Comeback nach Gegner-Roulette: Feigenbutz sagt K.o. voraus
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München - Vincent Feigenbutz steigt erstmals nach seiner Blutschlacht im Februar wieder in den Ring. Bei SPORT1 spricht er über den Fight und seinen großen Traum.

Es wird ernst für Vincent Feigenbutz. Rund sieben Monate nach seinem letzten Kampf kehrt der amtierende Intercontinental Champion der IBF am Samstag wieder in den Ring zurück (ab 20 Uhr LIVE im TV auf SPORT1).

Dabei gestaltete sich die Vorbereitung auf sein Comeback in der Ludwigshafener Friedrich-Ebert-Halle alles andere als einfach. Gleich zwei Gegner des Supermittelgewichtlers mussten krankheits- oder verletzungsbedingt ihre Teilnahme absagen.

Trotzdem gibt sich der 23-Jährige vor dem Duell mit dem Duisburger Yusuf Kanguel zuversichtlich. Im Interview mit SPORT1 spricht er über die Gegnerwechsel und ihre Folgen, sein Training mit slowenischen Soldaten sowie seine langfristigen Titel-Ambitionen.

SPORT1: Sie waren zur Vorbereitung wieder in den slowenischen Bergen. Erst seit Samstag sind Sie wieder zurück. Wie lief die Vorbereitung? War es die erwartete "Hitzekammer"?

Vincent Feigenbutz: Die Vorbereitung in Slowenien war gut, da lief alles - bis auf die Gegnerwechsel - voll nach Plan. Wir trainieren dort ja in einem kleinen Gym, in einem Raum und der ist dann schon manchmal heiß, wenn da alle drin trainieren. Dann haben wir da über 30 Grad, sozusagen Sauna-Training. Aber wir haben auch draußen trainiert, unter anderem mit dort stationierten Soldaten. Die haben dort ein Camp mit viel Ausrüstung und da haben wir dann ein Spezialtraining gemacht, Kraft- und Ausdauerübungen wie beim Militär, mit deren Techniken.

SPORT1: Während Ihres Trainings in Slowenien haben Sie dann zwei Mal einen neuen Gegner präsentiert bekommen. Was mussten bzw. konnten Sie daraufhin ändern?

Feigenbutz: Na ja, nicht so viel. Die Sparringspartner waren ja alle für die Vorbereitung auf den ursprünglichen Gegner Toni Kraft bestellt, von der Größe her und allem. Wir mussten halt das Beste daraus machen.

SPORT1: Ist so ein doppelter Gegnerwechsel denn für die Motivation ein Problem?

Feigenbutz: Egal ist einem das natürlich nicht, da man sich ja auf den Kampf gegen Kraft gefreut und auch darauf vorbereitet hat. Die Sparringspartner waren perfekt auf ihn ausgelegt. Aber was will man machen.

SPORT1 zeigt dieses Jahr 20 Kampfabende live im Free-TV, unter anderem mit Arthur Abraham, Tyron Zeuge und Vincent Feigenbutz

SPORT1: Was wissen Sie über Yusuf Kanguel? Wie schätzen Sie ihn ein?

Feigenbutz: Ich weiß, wie er heißt und habe jetzt ein paar Videos gesehen. Er ist das Gegenteil von Toni Kraft. Das ist einer, der nach vorne geht und draufhaut. Kraft war eher ein Techniker. Aber ich kann damit auch gut umgehen. Muss ich ja auch (lacht).

SPORT1: Bringt es denn überhaupt so kurzfristig noch viel, sich intensiv mit ihm zu beschäftigen oder müssen Sie sich einfach nur auf sich selbst und ihren Kampf konzentrieren?

Feigenbutz: Der Ersatzgegner ist stärker als manch geplanter Gegner, aber mein Trainer Zoltan Lunka hat ihn sich genauer angeschaut und macht jetzt das Pratzen-Training die letzten Tage mit mir, genau auf den Gegner zugeschnitten.

Im Video: Die wilde Blutschlacht von Feigenbutz

SPORT1: Ihr letzter Kampf gegen Ryno Liebenberg ist schon eine Weile her, sieben Monate liegen jetzt dazwischen. Wie war diese lange Pause für Sie? Was haben Sie in der Zeit verbessert?

Feigenbutz: Geplant war eigentlich ein Kampf im Juli. Der wurde dann ja wegen irgendwelcher Umstände verlegt. Die Folge war ein Hoch- und Runterfahren mit dem Training. Wir hatten ja auch schon alle Sparringspartner. Das war dann ziemlich hart - auch für den Kopf, für den Geist. Ich habe dann jetzt seit März durchtrainiert. Irgendwann hast Du dann auch mal genug. Umso mehr wird es jetzt Zeit, wieder in den Ring zu steigen!

SPORT1: Würden Sie sich denn wünschen, den Kampf gegen Kraft in der Zukunft nachholen zu können?

Feigenbutz: Ich weiß ja nicht, ob das wirklich stimmt mit der Verletzung. Ich war bereit für den Kampf, hätte ihn machen können. Jetzt muss man nach dem Kampf sehen, was für Angebote kommen. Wenn ein gutes Angebot kommt, schlage ich zu. Ich will nach oben.

SPORT1: "Nach oben" heißt WM-Kampf?

Feigenbutz: Für einen Titelkampf bin ich natürlich immer bereit. Das ist aber Management-Sache, es kommt ja darauf an, ob etwas frei ist. Ein Wunschgegner habe ich nicht, aber meine Traumtitel sind natürlich die aller großen Profi-Verbände.

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