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Kevin-Prince Boateng spielt für den AC Florenz
Kevin-Prince Boateng spielt für den AC Florenz © Getty Images
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Kevin-Prince Boateng kann das ausbleibende Verfahren gegen Clemens Tönnies nicht nachvollziehen. Er spricht auch über den geplatzten Juve-Wechsel seines Bruders.

Kevin-Prince Boateng hätte sich eine andere Strafe für Schalkes Aufsichtsratschef Clemens Tönnies nach dessen rassistischen Aussagen gewünscht.

Die Ethikkommission des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) hatte auf ein Verfahren gegen Tönnies verzichtet, Tönnies selbst legte als Konsequenz fest, dass er sein Amt als Aufsichtsratsvorsitzender bis Mitte November ruhen lässt.

"Einem Mann in seiner Position darf so etwas nicht passieren. Wenn gesagt wird, das sei ein Ausrutscher gewesen - ich weiß nicht, wie solche Sachen rausrutschen sollen. Seine drei Monate Pause, wem bringen die etwas? Niemandem! Da hätte man ein anderes Zeichen setzen müssen", sagte der frühere Schalke-Profi Boateng der Sport Bild.

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Boateng kritisiert Tönnies und fehlendes Durchgreifen

Tönnies hatte am 1. August in einer Rede zum Unternehmertum die Finanzierung von Kraftwerken in Afrika empfohlen und dabei gesagt: "Dann würden die Afrikaner aufhören, Bäume zu fällen, und sie hören auf, wenn's dunkel ist, Kinder zu produzieren."

Boateng, der sich mehrmals öffentlich gegen Rassismus eingesetzt hat und 2013 vor der UNO in einer Rede mehr Engagement gegen Rassismus eingefordert hatte, hätte sich ein anderes Durchgreifen gewünscht.

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"Die Möglichkeit war da, allen zu zeigen, dass so etwas nicht akzeptiert wird. Nicht in Deutschland. Nicht in der Bundesliga. Nicht in unserem Verein", sagte der 32-Jährige, der seit diesem Sommer für den italienischen Erstligisten AC Florenz spielt.

Boateng erklärt Wechsel nach Florenz

Boateng erklärte, warum er den Schritt nach Florenz einer Rückkehr zu Eintracht Frankfurt in die Bundesliga vorzog.

"Das neue Projekt hier ist gut, der Mix aus Jung und Alt", so Boateng. Zudem sei die Nähe zu seiner Familie "ein wichtiger Grund, warum ich mich für Florenz entschieden habe". Laut eigener Aussage braucht Boateng mit dem Zug nur eine Stunde und vierzig Minuten, bis er bei Frau Melissa und Sohn Maddox in Mailand ist.

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Wie auch Boateng war Franck Ribéry im Sommer nach Florenz gekommen. Beide reize es, nach Platz 16 im Vorjahr zu helfen. "Das ist für Franck und mich eine coole Challenge", erklärte Boateng.

Boateng: Hätte Jérôme das mit Juve gegönnt"

Er hätte seinen Bruder Jérôme gerne in der Serie A bei Juventus Turin gesehen. "Auf jeden Fall hätte ich ihm das mit Juve gegönnt. Das ist ein Riesen-Verein", meinte Boateng.

Die Serie A sei "extrem interessant, der Bundesliga derzeit sogar einen Tick voraus. Ich habe ihm auch gesagt, dass er - wenn er die Möglichkeit hat - auf jeden Fall zu Juve gehen soll", sagte Boateng.

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Es wäre "eine Riesen-Sache gewesen, ihn hier zu sehen. Auch, weil er - so wie es derzeit aussieht - beim FC Bayern nicht viel spielen würde. Eine neue Challenge, eine neue Kultur kennenlernen, eine neue Sprache. Das wäre perfekt."

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