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Alexander Isak blüht seit seiner Leihe zu Willem II in die Eredivisie richtig auf und trifft wie am Fließband. Seine Zukunft könnte nun doch wieder beim BVB liegen.

Lange sah es nicht danach aus, als würde Alexander Isak die in ihn gesetzten Erwartungen in naher Zukunft erfüllen können. Als junger Hoffnungsträger im Alter von 17 Jahren im Januar 2017 für die stattliche Ablöse von 8,6 Millionen Euro von AIK Solna zu Borussia Dortmund gewechselt, kam der Schwede bisher nur auf fünf Kurzeinsätze in der Bundesliga für den BVB.

Bei den Profis, egal ob unter Thomas Tuchel, Peter Bosz, Peter Stöger oder Lucien Favre, konnte der "neue Zlatan", wie er in Schweden schon gefeiert wurde, nie richtig Fuß fassen.

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Er galt als Fehleinkauf, wurde in die U23 abgeschoben. In der Regionalliga-Mannschaft der Dortmunder waren es vor seinem Wechsel in die Niederlande in dieser Saison immerhin fünf Tore in 13 Spielen.

Von daher durchaus unerwartet nun die Leistungsexplosion: Isak knipst bei seinem neuen Klub am laufenden Band! (Service: Spielplan Eredivisie)

Isak überflügelt Romario und Ibrahimovic

Dabei wollte sich Isak eigentlich gar nicht ausleihen lassen. Zu Saisonbeginn stand deshalb sogar ein Verkauf im Raum. Im Wintertrainingslager traf der Schwede dann beim Test gegen Willem II Tilburg doppelt.

Die Niederländer, bei denen Ex-HSV-Spieler Joris Mathijsen als Sportlicher Leiter die Fäden zieht, einigten sich schließlich mit dem BVB auf ein Leihgeschäft ohne Kaufoption. Eine Win-Win-Win-Situation, wie sich herausstellte.

Seit seinem Wechsel im Januar kommt der heute 19-Jährige auf zwölf Tore in zwölf Spielen in der Eredivisie und überflügelt mit dieser beeindruckenden Quote einige Stars, die ebenfalls schon für niederländische Vereine auf Torejagd gingen.

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Weder die Brasilianer Romario und Ronaldo, einst für PSV aktiv, noch die Ex-Ajax-Spieler Luis Suarez oder Zlatan Ibrahimovic kamen in ihren ersten zwölf Spielen auf eine derart beeindruckende Torausbeute. Isak nagt bereits an den Top Ten der Torjägerliste in der niederländischen Eredivise - und das als Wintertransfer.

Isak: "Bin hier ziemlich populär geworden"

Auch am vergangenen Wochenende war Isak wieder zur Stelle, steuerte beim 2:0 seines Vereins gegen PEC Zwolle einen Treffer und einen Assist bei. Und zeigte sich nach dem Spiel durchaus selbstbewusst.

"Ich glaube, ich bin hier ziemlich populär geworden", sagte Isak zu FOX Sports. Er sei mit seiner derzeitigen Torausbeute natürlich zufrieden. "Aktuell bin ich bei zwölf Toren aus zwölf Spielen, ein guter Schnitt. Aber ich will ihn nach Möglichkeit noch ausbauen." 

Willem II profitiert enorm von seinem 1,90 Meter großem Knipser. Fünf der vergangenen sechs Spiele wurden gewonnen, zehn Tore steuerte Isak in dieser Zeit bei. Die Tilburger sind somit in Reichweite zu den internationalen Plätzen. Zudem schoss Isak seine Mannschaft ins Pokalfinale. 

Für Isak selbst ist es die Möglichkeit, sich in einer Liga zu beweisen, die als Bühne für kommende internationale Topstars gilt.

Isaks Leistungsexplosion ist natürlich nicht unbemerkt geblieben. Kürzlich feierte er nach zwei Jahren sein Nationalmannschaftscomeback, auch beim BVB werden sie ganz genau hinschauen bei ihrem Sturmjuwel. Denn auch die Dortmunder profitieren von der Isak-Explosion.

Isak als Alcacer-Backup?

Denn plötzlich könnte der Schwede doch wieder eine zentrale Rolle in der BVB-Zukunft einnehmen. Favre hat mit Paco Alcacer nur einen echten Mittelstürmer im Kader. Der trifft zwar regelmäßig, sein Körper scheint der Belastung des Profifußballs allerdings nicht vollends gewachsen zu sein.

Einen treffsicheren Isak könnte der BVB da durchaus als Backup gebrauchen. Doch auch international ist der Schwede offenbar wieder gefragt. So berichtete Mundo Deportivo vor einigen Tagen, dass der FC Barcelona Interesse an Isak haben soll. Die Katalanen hatten ihn schon 2017 verpflichten wollen, doch Isak entschied sich damals für Dortmund.

Es scheint, als könnte der Schwede im zweiten Anlauf doch noch eine Zukunft in Schwarzgelb haben. Backup-Stürmer beim BVB mit der Option, bei stetiger Entwicklung dauerhaft zum Stammspieler zu mutieren, wäre nicht die schlechteste Aussicht für den 19-Jährigen. Doch diese Zukunft hängt auch davon ab, ob er bereit ist, sich noch einmal dem Konkurrenzkampf in Dortmund zu stellen.

Angesichts der explodierenden Transferpreise würden sie beim BVB einen echten Mittelstürmer, wie es ihn im Spitzenfußball nicht oft gibt, sicher gerne zum Nulltarif mitnehmen. Nach Informationen der Funke Mediengruppe spielt man in Dortmund tatsächlich mit dem Gedanken, Isak die Backup-Rolle anzuvertrauen.

Andernfalls könnten die Dortmunder für Isak nach seiner überragenden Rückrunde in den Niederlanden eine beachtliche Ablösesumme herausschlagen. Gewinner wäre der BVB in jedem Fall. Und Isak, wenn er so weiter trifft, auch. Nur Willem II muss sich wohl oder übel einen neuen Superknipser suchen.

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