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München - Der FC Barcelona darf auf dem Transfermarkt nochmals zuschlagen und entscheidet sich für einen Dänen. Der Wechsel könnte dessen aktuellen Klub ins Chaos stürzen.

Am Montag erhielt der FC Barcelona endlich grünes Licht, am Donnerstag vermeldeten die Katalanen schließlich Vollzug.

Dank einer Sonderklausel war Barca nach der Langzeitverletzung von Ousmane Dembélé dazu berechtigt, sich nach Ersatz umzusehen.

Dabei musste der Klub zwei Bedingungen beachten: Der Neuzugang musste entweder vereinslos sein oder in Spanien spielen, zudem ist er nur in nationalen Wettbewerben spielberechtigt. Die Wahl fiel auf: Martin Braithwaite.

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Der FC Barcelona zog die Ausstiegsklausel in Höhe von 18 Millionen Euro, stattete den bisherigen Angreifer von Abstiegskandidat CD Leganés mit einem Vertrag bis 2024 aus - inklusive stattlicher Ausstiegsklausel in Höhe von 300 Millionen Euro.

Viel Geld für einen, der in seiner Karriere schon viel herum gekommen ist. Und der bei Barca nun die Ausfälle der Langzeitverletzten Dembélé und Luis Suárez kompensieren soll.

Braithwaite wird Kapitän in Toulouse

Braithwaite ist dänischer Nationalspieler guyanischer Abstimmung, traf in seinen letzten drei Länderspielen und kommt insgesamt auf sieben Tore in 39 Nationalmannschafts-Einsätzen. Vor La-Liga-Klub Leganés hat der 28-Jährige schon in England und Frankreich gespielt.

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Seine erfolgreichste Zeit hatte Braithwaite in der Ligue 1, für den FC Toulouse erzielte er in vier Saisons 35 Tore und stieg zum Mannschaftskapitän auf. 2017 zahlte der FC Middlesbrough über elf Millionen Euro für den Offensivmann, in England setzte er sich aber ebensowenig durch wie bei seiner anschließenden Leihe zu Girondins Bordeaux.

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Leganés droht Fiasko im Sturm

Der als Außen- und Mittelstürmer einsetzbare Braithwaite spielte die vergangene Saison ebenfalls auf Leihbasis in Leganés und überzeugte, der Tabellenvorletzte sicherte sich im Sommer 2019 für fünf Millionen Euro fest die Dienste des Nationalspielers.

Im Kampf gegen den Abstieg ist Leganés eigentlich auf seine Tore angewiesen: Sturmpartner Youssef En-Nesyri wurde im Winter für 20 Millionen Euro zum FC Sevilla transferiert, die übrigen Angreifer im Kader warten noch auf ihr erstes Saisontor.

Nun verlässt der Stürmer Leganés tatsächlich Richtung Barcelona - und bringt seinen Klub damit in eine prekäre Situation. Schließlich steht Leganés plötzlich ohne seinen besten Torschützen (8 Tore in 27 Spielen) da. Die Mission Klassenerhalt wird für den Tabellenvorletzten so zur besonderen Herausforderung.

Leganés beklagt "enormen und ernsthaften Schaden"

Da der Däne, der in der Vergangenheit mehrfach auch bei Werder Bremen und dem VfL Wolfsburg im Gespräch war, über eine Ausstiegsklausel verfügte, konnte Leganés bei dem Angebot Barcas nichts ausrichten.

Sehr zum Ärger von Leganés. "Wir wollen unsere Stimme erheben", sagte Generaldirektor Martín Ortega. "Wir befinden uns in einer Situation von enormem und ernsthaftem Schaden." Er kritisierte die Regelung des Verbands: "Wir glauben, dass die Regel nicht fair ist und Barcelona davon profitiert hat."

18 Millionen Euro Ablöse

Für nur 18 Millionen Euro waren die Dienste des torgefährlichen, laufstarken und vor allem pfeilschnellen Braithwaite zu haben.

Medienberichten zufolge will nun auch Leganés nochmals nachrüsten. Dass die spanische Liga allerdings auch in diesem Fall nachgibt und dem Verein einen zusätzlichen Transfer bewilligt, ist unwahrscheinlich.

Der Stürmer dürfte beim Meister vor allem als Joker zum Einsatz kommen und eine ähnliche Rolle einnehmen, wie sie in der vergangenen Saison Kevin-Prince Boateng inne hatte. Ob er als typischer Konterstürmer ins vom Ballbesitz geprägte Barca-Spiel passt, ist dagegen eher fraglich.

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Letztlich war die Verpflichtung eine Frage der Alternativen, zuletzt wurden Ángel Rodriguez (Getafe) und Lucas Pérez (Álaves) bei Barca gehandelt. Beide Angreifer sind allerdings schon jenseits der 30 und wurden als Kandidaten offenbar verworfen.

Barcas Wunschspieler heißt vielmehr Martin Braithwaite.

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