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München - Nach dem Rücktritt von Josep Maria Bartomeu steigt beim FC Barcelona heute die Präsidentschaftswahl. Sie könnte auch Einfluss auf die Zukunft von David Alaba haben.

Ausgerechnet zum Start der Woche der Wahrheit wurden am Montag die Büroräume der Katalanen aufgrund der "Barcagate"-Affäre von der Polizei durchsucht. So wurde unter anderem Ex-Präsident Josep Maria Bartomeu, welcher im Oktober zurückgetreten war, vorläufig festgenommen.

Die Geschehnisse sorgten auch bei den verbleibenden drei Präsidentschaftskandidaten für Reaktionen. Alle drei bedauerten in einer Debatte die Vorkommnisse und sprachen von einem schweren Imageschaden für Barca.

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Allerdings fokussierte sich die Gesprächsrunde auch auf die anstehende Wahl. Joan Laporta, einer der Anwärter, stellte klar, dass im Falle seiner Wahlniederlage Superstar Lionel Messi "nicht bei Barcelona bleiben wird". Gewinnt Laporta, bleibt Messi - und kommt womöglich David Alaba zu den Katalanen?

Laporta hat jedenfalls beste Kontakte zu Alabas berüchtigtem Berater Pini Zahavi.

SPORT1 zeigt, was die Kandidaten den Barca-Anhängern sonst noch versprechen:

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- Joan Laporta

Der haushohe Favorit. War bereits von 2003 bis 2010 Präsident Barcas. Laporta will alles daran setzen, dass Messi bleibt. Dafür ist der Rechtsanwalt nicht nur bereit, tief in die Tasche zu greifen. "Was ich ihm zurückgeben möchte, ist seine Fröhlichkeit. Das ist nicht nur eine Frage des Geldes, dafür muss man ein wettbewerbsfähiges Team zusammenstellen", sagte Laporta bei Radio Marca und COPE.

In der Debatte machte er nun nochmal deutlich, wie sehr eine Barca-Zukunft von Messi mit seiner Person verknüpft sei. "Ich habe ein tolles Verhältnis zu Leo. Er wird sich mit dem Angebot, das ich ihm machen werde, auseinandersetzen", versprach Laporta.

Außerdem erklärte er gegenüber seinen Konkurrenten: "Messi war nicht glücklich, als Freixa im Vorstand war." Mehrfach betonte Laporta, dass Messi "gehen wird, wenn einer der anderen Kandidaten gewinnt".

Und dann wäre da noch die Personalie David Alaba. Nach SPORT1-Informationen hat der Noch-Bayer noch keine Entscheidung über seine Zukunft getroffen. Auch, weil sein Berater Pini Zahavi genau nach Barcelona blickt. Zwar ist Real Madrid weiterhin der Favorit im Alaba-Poker, gewinnt Zahavi-Freund Laporta allerdings, könnte sich das Blatt noch einmal wenden.

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Laporta verriet zuletzt zudem, dass er in Kontakt mit Mateu Alemany, Ex-Valencia-Sportchef, über ein mögliches Engagement steht: "Es gibt die Möglichkeit, dass er Teil meines Projektes ist."

Messi-Fan Joan Laporta war schon von 2003 bis 2010 Präsident von Barcelona
Für Joan Laporta hat die Personalie Lionel Messi oberste Priorität © Imago

- Toni Freixa

Er kündigte bei Spox und Goal an, Trainer Ronald Koeman den Rücken stärken zu wollen. "Ronald Koeman ist der Trainer. Der Klub braucht Stabilität. An Johan Cruyff hat man trotz zweier Spielzeiten festgehalten, die nicht die besten waren - und dann hat er vier Meisterschaften gewonnen."

Xavi werde zwar früher oder später die Chance bekommen, Trainer zu werden, der Zeitpunkt sei jedoch noch nicht gekommen.

Anders als für seine Kontrahenten steht für Freixa nicht der Verbleib Messis über allem. "Das Wichtigste an Barca ist der Klub. Wir sind von niemandem abhängig. Messi ist alles gewesen, und er muss weitermachen - ich will, dass er weitermacht, aber eines Tages wird er dennoch gehen müssen. Das ist keine Frage, die mir den Schlaf raubt."

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Zudem versprach der gebürtige Katalane bei RAC1 einen zahlungskräftigen Investor: "Wir arbeiten bereits seit einiger Zeit daran und können sagen, dass wir eine Absichtserklärung mit einem Investor getroffen haben, der 250 Millionen Euro für 49 Prozent der Barca Corporate zahlen will."

Im Falle eines Sieges von Freixa würde wohl Ex-Barca-Verteidiger Lluís Carreras neuer Sportchef werden.

Toni Freixa will an Trainer Ronald Koeman festhalten
Toni Freixa will an Trainer Ronald Koeman festhalten © Imago

- Victor Font

Möchte Xavi zurückholen, um ihn nach dem Vorbild von Sir Alex Ferguson bei Manchester United zum "General Manager" von Barca zu machen.

Der 48-Jährige plant zudem, im Falle des Wahlsieges Jordi Cruyff, den Sohn von Barca-Ikone Johan Cruyff, zum Sportdirektor zu machen.

Bei El Nacional verriet Font, dass er auch den Trikotsponsor ändern möchte: "Wir haben einen Plan, der Teil eines ambitionierteren Plans im sozialen Bereich ist, der vorsieht, UNICEF wieder auf das Trikot zurückzuholen."

Font, der in der Vergangenheit großspurig angekündigt hatte, Koeman entlassen zu wollen ("Wenn ich Präsident werde, wird Koeman nicht mehr Trainer sein"), ruderte diesbezüglich zuletzt zurück: "Wir müssen ihm das maximale Vertrauen geben. [...] Wenn es mit Koeman schief geht, wird Xavi nächstes Jahr der Trainer sein."

Zusätzlich holte Font kürzlich nochmal zum Frontalangriff gegen Laporta aus. "Es ist keine Meinung zu sagen, dass Laporta kein Projekt hat, es ist eine Tatsache", lautete die Ansage.

Víctor Font (l.) gilt als einer der Favoriten auf den Präsidentschaftsposten
Víctor Font (l.) gilt als einer der Favoriten auf den Präsidentschaftsposten © Imago
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