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Daniel Stendel
Daniel Stendel © Getty Images
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In der Football League One wird der frühere Trainer von Hannover 96, Daniel Stendel, angeblich Opfer einer Prügelattacke. Der Übeltäter ist ein alter Bekannter.

Hannovers früherer Trainer Daniel Stendel ist in Englands drittklassiger League One offenbar Opfer einer Prügelattacke geworden. Eine Hauptrolle hat laut mehreren englischen Medien dabei wieder einmal Bad Boy Joey Barton gespielt.

Der Trainer des Tabellen-Elften Fleetwood Town gastierte mit seinem Klub beim FC Barnsley. Dort steht mit Daniel Stendel ein bekanntes Gesicht aus der Bundesliga an der Seitenlinie.

Stendel ist mit Barnsley aktuell sehr erfolgreich, schnuppert mit seiner Truppe als Zweitplatzierter am direkten Aufstieg in die zweithöchste Liga Englands und wurde kürzlich als Trainer der Saison ausgezeichnet.

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In einer hitzigen Partie, in der Fleetwoods Harry Souttar in der zweiten Hälfte mit Rot vom Platz flog, setzte sich Stendels Team mit 4:2 durch.

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Zunächst lieferten sich beide Trainer zum Spielende an der Seitenlinie ein Wortgefecht. Im Spielertunnel brannten den beiden Übungsleitern dann offenbar die Sicherungen durch. Laut Augenzeugen mussten Sicherheitskräfte die Streithähne voneinander trennen.

"Der Klub kann bestätigen, dass es nach dem Spiel zu einem Vorfall im Tunnelbereich gekommen ist. Der Klub unterstützt die Polizei bei seinen Ermittlungen, sodass wir derzeit keine weiteren Kommentare abgegeben können", teilte Barnsley mit.

Nachdem Stendel dann in Richtung Barnsley-Kabine verschwand, soll ihm der emotional erregte Barton unmittelbar gefolgt sein. Dort kam es laut Cauley Woodrow, Stürmer in Diensten des FC Barnsley, zum Eklat.

"Du bist schmutzig"

An Fleetwood Town gerichtet twitterte Woodrow: "Einen Trainer zu haben, der einen anderen Trainer im Spielertunnel physisch angreift, ist widerlich, er hat unserem Trainer eine blutende Wunde im Gesicht verpasst!! Menschen wie Du (Barton; Anmerkung der Red.) verdienen keinen Platz im Fußball. Du bist schmutzig."

Später löschte Woodrow den Tweet wieder von seinem Account. Laut Sky Sports ermittelt die Polizei inzwischen gegen den Fleetwood-Trainer wegen eines "Angriffs" auf Stendel.

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Barton ist unterdessen nicht das erste Mal durch aggressives Verhalten auffällig geworden. Die Skandalakte des Heißsporns ist lang. Allein diese Saison fiel der Ex-Profi von Manchester City bereits mehrfach negativ auf.

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Im Januar bestrafte der britische Verband FA ihn nach abfälligen Kommentaren über Schiedsrichter nach dem Spiel gegen die Bristol Rovers. Barton musste 2000 englische Pfund Geldstrafe zahlen, da er den Unparteiischen Parteilichkeit vorgeworfen hatte ("Zeitweise fühlte es sich definitiv an, als würden wir gegen mehr als elf Mann spielen"). Auch ein Innenraumverbot ereilte den Hitzkopf zu Jahresbeginn.  

Barton als "Enfant terrible" bekannt

Schon zu Spielerzeiten galt Barton als "Enfant terrible". Der Engländer hatte einst zugegeben, an Spielsucht gelitten und zwischen 2006 und 2016 über 1200 Wetten auf Fußballspiele platziert zu haben. Sogar diverse Male gegen sein eigenes Team, auch wenn Barton stets betonte in den Spielen, in denen er im Kader stand, nie gegen die eigene Mannschaft gewettet zu haben. 

Die FA reagierte im April 2017 auf das Geständnis mit einer 18-monatigen Sperre und einer Geldstrafe in Höhe von umgerechnet 35.000 Euro.

Zudem wurde Barton in seiner Karriere als Spieler von mehreren Klubs zwischenzeitlich aus dem Verkehr gezogen. Der talentierte Mittelfeldspieler zettelte etwa Ende 2004 bei einem Freundschaftsspiel von Manchester City gegen die Doncaster Rovers eine Massenschlägerei an, drei Jahre später nahm ihn die Polizei fest, nachdem er einen Mitspieler verprügelt hatte.

Im Dezember 2007 hielten Überwachungskameras im Bild fest, wie Barton an einer Bushaltestelle einen Mann heftig vermöbelte. Das brachte ihm eine sechsmonatige Haftstrafe ein, Barton saß 74 Tage davon im Gefängnis ab und begab sich anschließend in einen Alkoholentzug sowie einen Anti-Aggressions-Kurs. 

Gebracht hat dies langfristig offenbar wenig.

Der Übeltäter ist sich seines schlechten Rufs durchaus bewusst. "Ich bin anders - von Geburt an. Ich bin nun mal nicht David Beckham", erklärte Barton einst in einem Interview mit 11Freunde.

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