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München - Adrián San Miguel wird beim FC Liverpool im Super Cup zum Helden. Bis vor wenigen Tagen wäre dies nur ein Traum für ihn gewesen.

Es ist eine der kuriosesten Begebenheiten dieses Fußball-Sommers, die Geschichte von Adrián San Miguel.

Innerhalb weniger Wochen kämpfte sich der Torhüter von der Arbeitslosigkeit zum Keeper bei Champions-League-Sieger FC Liverpool im UEFA Supercup gegen den FC Chelsea. Dort wurde er zum Helden, als er im Elfmeterschießen den letzten Elfmeter von Chelseas Tammy Abraham parierte und die Reds damit zum Super-Cup-Sieger machte.

"Was für eine Story", sagte Klopp nach der Partie über seinen Keeper bei BT Sport und ahmte im Stile von Rocky den Ruf "Adrian" nach. "Er hat ein unglaubliches Spiel mit sensationellen Paraden gezeigt", sagte der deutsche Teammanager. "Dass er auch noch den entscheidenden Elfmeter gehalten hat, war das I-Tüpfelchen auf seine Leistung."

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Und weiter: "Er wird schon richtig laut in der Kabine. Die spanischen Emotionen kommen raus. Es ist toll für ihn. Ich denke nicht, dass er schon viel in seinem Leben gewonnen hat. Daher ist es schön, dass er etwas Großes gewonnen hat."

Bis zum Ende der vergangenen Saison stand der 32-Jährige noch bei West Ham United unter Vertrag. Als zweiter Torhüter hinter Lukasz Fabianski oder Joe Hart musste sich Adrián in der vergangenen Saison in der Premier League mit einem Bankplatz zufrieden geben. 

Training bei andalusischem Amateurklub

Nach Vertragsende am 30.6.2019 wurde der Kontrakt des Keepers bei "The Hammers" nicht mehr verlängert und Adrián stand plötzlich auf der Straße.

Um seine Form nicht gänzlich zu verlieren, hielt er sich bei UD Pilas, einem Amateurverein in Andalusien, fit - in der Hoffnung auf das eine oder andere lukrative Angebot. 

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Dass jenes ausgerechnet vom Champions-League-Sieger kommen würde, hätte sich der 32-Jährige wohl nicht zu träumen gewagt. 

Doch das Schicksal meinte es mehr als gut mit Miguel. Frei nach dem Motto: "Des einen Leid, des anderen Glück". Der FC Liverpool verlor innerhalb weniger Tage gleich zwei Torhüter. 

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Zunächst wurde Reservekeeper Simon Mignolet kurz vor dem Ende der Transferperiode in die Heimat zum FC Brügge verkauft, zum Liga-Auftakt gegen Norwich (4:0) verletzte sich Stammkeeper Alisson Becker an der Wade. 

Debüt in Anfield, Lob von Klopp

So schlug plötzlich die Stunde von Adrián, der sich kürzlich noch in der andalusischen Provinz fit hielt, im Kasten des FC Liverpool - und das früher als gedacht. Nach Alissons Verletzung hieß es gegen Norwich City - nur vier Tage nach seiner Verpflichtung - plötzlich Anfield Road: 54.000 Zuschauer, vor ihm verteidigt Virgil van Dijk, vorne wirbeln Mo Salah und Co. 

"Adrian ist die perfekte Lösung nach dem Abgang von Mignolet. Er kennt die Premier League und kann mit Drucksituationen umgehen", stärkte Jürgen Klopp ihm umgehend den Rücken.

Da Alisson insgesamt über vier Wochen ausfällt, wird auch am heutigen Abend im Supercup-Duell gegen Chelsea Adrián zwischen den Pfosten stehen und wohl den Höhepunkt seiner bisherigen Karriere erleben.

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Adrián profitierte schon einmal

Aber die aktuelle Situation ist nicht die Erste, bei der Adrián derart kurios von einem Doppel-Ausfall profitiert. 

Bereits in der Saison 2012/13, als er von der zweiten Mannschaft Betis Sevillas in den Profi-Kader hochgezogen wurde, ereilte ihn ein ähnliches Schicksal.

Als sich zunächst Stammtorwart Fabri verletzte und dessen Ersatzmann Castos gegen den FC Malaga die Rote Karte sah, kam Adrian direkt zu seinem Pflichtspieldebüt in La Liga.

In den verbleibenden 80 Minuten musste er zwar noch ganze vier mal hinter sich greifen, sein damaliger Trainer Pepe Mel baute jedoch weiterhin auf ihn und wurde belohnt. Denn in den kommenden drei Partien blieb spanische Torhüter ohne Gegentor und konnte sich sogar als Stammtorhüter etablieren. 

Daraufhin erfolgte der Wechsel in die Premier League zu West Ham United, für die er in sechs Jahren auf 150 Partien kam, zuletzt aber aufs Abstellgleis geriet.

Nun spielt der 32-Jährige aber auf einer der größten Bühnen des Fußballs und schreibt sein persönliches Märchen.

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