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Teamkollegen und Gegenspieler wollen Moussa Marega davon abhalten, den Platz zu verlassen
Teamkollegen und Gegenspieler wollen Moussa Marega davon abhalten, den Platz zu verlassen © Getty Images
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Portos Moussa Marega wird beworfen und rassistisch beleidigt. Doch anstatt ein Zeichen zu setzen, halten sie ihn massiv davon ab, den Rasen zu verlassen.

Der nächste Rassismus-Skandal erschüttert den europäischen Fußball - und zeugt auch davon, dass Mitspieler bisweilen anstelle von Solidarität eher darauf aus sind, einen skandalösen Vorgang klein zu halten:

In der Partie zwischen Vitória Guimarães und dem FC Porto ist Gäste-Stürmer Moussa Marega Opfer von rassistischen Beleidigungen geworden.

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Der Nationalspieler Malis hatte nach einer Stunde das 2:1 für Porto erzielt, ehe er beim Torjubel von den Rängen mit Gegenständen beworfen und rassistisch beleidigt wurde. Unter anderem wurde er mit Affenlauten bedacht.

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Der sichtlich erregte Marega, der 2016/17 für Vitória gespielt hatte, wollte daraufhin das Spielfeld verlassen, wurde daran aber von Teamkollegen und Gegenspielern zunächst massiv zurückgehalten.

Die Szenen muteten bizarr an: Anstatt Marega Trost zu spenden, womöglich gar geschlossen vom Rasen zu gehen, wirkte es so, als rüffelten sie das Rassismus-Opfer, schubsten Marega immer wieder zurück, damit er das Spiel fortsetzt. Auf TV-Aufnahmen ist zu sehen, dass auch Trainer Sérgio Conceição lautstark beschwichtigt.

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Nach 72 Minuten hatte Marega dennoch endgültig genug von den Anfeindungen - der 28-Jährige wurde durch Wilson Manafá ersetzt. Auf dem Weg in die Kabine streckte er mit Blick Richtung Tribüne beide Daumen nach unten. 

Marega schimpft auf Instagram

Überdies beschämend: Bei seinem Torjubel hatte Marega zunächst auf seinen Unterarm gedeutet, wohl um auf seine Hautfarbe zu zeigen - und wurde vom Schiedsrichter verwarnt.

Der in Frankreich geborene Marega schimpfte anschließend in einem wütenden Instagram-Post über die "Idioten, die ins Stadion kommen, um rassistische Parolen zu schreien", "bedankte" sich zudem sarkastisch bei den Unparteiischen, "dass sie mich nicht verteidigt haben und mir eine Gelbe Karte gegeben haben, weil ich meine Hautfarbe verteidige".

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Nach Abpfiff gab es von Portos Conceição dann immerhin doch noch gewisse Unterstützung. "Wir sind völlig empört über das, was passiert ist", so der Trainer. "Ich kenne die Leidenschaft, die es bei Vitória gibt, und ich denke, dass die meisten Fans nicht die Haltung einiger Leute teilen, die Moussa seit dem Aufwärmen beleidigt haben."

Conceição appellierte an die Fans des Heimteams: "Wir sind eine Familie, unabhängig von Nationalität, Hautfarbe, Haarfarbe. Wir sind Menschen, wir verdienen Respekt. Was hier passiert ist, ist bedauerlich."

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