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Warum kehrt Zinedine Zidane zu Real zurück - und wie sieht sein Plan aus? Nach Zizous Sensations-Rückkehr beantwortet SPORT1 die wichtigsten Fragen zum Mega-Deal.

Am Montagabend um 20.08 Uhr betrat Zinedine Zidane den Presseraum im Santiago Bernabeu.

Modisch gekleidet im weißen Hemd, zerrissenen Jeans und farblich zum Jackett passenden grauen Sneakers. Seine Frau Veronique ganz im königlichen Weiß an seiner Seite.

Der 46-Jährige ist zurück bei Real Madrid. Seinem Herzensverein. Dem Klub, den er drei Mal in Folge zum Titel in der Champions League führte. Dem Klub, der nun einem Trümmerhaufen gleicht.

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Warum tut sich Zizou das an, wie will er Real wieder in die Spur bringen? SPORT1 beantwortet die wichtigsten Fragen zum Trainer-Beben in Madrid.

Bereut er seinen Rücktritt am Ende der vergangenen Saison?

Zidane betonte immer wieder, dass es seinerzeit alternativlos war, einen Schlussstrich zu ziehen. "Ich ging damals, weil ich das für mich gebraucht hatte. Der Klub vermutlich nicht. Ich aber schon, deshalb musste ich in diesem Moment gehen", erklärte er auf der Pressekonferenz.

Es sei die beste Entscheidung für alle Beteiligten gewesen. Auch für die Spieler sei ein neuer Impuls vonnöten gewesen. Inzwischen habe sich die Situation geändert. "Nach acht Monaten habe ich wieder Lust auf den Trainerjob. Ich habe meine Batterie wieder aufgeladen und bin wieder bereit."

Hat er Angst, sein Denkmal zu beschmutzen?

Zidane ist sich nach eigener Aussage der "großen Herausforderung und Verantwortung" bewusst. Dennoch werde ihm "niemand die Begeisterung nehmen, wieder zu trainieren". 

Er habe sich ohnehin so gefühlt, als sei er weiterhin Teil der Mannschaft. "Ich weiß, wo ich hier bin. Es gibt gute und schlechte Momente. Ich will, dass es der Mannschaft besser geht, man kann aber nicht immer erfolgreich sein, so ist der Fußball."

Wie will er Real wieder an die Spitze führen?

Einen klaren Plan hatte Zidane nicht in der Tasche - oder wollte ihn zumindest den anwesenden Presseleuten nicht mitteilen. 

Nur so viel ließ er sich entlocken: "Ich bin wieder Zuhause. Viel habe ich nicht zu sagen. Ich will jetzt wieder arbeiten und den Klub dort hinführen, wo er hingehört. Ab morgen beginnt meine Arbeit. Ich freue mich sehr darauf, mit dieser Mannschaft zu arbeiten."

Eine taktische Revolution ist aber ohnehin nicht zu erwarten. Zidane definierte sein Trainer-Dasein nicht wie Pep Guardiola oder Massimiliano Allegri über ausgeklügelte Matchpläne. Er versteht es perfekt, seinen Stars den Freiraum zu geben, den sie benötigen.  

Warum tut er sich das an und kehrt zurück?

Die treibende Kraft war eindeutig Präsident Florentino Perez. Einen Tag nach Reals Aus in der Champions League wählte er die Nummer seines Ex-Coaches.

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"Als wir dir vor fünf Tagen die Rückkehr angeboten haben, hast du deine Loyalität gegenüber Real Madrid wieder einmal unter Beweis gestellt, dein Engagement für diesen Klub", schwärmte Perez und rollte Zidane den roten Teppich aus.

"Zu Real Madrid kommt der beste Trainer der Welt. Wir sind stolz, dass du wieder bei uns bist. Du symbolisierst die Größe dieses Klubs." Auch der Empfänger der Liebesbekundungen machte keinen Hehl daraus, welche Rolle der starke Mann bei seiner Entscheidung gespielt hat.

"Ich bin hier, weil der Präsident mich angerufen hat. Ich liebe ihn und den Klub. Ich hatte keine Zweifel und konnte dem Präsidenten auch gar nicht absagen", erklärte Zidane.

Was passiert mit dem Kader?

Diverse Stars außer Form und unzufrieden, dazu andauernde Wechselgerüchte: Reals Kaderstruktur machte den Fans schon einmal mehr Freude.

Folgt nun im Sommer der große Umbruch? "Wir werden Dinge verändern, das ist sicher. Und das müssen wir für die nächsten Jahre auch. Wir haben nun Zeit, um darüber zu sprechen, was man tun kann", kündigte Zidane an.

Ob auch eine Rückkehr von Cristiano Ronaldo denkbar ist? Eher nicht. "Cristiano gehört zur Geschichte des Klubs, war hier einer der Besten. Aber es ist nicht der Moment, um über solche Dinge zu reden."

Stattdessen gilt es zu klären, was mit vorhandenen Spielern wie Isco, Marcelo oder Gareth Bale passieren wird, die zuletzt unter Santiago Solari kaum eine Rolle spielten.

"Die Spieler, die hier sind, haben eine Menge gewonnen. Was dem einen oder anderen passiert ist - das werde ich nicht kommentieren. Ich arbeite jetzt wieder mit ihnen und will meinen Job gut machen."

Aber auch in Sachen Neuzugänge hofft Reals Boss auf den Zidane-Zauber. Angesprochen auf Kylian Mbappe, erklärte Perez mit einem Grinsen, dass Zidane ja dessen Landsmann sei.

Dabei ließ er sich zu folgender Aussage hinreißen: "Da könnte er etwas regeln. Wir müssen jetzt erst einmal die Saison zu Ende bringen und dann die nächste vorbereiten", sagte der 72-Jährige.

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