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Virgil van Dijk hat Cristiano Ronaldo und Lionel Messi ausgestochen und ist erstmals Europas Fußballer des Jahres. Damit tritt er in die Fußstapfen von Fabio Cannavaro.

Als Virgil van Dijk die silber glänzende Trophäe aus den Händen von UEFA-Präsident Aleksander Ceferin empfing, staunten selbst die beiden dominantesten Fußballer der letzten Dekade nicht schlecht.

Kein Lionel Messi, kein Cristiano Ronaldo: Der niederländische Star-Verteidiger von Champions-League-Sieger FC Liverpool hat sich zu Europas Fußballer des Jahres gekrönt - als erster Abwehrspieler seit 13 Jahren.

Virgil van Dijk: "Ich bin "sehr stolz"

"Ich muss all meinen Teamkameraden danken. Ohne sie hätte ich das nicht erreichen können, meiner Familie natürlich", sagte van Dijk: "Es war ein langer Weg. Aber ich brauchte es so. Ich war niemand, der als 18-Jähriger schon seinen Weg gemacht hat. Ich bin sehr stolz, diesen Preis zu bekommen."

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Gewählt wurde der Kapitän der niederländischen Nationalmannschaft von den 80 Trainern der Teilnehmer an den vergangenen Spielzeiten in Champions- und Europa League sowie 55 ausgewählten Journalisten. Ein deutscher Spieler hatte es bei der Wahl, die seit 2011 vom europäischen Dachverband UEFA selbst veranstaltet wird, genauso wenig wie überhaupt ein Akteur aus der Bundesliga unter die Top 10 geschafft. 

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Für van Dijk ist der Triumph der Höhepunkt eines Jahres, das für ihn wie im Rausch verlief. Nach seinem Wechsel für rund 85 Millionen Euro vom FC Southampton nach Liverpool Anfang 2018 gewann er eineinhalb Jahre und ein verlorenes CL-Finale später die Königsklasse und fast sogar den ersten englischen Meistertitel für die Reds seit 29 Jahren. 

Erste Verteidiger-Sieg seit 2006

Damit war er sogar Favorit im Rennen um Europas Thron trotz der Konkurrenz von Rekordsieger Ronaldo (2008, 2014, 2016 und 2017) und dem dreimaligen Gewinner Messi (2009, 2011, 2015). Durch den Sieg über die beiden wohl dominantesten Fußballer der letzten Dekade ist van Dijk seit Italiens Weltmeister Fabio Cannavaro 2006 der erste Verteidiger dem die große Ehre zu Teil wurde. 

Bei den Frauen setzte sich Lucy Bronze, englische Weltklasse-Verteidigerin gegen ihre beiden Teamkolleginnen Ada Hegerberg und Amandine Henry von Olympique Lyon durch. 

Messi und Ronaldo schauen nun schon im zweiten Jahr in Serie in die Röhre, denn 2018 hatte der Vize-Weltmeister und spätere Weltfußballer Luka Modric sich die Auszeichnung gesichert. Für beide Stars hätte es gute Argumente gegeben. Immerhin gewann Ronaldo mit Portugal - im Finale gegen van Dijk und die Niederlande - die neu eingeführte Nations League. Mit Juve schied er jedoch schon im Viertelfinale der Königsklasse aus. 

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Messi brillierte derweil in der Champions League mit zwölf Treffern in zehn Spielen als Torschützenkönig. Zum Titel reichte es aber nicht, da Liverpool im Halbfinale eine 0:3-Hinspielpleite im Rückspiel (4:0) sensationell drehte. 

Über van Dijks Triumph dürfte sich vor allem sein Teammanager Jürgen Klopp freuen, der den teuren Transfer des Niederländers von Anfang an verteidigt hatte. "Ich könnte ein Buch schreiben über seine Fähigkeiten, seine Stärke, wie sehr ich ihn mag und was für eine fantastische Person er ist", sagte er. Besonders in der Champions League war van Dijk einer der Garanten für den Titelgewinn. Bayern-Fans werden sich ungern an seinen Gala-Auftritt beim 3:1-Sieg im Achtelfinal-Rückspiel erinnern, als er mit einem Tor und einer Vorlage das frühe Aus der Münchner besiegelte.

Doch Klopp sieht in seinem Schützling noch mehr Potenzial - und das trotz unglaublicher Statistiken. Kein einziges Mal ließ sich van Dijk in 64 Pflichtspielen nacheinander umdribbeln. Bis zum vergangenen Samstag, als Nicolas Pepe vom FC Arsenal dieses Kunststück gelang. Und doch will Klopp mehr. Vor allem in Sachen Führungsqualitäten. 

"Er ist ein absoluter Weltklassespieler, muss noch mehr in diese Funktion hinein", sagte der Deutsche dem kicker: "Nackenschläge im Spiel haben bei ihm noch zu viel Einfluss." Genug Selbstvertrauen für die nächste Zeit sollte Europas neuer Fußballer des Jahres jetzt erst einmal haben.

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