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München - Hat Neymar den Wechsel vom FC Barcelona zu Paris Saint-Germain nie gewollt? Ein Bericht aus Spanien wirft ein völlig neues Licht auf den Mega-Transfer.

Der Tränenausbruch von Superstar Neymar ging um die Welt - weinte er aus ganz anderen Gründen als von ihm behauptet?

Ein bemerkenswerter Medienbericht aus Spanien legt das nahe. Und stellt fast alles in Frage, was man bisher über Neymars spektakulären 222-Millionen-Transfer vom FC Barcelona zu Paris Saint-Germain zu wissen glaubte.

Gedrängt von Papa Neymar?

Neymar habe diesen Wechsel gar nicht gewollt, berichtet die Marca, die eigentlich für ihre Nähe zu Barcas Rivalen Real Madrid bekannt ist.

Der Brasilianer habe versucht, Barca-Präsident Josep Bartomeu davon zu überzeugen, den Deal zu stoppen und sei dabei "bei zwei Gelegenheiten in Tränen ausgebrochen".

Neymar Sr. soll seinen Sohn zum Wechsel gedrängt haben
Neymar Sr. soll seinen Sohn zum Wechsel gedrängt haben © Getty Images

Nicht Neymar Jr., sondern Papa Neymar Sr. sei die treibende Kraft hinter dem Wechsel gewesen. Aus Gier nach Geld und Aufmerksamkeit habe er auch seinen Sohn vor sich hergetrieben.

Neymar ist "noch immer ein Kind"

Dazu passen die Aussagen von Neymar Sr. über seinen Sohn. "Heute braucht er noch nicht zu verstehen, wie viel Steuern er zahlen muss. Stellen Sie sich vor, wenn jemand wie er sich um Wasser-, Licht- und Telefonrechnungen kümmern müsste. Dann verliert er den Fokus", sagte Neymars Vater zuletzt der Bild am Sonntag.

Für ihn sei sein Sohnemann zudem "noch immer ein Kind" und lebe "seine kindliche Seite aus". "Fußballspielen ist für ihn Unterhaltung, ein Vergnügen."

Laut Marca ist es das aber derzeit in der französischen Hauptstadt noch nicht. Bis heute sei Neymar nicht überzeugt von seinem Glück in Paris.

Bei einem Besuch in Barcelona - wo seine Familie noch immer lebt - habe er den alten Kollegen mitgeteilt: "Denkt an mich, ich will wiederkommen." Ähnliches hatte zuvor auch die Zeitung Sport berichtet.

Pique-Tweet erscheint im neuen Licht

Der Marca-Bericht wirft auch ein neues Licht auf den berühmten Tweet von Barcas Gerard Pique, der auf dem Höhepunkt des Wechseltheaters für Total-Verwirrung sorgte.

"Er bleibt", hatte Pique unter ein gemeinsames Foto mit Neymar gepostet. Es sei ein verzweifelter Versuch gewesen, ihn zum Bleiben zu bewegen, obwohl er es besser gewusst hätte, sagte Pique hinterher.

Die Marca stellt es anders dar: Pique habe es nicht besser gewusst, er sei fest davon ausgegangen, dass Neymar bleiben würde. Weil Neymars Verhalten den klaren Eindruck vermittelte, dass er Barca treu bleiben wollte.

Neymar behauptet: Alles Lüge

Öffentlich beteuert Neymar das Gegenteil, dass er völlig überzeugt von seinem neuen Klub wäre, dass es eine Liebeshochzeit sei.

Diverse andere Medienberichte, dass es zwischen Neymar und PSG knirsche, wies er zu Beginn der Länderspielpause bei der berühmt gewordenen Tränen-PK mit Brasiliens Nationaltrainer Tite zurück. Es gebe keinen Zoff mit Trainer Unai Emery, keinen mit Sturmkollege Edinson Cavani. Alles Lügen, die ihm wehtun würden.

Glaubt man dem Marca-Bericht, muss der Grund für seinen Ausbruch ein anderer gewesen sein. In diesem Fall müsste Neymar einmal mehr geweint haben, weil er eine Lüge lebt.

Skeptisch beurteilt die Marca derweil die Berichte, dass Neymar PSG in Richtung Madrid verlassen könnte. Ausgeschlossen sei langfristig zwar nichts, die Real-Bosse seien an diesem Thema "nicht nah dran".

Auf der PSG-Pressekonferenz am Donnerstag bekräftigte Coach Emery: "Der Klub und der Präsident wollen, dass er bleibt und er wird hier bleiben."

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