Der nächste Maldini: Milans mächtige Dynastie lebt weiter
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München - Der Name Maldini hat in Mailand einen ganz besonderen Klang. Nun macht sich Daniel daran, die Familientradition bei Milan in dritter Generation fortzuführen.

Als vor 65 Jahren ein gewisser Cesare Maldini beim AC Mailand aufschlug, konnte noch niemand ahnen, dass dieser 1. Juli 1953 der Beginn einer echten Dynastie sein würde.

Der Name Maldini gilt seitdem als Synonym für erstklassige Abwehrarbeit, vor allem aber für Vereinstreue - und das schon in der dritten Generation.

Der neueste Sprössling des Familienclans ist Daniel, der derzeit seine ersten Schritte bei den Rossoneri macht. Cheftrainer Gennaro Gattuso holte den 16-Jährigen ins Mannschaftstraining der Profis, nachdem sich die Reihen durch zahlreiche Länderspieleinsätze gelichtet hatten.

Anders als Christian, seinem vier Jahre älteren Bruder, der aus den Untiefen des italienischen Amateurfußballs nicht herauskommt, wird Daniel zugetraut, in die Fußstapfen des 2016 verstorbenen Großvaters Cesare und Papa Paolo (50) zu treten. 

"Er wird uns noch verblüffen" 

Dass der Teenager woanders als beim AC Mailand seine Laufbahn starten würde, stand nie zur Debatte. Allerdings durchbricht er anderweitig die Familientradition: Im Gegensatz zum Rest des Maldini-Clans besteht sein Hauptjob nicht, Tore zu verhindern, sondern sie zu erzielen. Er ist Stürmer.

Daniels Jugendtrainer Filippo Galli, selbst Mitglied der goldenen Milan-Zeiten in den 90er-Jahren, traut seinem Schützling Großes zu: "Wenn du Maldini heißt, ist klar, dass du automatisch in den Fokus der Öffentlichkeit gerätst. Aber ich muss zugeben, dass seine Entwicklung im vergangenen Jahr exzellent verlief. Er wird das Versprechen einhalten und uns noch verblüffen."

Mit 13 Treffern in Milans U17 deutete er in der vergangenen Saison bereits seine Torjägerqualitäten an. Zudem erwies er sich als äußerst flexibel und wurde während der Saison auf fünf verschiedenen Offensivpositionen eingesetzt.

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All das könnte ihn dazu befähigen, die Maldini-Dynastie auf dem Platz fortzuführen.

Paolo Maldini bei seinem Abschiedsspiel 2009 mit seinen Söhnen Christian (r.) und Daniel © Imago

Andererseits: Selbst ohne den Durchbruch der dritten Generation behielte der Name Maldini noch immer seinen herausragenden Ruf in der Stadt. Dafür sorgt vor allem Paolo, der als Inbegriff von Abwehrkunst und Loyalität einen unzerstörbaren Ruf bei den Milan-Fans besitzt.

Zurück zur alten Liebe

Der einstige Abwehrchef, der noch im Alter von 41 Jahren auf dem Platz stand, war jahrelang von den Vereinsverantwortlichen bekniet worden, eine Aufgabe im Management zu übernehmen. 

Paolo, der die Entwicklungen im Klub seit seinem Rücktritt kritisch kommentierte, ließ sich jedoch nicht dazu überreden, dem schleichenden Verfall seines Klubs entgegenzuwirken. 

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Zu sehr hatten sich die Lombarden von ihren früheren Idealen entfernt, spätestens nachdem im April 2016 die Fininvest um Silvio Berlusconi ihre gesamten Anteile am Klub an den chinesischen Hauptinvestor Li Yonghong verkauft hatte.

Mittlerweile hat die US-amerikanische Investmentgesellschaf Elliott Management Corporation die Führung des Vereins übernommen, was Maldini aber nicht davon abhielt, seine kritische Haltung aufzugeben. 

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Denn während Daniel in Milans U17 aufblühte, schien Paolo nun doch der richtige Zeitpunkt gekommen zu sein, die Verbundenheit mit seinem Verein auch wieder öffentlich zu dokumentieren. Im August dieses Jahres trat er schließlich eine neu geschaffene Stelle in der Geschäftsleitung an und firmiert nun als "Direktor für strategische Entwicklung im Bereich Sport".  

Drei Maldinis im Stadion

In dieser Funktion sah Paolo am vergangenen Samstag ein ganz besonderes Spiel auf der Zuschauertribüne im Trainingszentrum Milanello.

Im Testspiel des AC Mailand gegen Pro Piacenza standen beide Söhne auf dem Platz. Während Christian in der Abwehr des Serie-C-Klubs auflief, wurde Daniel in der zweiten Hälfte bei Milan eingewechselt. 

Übrigens: Paolo hatte sein (Pflichtspiel-)Debüt im Trikot der Rossoneri ebenfalls mit 16 gefeiert. Dass es bei Daniel nur ein Freundschaftsspiel war, tat der Freude keinen Abbruch. 

Und so gibt es auch 65 Jahre, nachdem sich Cesare aus seiner Geburtsstadt Triest nach San Siro aufmachte, keine Anzeichen dafür, dass der Name Maldini beim AC Mailand in Vergessenheit geraten könnte.

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