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Andreas Wolff (r.) und Silvio Heinevetter bilden das Torhüter-Duo bei der Heim-WM
Andreas Wolff (r.) und Silvio Heinevetter bilden das Torhüter-Duo bei der Heim-WM © Getty Images
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München - Überraschend früh räumt Bundestrainer Christian Prokop vor der Heim-WM die Torwart-Frage ab. Er verfügt: Andreas Wolff ist die Nummer 1, Heinevetter die 2.

EM-Held Andreas Wolff soll die deutschen Handballer bei der Heim-WM als Nummer eins mindestens ins Halbfinale führen, Silvio Heinevetter bleibt nur die Rolle des Stellvertreters. Auf diese klare Aufgabenverteilung hat sich Bundestrainer Christian Prokop etwas überraschend bereits einen knappen Monat vor dem Eröffnungsspiel gegen das vereinte Team von Korea am 10. Januar in Berlin festgelegt.

"Es muss eine Rollenverteilung im Team da sein. Andreas ist ein Spieler, der das vollste Vertrauen genießt", sagte Prokop im ZDF-Interview. Der 39-Jährige hat die beiden Torhüter über seine Entscheidung in einem persönlichen Gespräch informiert.

Heinevetter zeigt Verständnis für die Beweggründe des Bundestrainers, auch wenn dieser "keine große Begründung" lieferte: "Das ist seine Entscheidung, dafür ist er Trainer. Das ist sein gutes Recht."

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Prokop hatte bei der EM 2018 in Kroatien, bei der Deutschland in der Zwischenrunde ausschied, durch strittige Personalentscheidungen jede Menge Kritik auf sich gezogen: Unter anderem hatte er Abwehrchef Finn Lemke zunächst außen vor gelassen und dann nachnominiert - und damit das Team ebenso irritiert wie die Fachwelt. Auch diese Vorgeschichte könnte ein Grund sein, warum Prokop in der Torwart-Frage nun früh auf klare Verhältnisse setzt.

Prokop: "Wir brauchen das Gespann"

Wolff bewies beim deutschen Rekordmeister THW Kiel nach einem mäßigen Saisonstart eine stark ansteigende Form. "Er hat eine ganz starke Entwicklung genommen. Diese Form zu halten, wird ein entscheidender Schlüssel für unseren Turniererfolg sein", sagte Prokop, der aber auch betonte: "Wir brauchen das Gespann."

Ein Vorteil für Wolff, der beim sensationellen EM-Titelgewinn 2016 der überragende Spieler war, ist das fast blinde Verständnis mit dem Innenblock. Mit Hendrik Pekeler und Patrick Wiencek spielt der 27-Jährige auch im Verein zusammen. "Das ist unglaublich hilfreich. Das haben andere Nationen in der Form nicht", sagte Wolff.

Der Schlussmann ist sich trotz seines Status als Nummer eins aber auch bewusst, "dass ein Torhüter nicht alleine jedes Spiel machen kann. Es wird zu Wechseln kommen." Darauf setzt auch der sieben Jahre ältere Heinevetter von den Füchsen Berlin: "Mit einem Torhüter wirst du nie durch ein Turnier gehen. Jeder Spieler, der nominiert wird, kann sehr entscheidend sein."

Wolff und Heinevetter: Keine Freundschaft, aber Respekt

Wolff und Heinevetter gelten nicht als beste Freunde, sie respektieren sich aber. "Wir sind in der Pflicht, unsere beste Leistung für Deutschland zu bringen", betonte Wolff, der auch weiß: "Torhüter sind besondere Typen, Heine und ich ganz speziell. Wir wollen unbedingt die Nummer eins sein und in jedem Spiel 60 Minuten auf der Platte stehen. Es sind nicht wirklich Reibereien, aber es treten Interessenskonflikte auf."

Neben Wolff und Heinevetter stehen auch Routinier Johannes Bitter (TVB Stuttgart) und Dario Quenstedt (SC Magdeburg) im vorläufigen 28er-Aufgebot. Der Kader muss bis zum Eröffnungsspiel gegen die Koreaner auf 16 Spieler reduziert werden. Weitere Gegner in der Vorrunde sind Brasilien, Russland, Titelverteidiger Frankreich und Serbien. Prokop hat das Halbfinale als Ziel ausgegeben.

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