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Scharfe Kritik nach dem EM-Aus der Handballerinnen
Scharfe Kritik nach dem EM-Aus der Handballerinnen © FIRO/FIRO/SID
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Das deutsche Abschneiden bei der Handball-EM bringt Bundesliga-Meistertrainer Herbert Müller in Rage. Es habe "Siegeswille und Mentalität" gefehlt.

Nach dem verpassten EM-Halbfinale hat Bundesliga-Meistertrainer Herbert Müller die Auftritte und das Abschneiden der deutschen Handballerinnen scharf kritisiert.

"Mit dieser EM können und dürfen wir überhaupt nicht zufrieden sein", sagte der Coach des Thüringer HC dem SID: "Nie war es leichter, in ein EM-Halbfinale zu kommen. Es nicht zu schaffen, war fast schwierig. Wenn mir einer vor dem Turnier erzählt hätte, Kroatien käme ins Halbfinale, hätte ich ihn für handball-inkompetent erklärt. Das ist ein Ding der Unmöglichkeit."

Müller: "Alles vermissen lassen"

Durch ein 20:23 gegen Kroatien war die deutsche Mannschaft von Bundestrainer Henk Groener aus der EM ausgeschieden. Von den sechs EM-Spielen sei einzig die Partie gegen Ungarn (32:25) gut gewesen, so Müller. "Das hat Spaß gemacht. Doch als es in der Hauptrunde darauf ankam, unsere Matchbälle auf das Halbfinale zu verwandeln, haben wir alles vermissen lassen", sagte Müller: "Siegeswille und Mentalität haben gefehlt, die du unbedingt brauchst, wenn du Spiele in der Crunchtime biegen willst. Das ist ärgerlich, da wir im letzten Jahr auch schon zwei Matchbälle vergeigt haben."

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Wie schon in den vorangegangen Turnieren versagten der DHB-Auswahl in den entscheidenden Situationen die Nerven. "Wir müssen in der Nationalmannschaft wie auch in den Vereinen der Liga schnellstmöglich die bedingungslose Siegermentalität und den Willen, gnadenlos hart an sich zu arbeiten, wieder erlernen", sagte Müller, der mit seinen Teams in den letzten 15 Jahren zehn Mal den deutschen Meistertitel gewonnen hat: "Wir müssen alle gemeinsam versuchen, den Karren aus dem Dreck zu ziehen und die deutschen Tugenden wieder in den Vordergrund stellen."

Trainerdiskussion um Groener?

Aus einer Trainerdiskussion will sich Müller "komplett raushalten. Es wäre zu einfach, das Thema an Henk Groener festzumachen. Das Team muss als Einheit funktionieren und gesehen werden", sagte der 58-Jährige: "Die Leistungsträgerinnen müssen besser vorneweg marschieren. An den Führungspersönlichkeiten, die das Spiel lenken und leiten, hat es gehapert."

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Müller warnt davor, die Ziele in Zukunft weiter unten anzusiedeln. "Als Handballnation wie Deutschland müssen wir einen hohen Anspruch an unsere Nationalmannschaft formulieren. Wir dürfen die Ansprüche keinesfalls runterschrauben, sonst laufen wir Gefahr, in der Öffentlichkeit überhaupt nicht mehr wahrgenommen zu werden", sagte Müller: "Als Leistungssportler muss man mit einem solchen Druck umgehen können. Zumal ich vor diesem Turnier keinen Druck wahrgenommen habe."

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