen Rückstand auf den Italiener Francesco Molinari in den Schlusstag gegangen war, schob er sich im Laufe des Tages immer weiter nach vorne. Trotz eines Bogeys am letzten Loch reichte es mit einer Runde von zwei unter Par letztlich zum Sieg.

Mit seinem 15. Majortitel rückte Woods näher an Rekordhalter Jack Nicklaus heran: Der US-Amerikaner gewann zwischen 1962 und 1986 insgesamt 18 Majorturniere.

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