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Russland: Ex-VfB-Star Pavel Pogrebnyak sorgt für Rassismus-Eklat, Pavel Pogrebnyak spielte in England für Reading und Fulham
Russland: Ex-VfB-Star Pavel Pogrebnyak sorgt für Rassismus-Eklat, Pavel Pogrebnyak spielte in England für Reading und Fulham © Getty Images
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Pavel Pogrebnyak, einst beim VfB Stuttgart, sorgt in Russland für einen rassistischen Eklat. Das ruft sogar Putins Menschenrechtsberater auf den Plan.

Der ehemalige Stuttgarter Profi Pavel Pogrebnyak hat mit rassistischen Äußerungen für Ärger im russischen Fußball gesorgt - und damit sogar Wladimir Putins Menschenrechtsberater auf den Plan gerufen. 

Pogrebnyak hatte in der russischen Tageszeitung Komsomolskaya Prawda erklärt, er lehne den jüngsten Trend ab, dass nicht-russische Spieler russische Pässe erhalten und möglicherweise das Land in internationalen Spielen repräsentieren.

Er wählte als Beispiele Mario Fernandes, der für ZSKA Moskau spielt, und Ariclenes da Silva Ferreira (Ari), der für Krasnodar aufläuft.

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"Ich verstehe überhaupt nicht, warum Ari einen russischen Pass erhielt", sagte er: "Es ist lächerlich, wenn ein schwarzer Spieler die russische Nationalmannschaft vertritt. Mario Fernandes ist ein Spitzenspieler. Aber wir haben auch Igor Smolnikov in seiner Position. Wir könnten auch ohne Ausländer auskommen."

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Putins Menschenrechtsberater kritisiert Pogrebnyak

Lächerlich, wenn ein schwarzer Spieler Russland vertritt? Diese Aussage ist offener Rassismus - zu dem auch das Kabinett von Staatspräsident Putin auf Distanz ging.

"Ich glaube, dass jeder Fußballspieler, der gut spielt und eine russische Staatsbürgerschaft besitzt, ein Recht hat, die russische Nationalmannschaft zu vertreten", sagte Mikhail Fedotov, Vorsitzender des Menschenrechtsrats des Präsidenten, dem Fernsehsender Moscow 360.

"Die Farbe ihrer Haut, Augen, Haare und alles andere hat keine Bedeutung. Dies sollte für jeden offensichtlich sein", sagte Fedotov.

Sperre droht - Pogrebnyak müht sich um Klarstellung

Pogrebnyak droht wegen seiner rassistischen Äußerungen nun eine Sperre von bis zu zehn Spielen, wie die russische Internetseite sports.ru berichtete. Der stellvertretende Antidiskriminierungsbeauftragte des russischen Fußballverbandes sagte, er prüfe eine mögliche Bestrafung für den ehemaligen Nationalspieler, der jetzt in der russischen Liga für Ural Jekaterinburg spielt.

Pogrebnyak bemühte sich später um eine Klarstellung seiner Kommentare und teilte Sport24 mit, dass er im Ausland gespielt habe und "alle Spieler ohne Ausnahme" respektiere.

"Ich habe nichts gegen schwarze Spieler", sagte Pogrebnyak: "In dem Interview habe ich meine streng persönliche Meinung geäußert, dass ich in der russischen Nationalmannschaft gerne Fußballer sehen würde, die in unserem Land geboren und aufgewachsen sind. Das ist alles. Ich wollte niemanden beleidigen."

Dadurch, dass er es nötig fand, diese Meinung mit einem Hinweis auf Ferreiras Hautfarbe zu versehen, bleibt dennoch unbestreitbar, dass er genau das getan hat.

Der 35-Jährige bestritt 33 Spiele für die russische Nationalelf. 2009 bis 2012 spielte er für den VfB Stuttgart und erzielte 15 Treffer. Danach zog es ihn zu den englischen Premier-League-Klubs FC Fulham und FC Reading, bevor der Russe zurück in sein Heimatland wechselte.

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