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Felix Sturm sitzt seit April in Untersuchungshaft
Felix Sturm sitzt seit April in Untersuchungshaft © Getty Images
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Es wird ernst für Felix Sturm. Seit April sitzt der Boxer in Untersuchungshaft, nun folgt die Anklage wegen Steuerhinterziehung. Es droht eine Haftstrafe.

Der frühere Box-Weltmeister Felix Sturm ist von der Staatsanwaltschaft Köln wegen Steuerhinterziehung angeklagt worden. Dies bestätigte Sturms Anwalt Nils Kröber dem SID am Freitag. Dem 40-jährigen Sturm droht im Falle einer Verurteilung eine längere Haftstrafe, da er womöglich als Wiederholungstäter gilt.

Sturm wurde Anfang April auf der Fitness-Messe Fibo festgenommen und sitzt seitdem in Untersuchungshaft. Er war bereits 2012 vom Amtsgericht Köln wegen Steuerhinterziehung in 16 Fällen zu einer Gefängnisstrafe von 22 Monaten auf Bewährung verurteilt worden.

Sturm soll im aktuellen Fall rund sieben Millionen Euro an Steuern hinterzogen haben. Kröber bestätigte dem SID die Summe. Bereits bei einer Million Euro kommt eine Haftstrafe in Betracht.

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Anwalt will Entlassung erwirken

"Die Anklageerhebung durch die Staatsanwaltschaft ist beim jetzigen Stand des Verfahrens ein völlig normaler Vorgang, der die fortbestehende Unschuldsvermutung unberührt lässt", erklärte Kröber.

Gleichzeitig gab der Kölner Anwalt bekannt, dass eine erneute gerichtliche Überprüfung des Haftbefehls beantragt worden sei. Nach Prüfung aller Unterlagen sei man überzeugt, "dass eine Entlassung aus der Untersuchungshaft zu erwirken ist", urteilte Kröber.

Wann es zu einem möglichen Prozess kommt, hängt auch davon ab, ob die Untersuchungshaft aufgehoben wird. Sollte dies nicht der Fall sein, wäre ein Prozess in drei bis sechs Monaten denkbar. Kommt der gebürtige Bosnier, der mit richtigem Namen Adnan Catic heißt, frei, würde sich der Prozesstermin wohl noch weiter nach hinten verschieben.

Doping und Körperverletzung?

Neben der Steuersache liegt auch eine Anklage wegen Dopings und Körperverletzung gegen den Ex-Weltmeister vor. Sturm war nach dem Sieg im WM-Kampf gegen den Russen Fedor Schudinow in Oberhausen im Februar 2016 positiv auf die anabole Substanz Hydroxy-Stanozolol getestet worden.

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Im Falle einer Verurteilung wegen einfacher vorsätzlicher Körperverletzung droht Sturm eine Geldstrafe oder eine Haftstrafe bis zu fünf Jahren. Bei Selbstdoping reicht das Strafmaß von Geldstrafe bis zu drei Jahren Freiheitsentzug.

Sturm hatte seinen WBA-Titel im Supermittelgewicht im Oktober 2016 niedergelegt und seitdem auch nicht mehr im Ring gestanden. Sein Kampfrekord steht bei 40 Siegen, fünf Niederlagen und drei Unentschieden.

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