vergrößernverkleinern
Mark Schober (li.) und Andreas Michelmann (re.) sprechen sich im Namen des DHB klar für die Handball-WM aus.
Mark Schober (li.) und Andreas Michelmann (re.) sprechen sich im Namen des DHB klar für die Handball-WM aus. © Imago
Lesedauer: 2 Minuten
teilenE-MailKommentare

Der DHB spricht sich deutlich für eine Austragung der Handball-WM im kommenden Januar aus. Den Spielern steht es aber frei, die Teilnahmen zu verweigern.

Der Deutsche Handballbund hat in der schwelenden WM-Debatte ein klares Bekenntnis für eine Austragung des Turniers im Januar abgegeben. Der Verband werde trotz der Corona-Pandemie eine Mannschaft nach Ägypten schicken und hat den Nationalspielern eine Teilnahme freigestellt. Ihre Beweggründe erläuterten DHB-Präsident Andreas Michelmann und DHB-Vorstandschef Mark Schober in einem gemeinsamen Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

"Wir wissen, dass wir Risiken eingehen. Wenn wir alle das Risiko auf null setzen wollen, dürfen wir auch keine Bundesliga spielen. Es ist eine Risikoabwägung. Aktuell überwiegt die Chance das Risiko", sagte Michelmann. Seine Erwartung ist, "dass wir uns nach der langen Diskussion endlich auf unser erstes Spiel am 15. Januar in Gizeh gegen Uruguay freuen. Diskutiert haben wir genug. Jetzt spielen wir und gucken, wie weit wir kommen." (Service: Gruppen der Handball-WM)

DAZN gratis testen und Sport-Highlights live & auf Abruf erleben | ANZEIGE

Anzeige

Michelmann und Schober berichteten von Gesprächen mit Nationalspielern wie DHB-Kapitän Uwe Gensheimer, Torhüter Johannes Bitter und den beiden WM-Kritikern Hendrik Pekeler und Patrick Wiencek. Die Spieler hätten "Hunger nach Infos und Hintergründen". "Will ein Spieler nicht spielen, werden wir das akzeptieren", sagte Schober. 

Michelmann: "WM ein Teil zurückgebrachte Lebensfreude"

"Für die internationale Handballfamilie ist diese WM ein Teil zurückgebrachte Lebensfreude", sagte Michelmann: "Bei allem, was dabei an Gesundheit der Spieler und Hygienekonzepten zu berücksichtigen ist." Schober meinte: "Die WM kann ein Mittel gegen den Corona-Blues sein." Es gehe nicht maßgeblich um wirtschaftliche Interessen, sondern darum, dass das Turnier ein Schaufenster sei, das sich auf alle Verbände, Amateurvereine und auf die Bundesliga auswirke. (Service: Spielplan der Handball-WM)

Auch interessant

Zuletzt hatte es von deutschen Klubvertretern, Trainern und Spielern massive Kritik an einer WM-Austragung und Forderungen nach einer Verschiebung des Turniers gegeben. "Wir müssen uns damit arrangieren, dass es nur weitergeht, wenn sich alle zurücknehmen. Wir als Verband haben das getan es gibt keine Testspiele mehr, keine Lehrgangswochen ohne Pflichtspiele", sagte Michelmann nun.

Die Geduld beim Verband ob der massiven WM-Kritik aus der Liga scheint aufgebraucht.

Nächste Artikel
previous article imagenext article image