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Neapel-Profi Kalidou Koulibaly wird von Inter-Fans rassistisch beleidigt. Neapel-Trainer Carlo Ancelotti reagiert sehr aufgebracht, Inter wird hart bestraft.

Hässliche Szenen bei der Partie zwischen Inter Mailand und SSC Neapel am Mittwochabend.

Neapel-Verteidiger Kalidou Koulibaly wurde von den Inter-Fans bei der 0:1-Niederlage seines Teams rassistisch beleidigt. Er wurde mehrfach mit Affenlauten von der Tribüne provoziert. 

Als Reaktion auf das Verhalten der Inter-Anhänger verurteilte die Disziplinarkommission der italienischen Liga den Verein zu zwei Heimspielen ohne Zuschauerbeteiligung.   

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In der aufgeheizten Atmosphäre hatte Koulibaly Inters Matteo Politano gefoult und dafür die Gelbe Karte gesehen. Anschließend applaudierte er dem Schiedsrichter für diese Entscheidung und wurde umgehend mit Gelb-Rot vom Platz gestellt. Zu diesem Zeitpunkt stand es noch 0:0.

Koulibaly: "Stolz auf meine Hautfarbe"

Der 27-Jährige entschuldigte sich nach der Partie bei seinen Teamkollegen und sagte, dass er stolz sei "auf meine Hautfarbe, darauf, dass ich ein Senegalese bin, ein Franzose, Napolitaner: ein Mann."

Auch Juventus-Superstar Cristiano Ronaldo reagierte auf den Vorfall. "Auf der Welt und im Fußball will ich immer Respekt und Anstand. Nein zu Rassismus und Diskriminierung", schrieb der Portugiese auf Instagram. 

Napoli-Trainer Carlo Ancelotti war nach dem Schlusspfiff aufgebracht: "Was heute passiert ist, ist nicht nur für uns nicht gut. Es ist auch nicht gut für den italienischen Fußball insgesamt." 

Und weiter: "Es tut mir sehr leid für Koulibaly. Wir haben dreimal nachgefragt und das Schiedsrichtergespann aufgefordert, die Partie zu unterbrechen."

Ancelotti droht: "Beim nächsten Mal hören wir auf zu spielen"

Im Stadion soll es drei Lautsprecherdurchsagen gegeben haben, in denen die Zuschauer aufgefordert wurden, die Beleidigungen gegenüber Koulibaly zu unterlassen. 

"Beim nächsten Mal hören wir einfach auf zu spielen, auch wenn wir dadurch das Spiel verlieren", erklärte Ancelotti. "Uns wird immer wieder gesagt, dass Partien unterbrochen werden können. Aber wann? Erst nach vier oder fünf Durchsagen?"

Mailands Bürgermeister Giuseppe Sala verurteilte die Beleidigungen ebenfalls und beschrieb sie in einem Facebook-Post als "schandvolle Tat gegenüber einem wahren Athleten, der seine Hautfarbe mit Stolz trägt". Er entschuldigte sich bei Koulibaly, auch im Namen der Bürger Mailands.

Koulibaly wurde nicht das erste Mal Opfer von rassistischen Beleidigungen. Im Februar 2016 wurde er beim Gastspiel bei Lazio Rom mit rassistischen Rufen von den Rängen beleidigt. Damals war die Partie für vier Minuten unterbrochen worden und Lazio wurde zu zwei "Geisterspielen" verurteilt.

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