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Handball-Bundestrainer Christian Prokop hat sich für einen WM-Kader entschieden und zwei Spieler gestrichen. Tobias Reichmann reagiert frustriert.

Für die Handball-Nationalspieler Tobias Reichmann und Tim Suton ist der Traum von der Teilnahme an der Heim-WM (10. bis 27. Januar) vorerst geplatzt.

Bundestrainer Christian Prokop strich die beiden Profis vor dem letzten Vorbereitungsspiel gegen Argentinien am Sonntag in Kiel (28:13) aus dem Aufgebot. Das teilte der Deutsche Handballbund (DHB) mit.

Rechtsaußen Reichmann (Melsungen) und Rückraumspieler Suton (Lemgo) fehlen damit am Donnerstag (Handball-WM: Deutschland - Korea ab 18.30 Uhr im LIVETICKER) beim WM-Auftaktspiel gegen Korea in Berlin im 16er-Kader.

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Während des Turniers kann Prokop allerdings bis zu drei Wechsel mit Spielern vornehmen, die zum erweiterten 28er-Kader gehörten.

Reichmann reagiert frustriert

Laut Aussage von Teamkollege Hendrik Pekeler sei Reichmann über die Entscheidung "sehr frustriert" gewesen. Anders als Suton reiste der Linkshänder auch direkt vom DHB-Team ab.

Prokop hingegen sagte, dass Reichmann seinen Entschluss "normal" aufgenommen habe. Allerdings schränkte er auch ein, dass es in dieser Situation immer schwer ist, richtig zu reagieren. "Sie können sich vorstellen, dass man einfach enttäuscht ist. Aber er hat sich dazu nicht weiter geäußert. Die Zeit möchte ich ihm auch geben. Er wird jetzt erstmal frustriert sein darüber. Aber es ist ganz wichtig, und das habe ich ihm auch auf den Weg gegeben, dass er im Sinne bei dieser Mannschaft bleibt. Im 28er Kader waren zwei Rechtsaußen. Ein Turnier ist sehr lang. Dementsprechend ist es jetzt mit Sicherheit hart. Aber es werden auch wieder andere Zeiten kommen."

Prokop betonte aber auch, dass Patrick Groetzki, nun einziger nomineller Rechtsaußen im WM-Kader, auch fit genug sei, um über 60 Minuten eine Topleistung zu bringen.

"Die Entscheidung ist nach der stärksten Mannschaft ausgefallen. Taktische Beweggründe haben eine große Rolle dafür gespielt, die Rechtsaußen-Position einfach zu besetzen, dafür auf anderen Positionen eine noch größere Variabilität zu haben", begründete Prokop auf der Pressekonferenz nach der WM-Generalprobe sein Vorgehen: "Zwischen Tobi Reichmann und Patrick Groetzki haben Nuancen den Unterschied gemacht."

Groetzki, Reichmanns direkter Konkurrent auf der Position des Rechtsaußen, weiß, dass es nach so einer Entscheidung schwer ist, Trost zu spenden. "Etwas besser machen kann man in den Momenten nicht. Es hilft wenig. Klar versucht jeder, noch ein paar liebe Worte zu richten. Aber ich glaube, die Enttäuschung ist dann schon zu groß, als dass das dann ein bisschen hilft. Aber wir wissen auch, dass noch mehr als 18 zur Mannschaft gehören. So eine Entscheidung ist immer schwierig. Es gibt nie einen richtigen Zeitpunkt. Es ist immer hart für die Leute, die es dann trifft."

Prokop testete im letzten Vorbereitungsspiel gegen Argentinien auch eine Angriffsvariante mit zwei Kreisläufern.

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