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Zinedine Zidane hält trotz der Krise an seinen Stars bei Real Madrid fest. Der Coach vertraut der zweiten Reihe nicht. Real hat Millionen für Flops versenkt.

Zinédine Zidane hat am Mittwoch im Pokal das gemacht, was er so selten macht: rotieren.

Gegen den Drittligisten CD Alcoyano gab Zidane seinen zahlreichen (Edel-)Reservisten - Isco, Odriozola und Marcelo, um nur ein paar Namen zu nennen - die Chance, sich zu beweisen - und diese enttäuschten auf ganzer Linie.

So sehr, dass Real trotz Überzahl in der Verlängerung verlor. Kein Wunder also, dass der Franzose seit Wochen immer auf die gleichen Spieler setzt.

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Mit Dani Carvajal, Sergio Ramos, Casemiro, Toni Kroos, Luca Modric, Karim Benzema und Lucas Vazquez bringt der Coach konsequent sieben Spieler, die bereits 2016 beim ersten Triumph in der Champions League unter der Regie von Zidane im Finale auf dem Feld standen. Die aktuelle Stamm-Elf füllen mit Raphael Varane und Marco Asensio zwei weitere Akteure auf, die 2016 noch Ersatz waren. 

Grund für dieses verbissene Festhalten am mittlerweile gealterten Mannschaftskern ist vor allem die schlechte Transferpolitik der Königlichen. 

Real gab seit 2018 395 Millionen Euro aus

Trotz des vergangenen Sommers, in dem nicht ein Cent für Neuzugänge ausgegeben wurde, sind die Zahlen dramatisch schlecht. In den vergangenen drei Jahren gab der amtierende Meister von La Liga satte 395 Millionen Euro aus - und setzte das meiste Geld für Flops in den Sand. 

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Zahlreiche Transfers funktionierten überhaupt nicht. Das macht ein Blick auf das aktuelle Stammpersonal deutlich. Mit Keeper Thibaut Courtois (kam 2018 für 35 Millionen Euro von Chelsea) und Linksverteidiger Ferland Mendy (wechselte 2019 für 48 Millionen Euro von Lyon) gehören nur zwei Star-Einkäufe zu Zidanes Vertrauten. 

Stattdessen ist die Liste der Neuzugänge, die weit hinter den Erwartungen zurückliegen, lang. 

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Vor allem von Eden Hazard hatten sich die Königlichen viel mehr erwartet. Für den Belgier legten die Spanier 2019 100 Millionen Euro auf den Tisch und eisten den Star so von Chelsea los. Der vermeintliche Erbe von Cristiano Ronaldo auf dem Flügel kam aber durch Verletzungen und Gewichtsprobleme bisher nie in die Nähe seiner Topform. 

Die zweite große Enttäuschung beim weißen Ballett ist Martin Odegaard. Der Norweger blühte bei San Sebastian in den vergangenen Spielzeiten auf und wurde nach seiner Leihe im vergangenen Sommer zurückgeholt. Das ehemalige Wunderkind hat bisher aber keinen Fuß auf den Boden bei den Madrilenen bekommen. 

Hazard, Jovic und Co. sind alle Flops

Vor allem der Sommer 2019 ging als Flop-Transferperiode in die Geschichte ein. Mit Luka Jovic (60 Millionen Euro Ablöse an Eintracht Frankfurt), Éder Militao (50 Millionen Euro Kosten an Porto), Reinier (30 Millionen Euro Ablöse Flamengo) und Rodrygo (40 Millionen Euro Transfererlös für Santos) kamen vier hochtalentierte Nachwuchsstars für insgesamt 180 Millionen Euro. Sie alle fanden sich nie zurecht. Mit Jovic und Reinier sind inzwischen zwei der damaligen Hoffnungsträger sogar wieder verliehen. 

Jovic sammelt Selbstvertrauen bei Eintracht Frankfurt und Reinier spielt beim BVB keine Rolle. 

Auch die Shopping-Tour im Sommer 2018 lohnte sich nicht. 

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Vinicius (45 Millionen Euro Ablöse an Flamengo), Mariano Diaz (22 Millionen Euro an Lyon) und Brahim Diaz (17 Millionen Euro Kosten an Manchester City) sind allesamt Fehleinkäufe gewesen. 

Kommt Alaba ablösefrei?

Besonders bitter für den durch die Coronapandemie ebenfalls schwer getroffenen Klub: Die Flops haben allesamt massiv an Marktwert eingebüßt. Die Summen, die sie damals gekostet haben, werden sie nicht annähernd wieder in die Kasse spülen.

Deshalb sind Zidane auch in der aktuellen Transferperiode die Hände gebunden. 

Stattdessen geht Real zu einer neuen Taktik über. Mit David Alaba jagt der Klub einen Star, der aufgrund seines auslaufenden Vertrags beim FC Bayern im Sommer ablösefrei zu bekommen ist.

Das Millionen-Loch durch viele falsche Einkäufe hat also für ein Umdenken gesorgt. 

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