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Real Madrid's Brazilian midfielder Casemiro (L) and FC Red Bull Salzburg's Norwegian forward Erling Braut Haland during the pre-Season friendly football match FC Red Bull Salzburg v Real Madrid in Salzburg, Austria on August 7, 2019. (Photo by KRUGFOTO / APA / AFP) / Austria OUT        (Photo credit should read KRUGFOTO/AFP/Getty Images)
Erling Haland spielt seit Januar 2019 für RB Salzburg © Getty Images
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Erling Haland sorgt in Österreich für Furore. Für RB Salzburg gelangen dem norwegischen Mittelstürmer bereits zehn Tore in der noch jungen Saison.

Tierische Metaphern gehören im Sprachgebrauch spanischer Sportzeitungen zum gängigen Handwerkzeug. Wer vor wenigen Tagen aber in der Marca über eine "unaufhaltsame Bestie" las, die ihr Unwesen in gegnerischen Strafräumen treibe, der kam dann doch ins Stocken.

Denn es war nicht die Rede von Lionel Messi, nicht von Cristiano Ronaldo und auch nicht von Robert Lewandowski. Gemeint war: Erling Braut Haland von RB Salzburg.

Dem Norweger, derzeit in der österreichischen Bundesliga unterwegs, wird eine große Zukunft vorhergesagt - und bald darf er sein Können in der Champions League beweisen.

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Doch wer ist dieser erst 19-Jährige überhaupt und wie kam dieser Aufschwung zustande?

In Norwegen ausgebildet, seit Winter in Salzburg

Im vergangenen Winter wechselte Haland aus seiner Heimat von Molde FK für fünf Millionen Euro zum österreichischen Serienmeister RB Salzburg. Haland stammt jedoch nicht aus der Jugend des norwegischen Erstligisten. Ausgebildet wurde er bei Bryne FK, bevor er 2017 nach Molde ging.

Der Start in Österreich verlief für den 19-Jährigen nicht nach Plan. Sein erstes Tor gelang ihm erst im Mai 2019. Dennoch feierte er im Anschluss mit Salzburg das Double.

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Bei der U20 WM in Polen spielte Haland groß auf. Im Gruppenspiel gegen Honduras gelangen ihm neun der zwölf Tore beim 12:0 - Rekord!

Seit Saisonbeginn läuft es auch endlich auf Vereinsebene. In den ersten fünf Ligaspielen gelangen dem Offensivspieler sieben Tore und auch im ÖFB-Cup war er bereits dreimal erfolgreich. Damit hat sich der Teenager im Rennen um den Goldenen Schuh - dem Preis für den treffsichersten Torjäger Europas - zunächst an die Spitze katapultiert. 

Die Marca macht Haland bereits zu einem ernsthaften Kandidaten für die begehrte Auszeichnung.

Solskjaer: "Kann Topstürmer werden"

Lob an den Qualitäten des erst 19-Jährigen gab es von oberster Stelle. Manchester Uniteds Cheftrainer Ole Gunnar Solskjaer, der als Förderer Halands gilt, traut seinem Landsmann eine große Karriere zu. "Er kann ein Topstürmer werden, ganz sicher. Er erinnert mich vom Typ her an Lukaku". Damit aber noch nicht genug des Lobes.

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Viele sehen in Haland den "geborenen Torjäger". Haland ist von seiner Spielweise sogar noch etwas variabler einzusetzen, als Stürmerstar Romelu Lukaku.

Die norwegische Nachwuchshoffnung ist kein reiner Strafraumstürmer. Haland bindet sich gerne in das Offensivspiel mit ein und wartet nicht im Strafraum auf Zuspiele und Flanken seiner Mitspieler.

Der Champions-League-Sieger von 1999 wollte Haland 2017 unbedingt nach Molde holen, obwohl sich dieser bei seinem Jugendverein noch nicht entscheidend durchsetzen konnte. Trotzdem beharrte Solskjaer auf den Transfer und bekam schlussendlich seinen Wunschstürmer.

Der 46-Jährige erkannte schon früh, welche Fähigkeiten Haland besitzt. Auch sein jetziger Trainer in Salzburg Jesse Marsch sagt, dass der Norweger ein "sehr intelligenter Spieler" sei.

Jetzt kommt die Champions League

In der Saisonvorbereitung gab sich Real Madrid die Ehre und kam zu einem Testspiel nach Salzburg. Dort durfte Haland 45 Minuten und erste Erfahrungen auf höchstem Niveau sammeln. Für den 19-Jährigen machte dieser Auftritt aber nur Lust auf mehr. 

Die Frage lautet: Ist Haland wirklich schon soweit, um ganz oben anzugreifen?

Die Frage ist wohl relativ leicht mit Nein zu beantworten. Haland wird den goldenen Schuh nicht gewinnen - zumindest noch nicht. Dafür fehlt es Haland noch an Erfahrung und Konstanz, um am Ende des Jahres der Beste Torjäger Europas zu sein.

Außerdem ist die internationale Konkurrenz zu erfahren und momentan noch auf einem anderen Niveau als der junge Norweger. Hinzu kommt auch der schwache Multiplikator der österreichischen Bundesliga (1,5) im Vergleich zu den europäischen Topligen (2,0). 

Dennoch muss man kein Prophet sein, um vorherzusagen, dass Halands Marktwert in der Zukunft stark ansteigen wird. Mit ähnlichen Leistungen wie beim Saisonstart wird die "unaufhaltsame Bestie" auch früh ins Visier von Vereinen aus den Topligen gelangen.

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