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Rückkehr mit Retro-Elf: "König" Zidane feiert bei seinem Real-Comeback einen Sieg und setzt dabei auf viele Spieler, die unter Vorgänger Solari weniger zum Einsatz kamen.

Zinedine Zidane warf noch einen flüchtigen Blick über die Schulter, lächelte kurz und verschwand dann schnell in den Katakomben.

Seine Rückkehr ins Estadio Bernabeu nach exakt 309 Tagen, das wusste Zizou, geriet nicht sonderlich glanzvoll - doch das war ihm angesichts des 2:0-Erfolgs von Real Madrid gegen den Abstiegskandidaten Celta Vigo herzlich egal. 

Zidane will die Länderspielpause nutzen

"Das Wichtigste für die Spieler war es zu gewinnen. Für uns und für sie war es die Herausforderung", sagte Zidane und blickte sofort voraus: "Wir haben noch zehn Spiele und wollen die Saison bestmöglich beenden. Das ist sehr wichtig." In der nun anstehenden Länderspielpause haben das Team und er ein "bisschen Zeit, um zusammen zu arbeiten und ein Gefühl füreinander zu bekommen".

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Das Gefühl am Wochenende stimmte schon mal. Zidane, gewohnt schick gewandet in dunkelblauem Maßanzug, weißem Hemd und Krawatte, wurde von den Fans herzlich empfangen und lieferte nach zuvor vier Real-Heimpleiten in Serie dann das passende Resultat. Fast wirkte es so, als sei der Franzose, der den Klub vor seinem Abgang im Sommer zu drei Champions-League-Titeln hintereinander geführt hatte, nie weggewesen - was nicht bloß am pragmatischen Ergebnisfußball lag.

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Alte Bekannte in der Startelf

"König Zidane" (L'Equipe) setzte bei seiner Rückkehr voll auf seine alten Vasallen - und hatte mit seiner Retro-Elf durchweg Erfolg. Die Offensivkräfte Isco (erster Startelf-Einsatz seit Oktober 2018) und Gareth Bale trafen (62. und 77.), Keeper Keylor Navas und Außenverteidiger Marcelo sorgten dafür, dass Madrid erstmals nach neun Spielen ohne Gegentor blieb. Der Brasilianer Marcelo bereitete zudem das 2:0 vor.

"Die Vergangenheit ist die Zukunft", kommentierte die spanische Sportzeitung As am Sonntag. Die Marca sah bei dem zuletzt viel gescholtenen Bale das "beste Spiel der Saison".

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Verunsicherung war immer noch zu spüren

Doch die Strahlkraft Zidanes konnte auch die eklatanten Defizite Reals nicht verdecken. Die Madrilenen wirkten vor 65.054 Zuschauern auch in Spiel eins unter Zidane total verunsichert, im Spielaufbau hakte es gewaltig. Daran konnte auch Nationalspieler Toni Kroos, der 90 Minuten durchspielte, nichts ändern.

Und so wartet auf Zidane, der unter der Woche als Nachfolger von Santiago Solari einen Vertrag bis zum 30. Juni 2022 unterschrieben hatte, eine Menge Arbeit. Immerhin gibt es für den Rest der Saison ein neues Ziel: Durch den Ausrutscher Atletico Madrids ist der zweite Platz angesichts von nur noch zwei Punkten Rückstand wieder in Reichweite.

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