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München - Joao Felix wird von ganz Europa gejagt. Im Europa-League-Viertelfinale gegen Eintracht Frankfurt kann er sich erneut beweisen. Zündet Benficas Wunderwaffe?

Die Viertelfinals in der Europa League stehen an. Deutschlands letzter Vertreter Eintracht Frankfurt muss am Donnerstagabend bei Benfica Lissabon antreten. (Europa League: Benfica Lissabon - Eintracht Frankfurt, 21 Uhr im LIVETICKER)

Erstmals seit 24 Jahren steht Eintracht Frankfurt wieder unter den besten Acht in einem internationalen Wettbewerb. Noch ohne Niederlage gehen die Hessen mit viel Rückenwind in das Duell gegen den portugiesischen Rekordmeister. Jedoch sollte man Benfica nicht unterschätzen.

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Vor allem sollten die Frankfurter sich vor den jungen Wilden in Acht nehmen. Der Klub aus der portugiesischen Hauptstadt gilt schon lange als Talentschmiede.

Spieler wie der 23 Jahre alte Linksverteidiger Alejandro Grimaldo (ursprünglich aus La Masia, der Nachwuchsakademie des FC Barcelona), der Sechser Florentino, Mittelfeldmann Andrija Zivkovic und Linksaußen Jota blühen regelrecht auf - um nur einige Namen zu nennen. Allen voran das portugiesische Wunderkind Joao Felix.

Zwölf Tore und sechs Vorlagen in allen Wettbewerben - so die Bilanz des Youngsters in dieser Saison. Doch wer ist der 19-Jährige, den halb Europa jagt?

Auch wenn Joao Felix momentan auf einer Erfolgswelle schwimmt, hatte er in der Jugend mit einigen Problemen zu kämpfen.

Beim FC Porto aussortiert - Durchbruch bei Benfica

Felix war ein dünner Junge, seine Mutter beschrieb ihn als Spätzünder. Der Stürmer wurde beim FC Porto ausgebildet, dort aber schon bald wieder aussortiert. Man kam zu dem Schluss, er sei physisch nicht kräftig genug, um auf dem höchsten Level mitzuhalten.

Nach sieben Jahren verließ er Porto dann 2015 ablösefrei. Ein dicker Fehler, wie sich später herausstellen sollte. Benfica glaubte an das Talent. In Lissabon fand Felix schließlich seine fußballerische Heimat. "In Lissabon habe ich den Spaß am Spiel wiedergefunden", sagte er dem Portal The Players' Tribune.

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Er stieg schnell auf im Estadio da Luz und wurde der jüngste Spieler, der für das B-Team spielte und traf.

Am 18. August 2018 gab er dann sein Ligadebüt beim Sieg gegen Boavista. Eine Woche später setzte er ein erstes Ausrufezeichen, als er in der 86. Minute den Ausgleich erzielte - gegen keinen geringeren Gegner als den Rivalen Sporting. 

Trainerwechsel verhilft Joao Felix zum Durchbruch

Er selbst beschreibt diese Szene bei Players' Tribune als den "coolsten" Moment in seinem Leben. Danach folgte ein Rückschlag. 2018 spielte er nur noch ein paar Pokalspiele oder wurde eingewechselt. Ohne Erfolg.

Letzten Endes verhalf ihm ein Trainerwechsel zum Durchbruch. Bruno Lage folgte im Januar 2019 auf Rui Vitoria und machte Joao Felix zu einem Schlüsselspieler in seinem 4-4-2-System.

Was macht ihn so besonders?

Der Youngster wird aufgrund seiner Spielintelligenz immer wieder mit legendären Fußballern wie Zinedine Zidane oder Cristiano Ronaldo verglichen. An der Seite von CR7 lief Joao sogar einst als Einlaufkind ins Estadio da Luz ein.

Im Kern verkörpert der junge Portugiese alles, was ein moderner Angreifer braucht: Starke, beidfüßige Abschlüsse, Kopfballstärke, um nur einige Eigenschaften zu nennen.

Positionsgebundenes Spiel ist nicht seins. Sein Vorbild ist Kaka und er liebt es, Neymar zuzuschauen.

Besser als Ronaldo, aber nicht so gut wie Messi

Mit seiner Leistung im Lissaboner Derby Anfang Februar zog Felix die bewundernden Blicke von 45.000 Zuschauern im Estadio de Avalade auf sich, darunter auch die des portugiesischen Superstars Cristiano Ronaldo.

Ronaldo selbst machte in seinen ersten 1.000 Minuten im Profi-Bereich drei Tore und produzierte eine Vorlage. Felix hat nicht nur seinen Landsmann übertroffen, sondern auch Neymar (vier Tore, zwei Assists) und Kylian Mbappe (vier Tore, sechs Assists) in demselben Zeitabschnitt, er traf fünfmal.

Nur Lionel Messi hat in seinen ersten 1.000 Minuten im Profibereich bessere Werte erzielen können. Der Argentinier brachte es auf 13 Tore und acht Vorlagen. Felix netzte bisher insgesamt zehnmal in der portugiesischen Liga NOS.

Alle wollen Joao Felix

Kein Wunder, dass das Talent halb Europa jagt. Das Wettbieten um das Wunderkind ist mittlerweile in astronomische Höhen gestiegen. Felix hat seinen Vertrag bei Benfica erst im November 2018 bis zum Jahr 2023 verlängert. Der Kontrakt soll auch eine Ausstiegsklausel beinhalten. Kostenpunkt: 120 Millionen Euro.

Zuletzt berichtete die britische Zeitung Daily Mail, dass Manchester United ein Angebot in Höhe von 180 Millionen Euro für Felix und seinen Mannschaftskollegen Ruben Dias abgegeben hat.

Auch die Verantwortlichen von Juventus sollen sich bereits mit Benficas Führungsriege getroffen haben. Bayern und Dortmund müssten zeitnah reagieren, wenn sie im Poker um Felix ein Wörtchen mitreden wollen.  

Trifft der 19-Jährige heute Abend gegen Frankfurt, wird er mit Sicherheit noch weitere Begehrlichkeiten bei anderen Klubs wecken. 

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