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Mario Götze wechselte 2013 zum FC Bayern. Einige Jahre später gesteht der WM-Held von 2014, dass er länger bei Jürgen Klopp und dem BVB hätte bleiben sollen.

Als Mario Götze sich in der vergangenen Wechselperiode PSV Eindhoven anschloss, wunderten sich einige Fußball-Experten über die Entscheidung des WM-Helden von Rio 2014.

In einem Interview mit der niederländischen Zeitung Algemeen Dagblad erklärte der 28-Jährige nun seine Beweggründe: "Viele Leute werden von meiner Wahl PSV überrascht gewesen sein, aber mir ist es egal, was andere denken. (…) Ich bin jetzt glücklich, total glücklich. Mir gefällt es hier sehr gut."

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Eindhoven liegt nur einen Punkt hinter Ajax Amsterdam auf Rang zwei und hat auch wegen Götzes sieben Torbeteiligungen gute Chancen auf den Meistertitel. Zudem steht PSV in der K.o.-Runde der Europa League.

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Schmidt überzeugt Götze von PSV

Den ersten Kontakt stellte damals der deutsche PSV-Trainer Roger Schmidt her: "Er hat den Kontakt zu mir gesucht", erklärte Götze und fügte an: "Ich kannte ihn schon ein bisschen von Bayer Leverkusen. (…) Dann ging er nach China. Als er in diesem Frühjahr wieder in Deutschland war, hatten wir schon darüber gesprochen, wie dieses Abenteuer war. Ich wollte schon immer im Ausland Fußball spielen. Dieses Gefühl hatte ich schon länger, als ich mir andere Wettbewerbe angeschaut habe."

Als Schmidt zur Saison 2020/21 PSV übernahm, kontaktierte der 53-Jährige den vereinslosen Götze erneut und sagte, "dass die Situation und der Moment ideal für mich sind, um unter ihm zu spielen."

Ausschlaggebend sei eben vor allem Schmidt gewesen sein, denn der Ex-BVB-Star hatte "damals auch andere Optionen, gute ausländische Vereine in Top-Ligen. Es gab Gespräche und ich habe auch mit anderen Trainern geredet, aber nirgends war das Bild so klar wie hier", betonte Götze. "PSV und Schmidt, das fühlte sich für mich als die beste Option an. Am letzten Tag des Transfermarkts, am 6. Oktober, haben meine Frau und ich beschlossen: Wir machen es."

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Ein angenehmer Nebeneffekt durch den Wechsel in die niederländische Eredivisie ist zudem, dass der Weltmeister von 2014 nicht mehr so im Scheinwerferlicht steht.

"Das ist eine neue Erfahrung. Und ein durchaus angenehmer Nebeneffekt des Schrittes zur PSV. Aber es ist nicht so, dass es mich stört", sagte Götze. "Ich bin es schon so lange gewöhnt, dass viele Leute etwas von mir wollen und etwas über mich denken. Ich war 17 Jahre alt, als ich mein Debüt bei Borussia Dortmund unter Jürgen Klopp gegeben habe - als es anfing. Zweimal Meister vor dem Zwanzigsten, später natürlich das Siegtor im WM-Finale. Ich würde es nicht als schwierig bezeichnen, eher als eine Herausforderung, wie man mit allem umgeht, was dann auf einen zukommt."

Mittlerweile sei er allerdings "daran gewöhnt, immer im Rampenlicht zu stehen."

Götze: "War sicher kein Fehler, zu Bayern zu gehen"

Für großes Aufsehen sorgte 2013 auch sein Transfer für 37 Millionen Euro von Borussia Dortmund zum FC Bayern.

"Ich war gerade 21, als ich von Dortmund zu Bayern ging. Das gab natürlich einen Sturm der Begeisterung in der Öffentlichkeit. Im Nachhinein hätte ich länger bei Kloppo bleiben sollen, aber es war sicher kein Fehler, zu den Bayern zu gehen", blickte Götze zurück.

Er habe außerdem gelernt, "dass es keinen Sinn macht, sich Ratschläge zu holen. Man muss seinen eigenen Weg darin finden." Und dieser führte den Rio-Helden zu Pep Guardiola nach München.

"Ich wollte mich selbst herausfordern, Peps Philosophie kennenlernen", verriet Götze. "Mit Bayern haben wir drei Champions-League-Halbfinals erreicht und Guardiola hat mir beigebracht, den Fußball von ganz unterschiedlichen Positionen auf dem Feld zu sehen. Guardiola hat einen einfach buchstäblich überall in den Spielen eingesetzt. Arjen Robben weiß, wovon ich spreche."

Nichtsdestotrotz war die Beziehung zu Bayern-Coach Guardiola nie so innig und eng wie mit "Kloppo", zu dem er heute noch viel Kontakt habe. "Ich sehe ihn als einen der wichtigsten Menschen in meinem Leben. Es besteht ein Vertrauensverhältnis zwischen uns", sagte Götze.

WM-Held will ins DFB-Team zurück

Nach drei Spielzeiten, drei Meisterschaften und zwei Pokalsiegen kehrte der deutsche Nationalspieler 2016 zum BVB zurück, doch zahlreiche Verletzungen und insbesondere eine Stoffwechselerkrankung verhinderten, dass Götze in Dortmund der "Alte" wurde.

Im Sommer 2020 endete das zweite Dortmunder Kapitel nicht so wie erhofft: "Das war enttäuschend, aber bei PSV habe ich den Faden schnell wiedergefunden", so Götze, der immer noch große Ziele hat:

"Der Ehrgeiz ist immer noch da. Mit PSV Meister werden, in die Nationalmannschaft zurückkehren, es gibt noch viel zu tun, wenn man 28 Jahre alt ist." Zu wünschen wäre es ihm.

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