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Die Slowenen (in Weiß) sind bei der Handball-WM nach dem Remis gegen Ägypten ausgeschieden
Die Slowenen (in Weiß) sind bei der Handball-WM nach dem Remis gegen Ägypten ausgeschieden © Imago
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München - Slowenien scheitert bei der Handball-WM nach einem Unentschieden gegen Ägypten vorzeitig. Danach wird der Gastgeber der Vergiftung einiger Spieler beschuldigt.

Am vergangenen Sonntag musste sich die slowenische Handball-Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft in Ägypten frühzeitig verabschieden. (Handball-WM 2021 vom 13. bis 31. Januar im LIVETICKER)

Ein 25:25-Unentschieden gegen den Gastgeber hatte nicht gereicht, um das Aus in der Hauptrunde abzuwenden. Stattdessen zogen die Ägypter ins Viertelfinale ein. Nun hat die Partie ein Nachspiel.

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Wie die Slowenen in einer Mitteilung bekannt gaben, beschuldigen sie das Gastgeberland, einige ihrer Spieler "vergiftet" zu haben. In der Nacht vor dem Spiel hatten offenbar mehrere Profis eine Lebensmittelvergiftung erlitten, sehr zum Unmut des Handball-Verbandes des europäischen Landes.

"Wir sind unzufrieden mit der unfairen Organisation des Turniers. Etwa zwölf Spieler unserer Mannschaft haben sich vor dem Spiel gegen Ägypten vergiftet, während die ägyptischen Organisatoren sich nicht um den Vorfall gekümmert haben", so der slowenische Verband in einer Erklärung.

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Ein Vorwurf, der den Präsidenten des WM-Organisationskomitees wütend macht.

Kein anderes Team hatte sich beschwert

"Die Aussagen der slowenischen Seite sind völlig falsch, und es ist peinlich, diese Worte zu wiederholen, ich hatte gehofft, sie würden sich für die gute Organisation und Gastfreundschaft bedanken, anstatt solche Ausreden für ihre Niederlage zu erfinden", erklärte Hisham Nasr im Gespräch mit der spanischen Zeitung As. (Handball-WM 2021: Modus, Spielplan & alle Infos)

"Ich bin mir nicht sicher, warum wir über dieses Thema sprechen und den Erfolg der Organisation des Turniers ignorieren. Die anderen Mannschaften sind glücklich in Ägypten und alles läuft gut. Ägypten ist eines der Länder auf der Welt, das die Handballmannschaften in den hochwertigsten Fünf-Sterne-Hotels unterbringt, wenn es Turniere organisiert, und ich denke, diese Hotels achten sehr auf ihren internationalen Ruf", fügte er hinzu.

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Demnach seien die slowenischen Spieler im gleichen Hotel untergebracht gewesen, wie elf andere Mannschaften – von denen sich wiederum niemand über das Essen beschwert hatte. (Handball-WM 2021: Die Tabellen)

Pizza statt Hotelessen

"Wir haben keinen offiziellen Brief von der slowenischen Mannschaft bezüglich dieser Beschwerde vor dem Spiel erhalten. Warum ist die Beschwerde erst nach dem verlorenen Spiel aufgekommen? Wenn die slowenischen Spieler eine Lebensmittelvergiftung erlitten hätten, wie konnten sie dann im Spiel so stark sein? Wir haben alle gesehen, wie sie die Trikots der ägyptischen Spieler zerrissen haben, und wenn die slowenischen Spieler, die gespielt haben, nicht vergiftet waren, wie wurden sie dann gerettet, obwohl die ganze Mannschaft zur gleichen Zeit das gleiche Essen gegessen hat?", empörte sich der Präsident des Organisationskomitees weiter.

Die slowenischen Handballer mussten bereits früh ihre Koffer packen
Die slowenischen Handballer mussten bereits früh ihre Koffer packen © Imago

Merkwürdig wirkt die Behauptung des slowenischen Verbandes vor allem mit Hinblick auf eine Aussage von Morten Henrikson. (Die wichtigsten Handball-Regeln zur WM 2021)

"Wir haben Beweise, dass die slowenischen Spieler sich während des Turniers nicht um sich selbst gekümmert haben, wir haben Fotos, die beweisen, dass sie Pizza außerhalb des Hotels, in dem sie untergebracht waren, bestellt haben", sagte der sportliche Direktor des dänischen Handballverbandes dem Fernsehsender TV2.

Slowenien drohen Sanktionen

War die Vergiftungs-Aussage also nur ein Ablenkungsmanöver? (Spielplan der Handball-WM 2021)

Hisham Nasr hat dafür eine eindeutige Antwort parat: "Wir haben nicht gesehen, dass die slowenischen Spieler Pizza von außerhalb des Hotels gegessen haben, aber wenn sich das bestätigt, werden sie wegen Verstoßes gegen die Regeln der Internationalen Handball-Föderation sanktioniert."

Nach dem frühzeitigen WM-Aus droht dem Halbfinalisten der EM 2020 also bereits der nächste Tiefschlag.

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