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Das Engagement von Jose Mourinho bei AS Rom kam überraschend. Was genau erwartet den Portugiesen bei seiner kommenden Aufgabe in Italien?

Nach seiner titellosen Amtszeit bei Tottenham Hotspur tritt José Mourinho zum 1. Juni eine neue Aufgabe an – bei der ebenfalls titellosen AS Rom.

Der italienische Hauptstadtklub kann auf keinen Fall als erfolgsverwöhnt bezeichnet werden. Nach dem Karriereende von Vereinslegende Francesco Totti hat die Roma viel von ihrem einstigen Glanz verloren. Der letzte Titelgewinn datiert aus dem Jahr 2008, als der Klub den italienischen Pokal gewinnen konnte. (NEWS: Alles zur Serie A)

Ausgerechnet die AS Rom, über die Mourinho lästerte, soll "The Special One" zu neuen Erfolg führen. Im März 2009 hatte der Portugiese, damals im Amt von Inter Mailand, den Verein als "zero titoli" bezeichnet – also als titellos. Doch das scheint vergessen, Verein und Fans brachen am Tag der Verpflichtung von Mourinho regelrecht in Jubelstimmung aus.

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"Zero titoli" - dieser Hohn soll unter Mourinho schnellstmöglich der Vergangenheit angehören. Immerhin hat der 58-Jährige in seiner Trainer-Karriere insgesamt 25 Titel eingefahren.

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"Rom hat einen neuen Imperator"

"Rom braucht keinen neuen Bürgermeister, Rom hat einen neuen Imperator", titelte La Repubblica. In Rom selbst versammelten sich ein einige Fans auf den Straßen und veranstalteten ein Hupkonzert. Auch Vereinspräsident Dan Friedkin drückte seine Begeisterung aus: "Jose hat überall Trophäen gewonnen und steht für Leadership und Erfahrung in unserem ehrgeizigen Projekt."

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Mourinho hat also die Verantwortlichen und die Anhänger bereits hinter sich versammelt. Das ist bei dem teils polarisierenden Auftreten des Fußballehrers keine Selbstverständlichkeit. Auch in Tottenham hinterließ er eher verbrannte Erde. (HINTERGRUND: Darum musste Mourinho gehen)

Sportlich hingegen ist die Ausgangslage in Rom, wie bereits angesprochen, nicht gerade rosig. Am Mittwoch gab es eine 1:3-Niederlage bei Inter Mailand, in der Tabelle der Serie A rangiert die AS Rom derzeit nur auf dem siebten Tabellenplatz. Selbst Stadtrivale Lazio hat der Roma den Rang abgelaufen, die Champions League ist aktuell unerreichbar. (Ergebnisse und Spielplan der Serie A)

Einige Stars im Kader

Einen kleinen Lichtblick gab es dennoch: In dieser Saison erreichte der Verein zum ersten Mal seit Jahrzehnten das Halbfinale der Europa League. Allerdings beschleunigte ausgerechnet die 2:6-Pleite im Halbfinal-Hinspiel der Europa League bei Manchester United die vorzeitige Entlassung von Mourinho-Vorgänger Paulo Fonseca, der im Sommer gehen muss.

Personell ist der Kader der Römer eigentlich in allen Bereichen ausreichend aufgestellt. Bekannt sind Stars wie der ehemalige Dortmunder Henrikh Mkhitaryan, dessen Zukunft über den Sommer hinaus allerdings noch nicht geklärt ist, Borja Mayoral (Leihe bis 2022 von Real Madrid), Ex-United-Verteidiger Chris Smalling oder Edin Dzeko. Letztgenannter könnte die Roma jedoch verlassen. Wie Gazzetta dello Sport berichtete, seien die Verantwortlichen bereit, den Vertrag des Bosniers im Sommer aufzulösen.

Auf der Gegenseite ist davon auszugehen, dass Besitzer Friedkin, der die AS Rom im vergangenen Sommer für knapp 600 Millionen Euro erwarb, Mourinho ein paar neue Stars besorgen wird.

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