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Gianluigi Buffon erlebte mit Juventus Turin einen skurrilen Abend
Gianluigi Buffon erlebte mit Juventus Turin einen skurrilen Abend © Imago
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München - Skandal in der Serie A. Der SSC Neapel darf aufgrund von Coronafällen bei Juventus Turin nicht antreten. Die Liga reagiert aber völlig überraschend.

Was für eine skurrile Szenerie im Allianz Stadium in Turin. Die Startaufstellung wurde bereits veröffentlicht. Fans und Pressevertreter waren vor Ort und selbst die Einlaufmusik wurde bereits gespielt.

Doch wenige Minuten nach dem angesetzten Anpfiff stand Juve-Legende Gianluigi Buffon noch mit betretener Miene mit weiteren Verantwortlichen auf dem Rasen.  Der Schiedsrichter Daniele Doveri hatte mit seinem Team das Spielfeld bereits überprüft und war bereit für den Anpfiff. 

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Währenddessen stand auf einem Bildschirm in der Kabine von Juve die Nachricht: "Wir warten auf die Ankunft des Gästeteams."  Fast alle Funktionäre liefen in den Katakomben mit ihren Handys aufgeregt umher. Es herrschte absolute Unsicherheit. 

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Der Grund für diese Szenen ist ein echter Skandal

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Immerhin befanden sich die Stars von Neapel gar nicht in Turin, sondern in der Heimat. Das Spiel wurde auch bis dato nicht angepfiffen, aber mit 3:0 für Juve gewertet. Dabei konnte Neapel nichts für die Abwesenheit.

Corona-Ausbruch bei letztem Napoli-Gegner

Ursprünglich wollten sich die Süditaliener am Samstagabend auf den Weg nach Turin machen - und sich erst dort am Morgen weiteren Tests zu unterziehen. Dies werteten die Gesundheitsbehörden als zu gefährlich, auch und insbesondere wegen der Tatsache, dass Napoli vor wenigen Tagen beim 6:0 gegen den CFC Genua dem Virus stark ausgesetzt war. Beim jüngsten Gegner der Neapolitaner gibt es mittlerweile 22 bestätigte Corona-Fälle, darunter 17 Spieler.

Die SSC-Spieler Piotr Zielinksi und Elijf Elmas wurden unter der Woche positiv getestet - auch bei einem weiteren Mitarbeiter wurde das Coronavirus nachgewiesen. 

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Napoli hat daraufhin offenbar beschlossen, alle Spieler unter Heim-Isolierung zu stellen. Lediglich zum Training im Hauptquartier in Castel Volturno dürfen die Spieler ihre Wohnung verlassen. Sie müssen allerdings mit dem Privatauto das Trainingsfeld erreichen, erst ab der Zusammenkunft im Trainingszentrum sind sie offiziell in der "Bubble".

Laut italienischen Medienberichten sind derzeit 20 Personen bei Napoli in Quarantäne, 16 davon sind Spieler. Die Abreise wurde dem Team von Trainer Gennaro Gattuso (42) trotz der Maßnahmen von den Gesundheitsbehörden verwehrt. 

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Liga gegen Behörde

Das führt zu einem großen Problem, denn die Liga hat sich dazu entschieden, sich an die UEFA-Richtlinien halten zu wollen. Und diese besagen, dass ein Spiel stattfinden soll, sofern die betroffene Mannschaft noch 13 Spieler inklusive eines Torhüters zur Verfügung hat. Die Gesundheitsbehörden richten sich jedoch nach ihren eigenen Vorgaben - und diese haben auch in Italien Vorrang.

Das Spiel wird also 3:0 für Juve gewertet. Ein Nachspiel am Grünen Tisch ist aber sehr wahrscheinlich.

Juve-Präsident Andrea Agnelli kommentierte die Geschehnisse wie folgt: "Seine (die von Napoli-Präsident Aurelio De Laurentiis, Anm. d. Red.) Message war, das Spiel zu verschieben, was durchaus ein legitimes Anliegen sein kann, aber es gibt klare Regeln und daran müssen wir uns halten."

Hielt Neapel Protokoll nicht ein?

Agnelli deutete an, dass Neapel die Gesundheitsbehörde angewiesen haben könnte, das Serie-A-Protokoll zu überstimmen und eine Reise nach Turin zu verbieten.

Auf die Frage, ob auch Juve bei einer Anweisung der Behörde zu Hause geblieben wäre, antwortete er:

"Wir wären nicht gefahren, aber wir glauben nicht, dass die ASL (lokale Gesundheitsbehörde) dieses Statement herausgegeben hätte. Wenn sie es getan haben, dann offensichtlich, weil sie der Meinung waren, dass das bestehende Protokoll nicht eingehalten wurde. Meiner Meinung nach müsste die ASL nicht intervenieren, wenn das Protokoll, das an alle Klubs gesendet wurde, akribisch befolgt worden wäre."

Auch die Art der ASL-Anweisung wird aktuell hinterfragt. Im Protokoll ist zwar per Klausel geregelt, dass die Behörde Vorrang gegenüber der Liga hat - allerdings nur, wenn sie eine klare Vorgabe bezüglich des Nichtantritts der Reise hinterlegt. Ob das Statement eben dieses eindeutige Verbot oder nur eine strikte Empfehlung ist, ist aktuell unklar.

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