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Real Madrid muss lange auf Marco Asensio verzichten. Zinédine Zidane muss tüfteln. Dabei kommt auch ein Systemwechsel infrage - oder eine neuerliche Einkaufstour?

Real Madrid muss mehrere Monate auf Marco Asensio verzichten, nachdem sich der spanische Nationalspieler beim Testspielsieg gegen den FC Arsenal (3:2 i.E.) ohne Fremdeinwirkung einen Riss des vorderen Kreuzbandes und des äußeren Meniskus im linken Knie zugezogen hat.

Der 23 Jahre alte Linksaußen erzielte zuvor noch den Treffer zum 2:2 gegen die Gunners, musste dann aber in der 65. Minute ausgewechselt werden, und soll in den nächsten Tagen operiert werden.

Für den spanischen Rekordmeister ist dieser Ausfall extrem bitter, da Coach Zinédine Zidane mit ihm als Stammspieler geplant hatte.

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SPORT1 zeigt auf, wie die Königlichen Asensios Ausfall auffangen können.

Vinicius oder Vazquez als Alternativen?

Im 4-3-3-System sollte eigentlich Neuzugang Eden Hazard den linken Flügel besetzen, Asensio den rechten, während im Sturmzentrum Karim Benzema für die Tore sorgen sollte.

Nach Asensios Knieverletzung hat nun Vinicius Junior die besten Karten auf einen Stammplatz. Der brasilianische Flügelstürmer spielte in der vergangenen Spielzeit anfangs in Reals Castilla, ehe er im Laufe der Saison in die erste Mannschaft hochgezogen wurde.

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In 31 Einsätzen zahlte Vinicuis Jr. das in ihn gesetzte Vertrauen mit drei Toren und zwölf Vorlagen zurück. Der 19-Jährige hat einen starken rechten Fuß, kann auf beiden Außenbahnen eingesetzt werden und glänzt dabei vor allem mit seiner Schnelligkeit und seinen Dribblings.

Lucas Vazquez ist einer von zwei gelernten Rechtsaußen in Reals-Kader und macht sich ebenfalls Hoffnungen auf einen Stammplatz. Der 28-Jährige geht in dem Star-Ensemble leicht unter, da der Spanier keinen so klangvollen Namen hat.

Doch im Klub wird Vazquez sehr geschätzt. Seine Statistiken sind auch nicht gerade schlecht. In 183 Spielen traf der Flügelstürmer 21 Mal und legte 44 Tore auf.

Bale ohne Chance - Rodrygo in Lauerstellung

Gareth Bale gehörte zum legendären BBC-Sturm um Cristiano Ronaldo und Benzema, doch der rechte Flügelstürmer hat unter Zidane keine Zukunft mehr. Der walisische Superstar steht zum Verkauf, nur das hohe Gehalt von 17 Millionen Euro kann kaum ein anderer Klub stemmen.

Deshalb ist ein Wechsel bisher auch nicht realisiert worden. Trotz des Asensio-Ausfalls planen die Königlichen aber nicht weiter mit dem 30-Jährigen. Sein Vertrag läuft noch bis 2022.

Stattdessen könnte ein Talent profitieren. 45 Millionen Euro ließen sich die Königlichen Rodrygos Dienste kosten. Der 18 Jahre alte Brasilianer ist in Europa (noch) ein unbeschriebenes Blatt, doch sein Talent ist unbestritten. Der Rechtsfuß sagte bei seiner Vorstellung: "Am liebsten spiele ich auf den Flügeln, vor allem auf der linken Seite."

Problem nur: Dort ist Hazard gesetzt. Ähnlich wie beim belgischen Superstar sind Rodrygos Stärken seine Geschwindigkeit und seine Dribblings. Der 18-Jährige bezeichnet sich selbst als "Instinkt-Stürmer mit einem guten Torriecher". Rodrygo wird sich aber erstmal an die spanische Liga gewöhnen und sich hintenanstellen müssen.

Japanischer Youngster vor Durchbruch?

Im Januar 2019 schnappten sich die Madrilenen zudem Brahim Diaz von Manchester City. Ablöse: 17 Millionen Euro. Der 19-Jährige ist beidfüßig, ein feiner Techniker und kann in der offensiven Dreierreihe alle Positionen bekleiden. Der Spanier hat aber nur Außenseiterchancen, Real will Diaz wohl ausleihen, um ihm Spielpraxis zu ermöglichen.

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Spielmacher Isco könnte zur Not auch von der Zehn auf den rechten Flügel rücken, während Ex-Bayern-Star James Rodríguez auf Vereinssuche ist. Der Kolumbianer ist bei Atlético Madrid, Napoli und dem AC Mailand im Gespräch.

Takefusa Kubo hat in der Sommer-Vorbereitung einen regelrechten Hype ausgelöst. Im Internet verbreiten sich die Clips, in denen das japanische Mega-Talent mit seinen Tricks gestandene Real-Profis wiederholt vernascht und alt aussehen lässt, wie ein Lauffeuer.

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Der 18-Jährige spielt zwar am liebsten auf der Zehn, könnte nun aber die Gunst der Stunde nutzen und sich als Rechtsaußen empfehlen. Zidane ist vom früheren Barca-Jugendspieler begeistert, will Kubo aber nicht verheizen, sondern in Ruhe aufbauen.

Systemumstellung auf 4-4-2

Nachdem in der vergangenen Saison die Tore von Ronaldo schmerzlich vermisst wurden, investierten die Königlichen 60 Millionen Euro in Frankfurts Stürmer-Star Luka Jovic.

Der Serbe könnte der Katalysator für eine Systemumstellung sein. In einem 4-4-2 könnte er neben Benzema auflaufen und so für mehr Durchschlagskraft im Angriff sorgen.

Im Mittelfeld würde Casemiro dann den Sechser geben, auf den Halbpositionen Toni Kroos und Luka Modric auflaufen sowie auf der Zehn Hazard die Stürmer in Szene setzen.

Schlägt Real noch einmal auf dem Transfermarkt zu?

Doch auch eine neuerliche Einkaufstour ist bei Real immer eine Option.

In den Medien geistern immer wieder Gerüchte um eine Verpflichtung von Neymar oder Kylian Mbappé herum. PSG wird den französischen Weltmeister aber nicht abgeben, während der Brasilianer am liebsten zu seinem Ex-Klub, dem FC Barcelona, zurückkehren will.

Zudem wären beide Superstars aktuell für Real finanziell kaum zu stemmen, auch wenn durch Spielerverkäufe 115 Millionen Euro eingenommen wurden. Denn die Königlichen haben bereits 303 Millionen Euro auf dem Transfermarkt ausgegeben.

Wunschspieler von Real-Coach Zidane ist dem Vernehmen nach ohnehin sein Landsmann Paul Pogba. Um ihn von Manchester United wegzulocken, müssten aber wohl zunächst noch Bale und James sowie weitere Spieler zu Geld gemacht werden.

Fazit: Folgen des Asensio-Ausfalls

Real Madrid wird den Asensio-Ausfall mit dem vorhandenen Kader auffangen (müssen), da sonst Ärger mit dem Financial Fairplay droht. Und einen Schnell-Schuss auf dem Transfermarkt wird es nicht geben.

Vinicius Jr., Rodrygo, Kubo und Co. müssen nun ihre Chance nutzen, um sich auf dem rechten Flügel festzuspielen, ansonsten wird Zizou wohl auf ein 4-4-2-System umstellen, bis Asensio im Februar 2020 wieder zurückkehrt.

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