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In dieser Szene sprang Nate Robinson beim Slam Dunk Contest 2009 über Big Man Dwight Howard
In dieser Szene sprang Nate Robinson beim Slam Dunk Contest 2009 über Big Man Dwight Howard © Getty Images
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München - Nate Robinson wechselt in den Boxring. Im Vorprogramm des Tyson-Kampfs tritt der Dunk-Champion gegen einen Youtuber an. Danach hofft er auf eine NBA-Rückkehr.

Vom Basketballring zum Boxring - der ehemalige NBA-Star und dreimalige Gewinner des Slam-Dunk-Contests Nate Robinson wird für einen Fight über sechs Runden gegen Youtuber Paul Jones in den Boxring steigen.

Als Event für seinen ersten Boxkampf hat sich der 36-Jährige gleich für die ganz große Bühne entschieden. Am 28. November kämpft er im Vorprogramm von Mike Tyson - jener Tyson, durch den Vater Jacque seinen Sohn Nate einst an das Boxen herangeführt hatte.

Überhaupt ist Vater Robinson an dem Faible seines Sohns für Boxen maßgeblich verantwortlich. "Wir hatten einen Boxsack im Hinterhof - dazu Gewichte und Boxhandschuhe", beschrieb Robinson jr. bei ESPN sein damaliges Zuhause. 

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Robinson: Boxen zur Selbstverteidigung

Allerdings brachte Robinson senior ihm und seinem Bruder Anthony Stewart das Boxen seinerzeit nicht aus sportlichen Gründen bei, sondern zur Selbstverteidigung. "

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"Am Ende werdet ihr wissen, wie man kämpft und wie man aufeinander aufpasst", zitierte Robinson eine Aussage des Vaters. Und in seiner Jugend kamen ihm diese Fähigkeiten in zahlreichen Auseinandersetzungen an der High School durchaus zugute.

Auch in seiner späteren NBA-Karriere stellte Robinson seine Faustkampffähigkeiten unter Beweis - da dann allerdings weniger zur Selbstverteidigung. Unvergessen ist die Massenprügelei zwischen den Denver Nuggets und New York Knicks im Dezember 2006 im Madison Square Garden.

Der dreimalige Olympiasieger Carmelo Anthony, damals in Diensten der Nuggets, bekam 15 Spiele Sperre aufgebrummt. Bei den Knicks dagegen erwischte es Robinson mit zehn Spielen am härtesten.

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Streben nach Respekt als Motivation

Nun will der ehemalige NBA-Star wieder kämpfen. Dieses Mal um den Respekt der Leute zu erlangen. "Ich will einfach, dass mich die Menschen als Person, als Athlet und als Boxer respektieren, weil ich all das durchgestanden habe", offenbart er seine Motivation.

Dass es nicht leicht wird, ist er sich bewusst. Robinson zählt mittlerweile 36 Jahre und hat keinerlei Boxerfahrung, weder im Profi- noch Amateurbereich. Diese Defizite will er indes mit Willenskraft wettmachen: "Die Leute sollen am 28. November einen Nate Robinson sehen, der hart an sich gearbeitet hat, um hierher zu kommen." 

Einen Fan hat er mit dieser Einstellung bereits gewonnen - seinen Trainer Francisco "Paco" Reyes. Als der nämlich im Tenochtitlan Boxing Club in Renton zum ersten Mal mit der Idee konfrontiert wurde, Robinson zu trainieren, war seine erste Reaktion: "Auf gar keinen Fall!"

Reyes' Befürchtung damals: Sein Boxstall sollte lediglich als Schauplatz eines PR-Gags für einen ihm unbekannten ehemaligen NBA-Spieler dienen. Dennoch gab der Box-Coach seinem jetzigen Schützling schließlich doch eine Chance - und sollte es nicht bereuen.

Robinson überzeugt mit Kraft und Herz

Denn: Als Robinson am Tag nach seiner ersten Sparring-Einheit wieder auf der Matte stand, wusste Reyes schnell, dass es dieser Basketballspieler ernst meint. "Viele Leute kommen zu einem Sparring und sagen danach 'Ich bin gut genug' - aber nicht Nate. Er hat das nötige Herz."

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Robinson hat nicht nur das nötige Herz, sondern glücklicherweise auch den Körper für den Abstecher ins Box-Business. In der NBA galt er aufgrund seiner Größe von nur 1,75 Meter bei 81 Kilogramm als Paradebeispiel für Kraft und Athletik.

Zur Erinnerung: Nachdem er beim Slam Dunk Contest 2009 das Superman-Thema von Dwight Howard mit dem Outfit von Superman-Erzfeind Kryptonite gekontert hatte und über den 36 Zentimeter größeren Dwight Howard gesprungen war, bekam er den Spitznamen Krypto-Nate verpasst.

"Nate ist ein unfassbar explosiver Athlet", bestätigte sein Konditionstrainer Chris Denina die körperlichen Fähigkeiten Robinsons, die seine Arbeit erleichtern: "Es gibt bestimmte Dinge, an denen wir überhaupt nicht arbeiten müssen."

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Der Traum vom NBA-Comeback

Seine elf Spielzeiten in der NBA bringen laut Robinson aber noch andere Vorteile mit sich. Bei seinem Schritt ins Ungewisse müsse er sich nicht mehr vor Lampenfieber fürchten, weil er bereits sein "ganzes Leben vor Tausenden von Leuten gespielt" habe.

Und wer weiß? Vielleicht ist sein Ausflug in den Boxring auch nur ein Schritt zurück in das Rampenlicht. Denn offiziell hat Robinson seine NBA-Karriere nie beendet.

Sollte sich eine Möglichkeit ergeben, noch einmal auf den Court zurückzukehren, wäre der Routinier jedenfalls bereit. "Es wäre ein Traum, erneut das Spiel, das ich so sehr liebe, zu spielen und allen zu zeigen, dass ich Basketball immer noch drauf habe."

Ob dieser Comeback-Wunsch angesichts Robinsons Alter in Erfüllung geht, steht in den Sternen. Aber viel unwahrscheinlicher als eine Boxpremiere mit 36 Jahren ist es wohl auch nicht.

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