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München - World Wrestling Entretainment begeistert Millionen Fans - aber wer organisiert die Sport-Show, wer legt eigentlich fest, wer gewinnt? Fragen und Antworten.

Ist Wrestling Sport oder Show, echt oder "Fake"?

In Grundzügen weiß fast jeder die Antwort: Die Wrestler von WWE tragen keinen sportlichen Wettkampf im eigentlichen Sinne aus, sondern eine abgesprochene Schau zur Unterhaltung der Fans, WWE nennt es "Sports Entertainment". Gesucht und mit Titeln belohnt wird nicht der beste Kämpfer, sondern der beste athletische Entertainer.

Aber wie funktioniert das weltgrößte Showkampf-Unternehmen genau? Wer steckt hinter den wöchentlichen TV-Shows RAW und SmackDown, den Großveranstaltungen wie WrestleMania und den Touren durch die ganze Welt?

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SPORT1 beantwortet die wichtigsten Fragen zum Wrestling-Weltreich - und den Köpfen, die dahinterstecken.

- Wann wurde WWE gegründet?

Im Jahr 1963 wurde WWE als eigenständige Liga gegründet. Schon 1933 hatte Jess McMahon Shows im amerikanischen Nordosten  veranstaltet. Dreißig Jahre später löste sein Sohn Vince McMahon Sr. (1914-1984) die Promotion, die ursprünglich Capitol Wrestling Federation hieß, zwischenzeitlich aus dem Wrestling-Dachverband NWA und gab ihr einen neuen Namen: World Wide Wrestling Federation, WWWF. Später wurde daraus die WWF (World Wrestling Federation), dann WWE (World Wrestling Entertainment).

- Wer ist der Chef von WWE?

Der Mann, der bei WWE bis heute über allem thront, ist Vince McMahon, der Jüngere (geboren 1945), der Anfang der Achtziger übernahm: McMahon formte die zunächst nur regional aktive Wrestling-Liga zu einem globalen Unternehmen, dessen Vorstandschef er bis heute ist - und für das er gelegentlich auch selbst als Oberbösewicht in den Ring stieg.

WWE-Boss Vince McMahon inszeniert sich in seinen Wrestling-Shows gerne als Lebemann
WWE-Boss Vince McMahon inszeniert sich in seinen Wrestling-Shows gerne als Lebemann © Getty Images

McMahon ist mittlerweile aber über 70 und bereitet den Generationswechsel vor. Die Chefs der Zukunft sind McMahons Tochter Stephanie - Chief Brand Officer der Firma - und deren Ehemann, Paul Levesque alias Triple H. Die Ringlegende ist im WWE-Vorstand für die Talent-Entwicklung zuständig, er und Stephanie übernehmen immer mehr Verantwortung.

Die kommenden WWE-Bosse: Stephanie McMahon (l.) und Ehemann Paul "Triple H" Levesque
Die kommenden WWE-Bosse: Stephanie McMahon (l.) und Ehemann Paul "Triple H" Levesque © Getty Images

Wer die wichtigen Matches bestreitet und gewinnt, wer die Titelgürtel halten darf, wer generell als großer Star präsentiert wird, wer den großen Bösewicht spielt und wer den Guten: An Vince McMahon und dem kleinen Familienrat im Vorstand geht keine wichtige kreative Entscheidung vorbei.

Seit Sommer 2019 gibt es zu dem noch so genannte "Executive Directors", die bei RAW und SmackDown über die kreativen Abläufe wachen. Paul Heyman, ehemaliger Promoter der Liga ECW, übernahm den Job bei RAW. Der ursprünglich für SmackDown verpflichtete Ex-WCW-Boss Eric Bischoff wurde bei SmackDown mittlerweile von Bruce Prichard abgelöst.

- Wer bestimmt die Sieger der Matches?

Die aller wichtigen Matches: McMahon persönlich. Für die Vorarbeit hat er allerdings einen großen Mitarbeiterstab. Die Storys, die bei WWE im und um den Ring erzählt werden, denken sich - in Einklang mit den Richtlinien, die die Chefetage vorgibt - die für RAW, SmackDown und Co. zugeteilten Kreativteams aus. Die Autoren sind oft Seiteneinsteiger aus Hollywood, Schauspieler Freddie Prinze Jr. zum Beispiel war auch einmal WWE-Schreiber.

Premiere Screening For Season Eight Of '24'
Premiere Screening For Season Eight Of '24' © Getty Images

Für jede größere Show wird ein Skript verfasst, das einem klassischen TV-Drehbuch gleicht: Es legt die Matches und ihre Ausgänge fest, dazu Anordnung und Verlauf von Interviews, Promo-Segmenten und Prügeleien. Verdiente WWE-Stars dürfen sich auch selbst in das Schreiben ihrer Storys einbringen.

- Wer gestaltet die Matches?

Für die Durchführung der Matches und anderer Segmente im Ring sind so genannte Producer zuständig, früher Road Agents genannt. Es sind Ex-Wrestler wie Jeff Jarrett, Fit Finlay, Billy Kidman, der "Road Dogg" Brian Armstrong und Jamie Noble, die Bindeglied zwischen Autoren und Aktiven sind.

Erfahrener Lenker bei WWE: Producer Fit Finlay - hier bei Tim Wieses Auftritt in Frankfurt 2014
Erfahrener Lenker bei WWE: Producer Fit Finlay - hier bei Tim Wieses Auftritt in Frankfurt 2014 © Getty Images

Als Senior Producer fungiert Hall-of-Fame-Mitglied Michael Hayes.

© twitter.com/WWE

Wie stark ein Kampf durchchoreographiert wird, hängt von der Wichtigkeit des Kampfes und der Erfahrung der Beteiligten ab. Verlässliche Routiniers bekommen oft nur die Grundzüge vorgegeben. "Es werden von uns Wrestlern viel mehr spontane, kreative Elemente in die Kämpfe eingebaut, als es die meisten vermuten", erklärte Wrestler Cesaro einmal in einem Interview bei SPORT1.

- Warum wurde die WWF zu WWE?

Die Abkürzung von WWWF zu WWF brachte die Liga in Konflikt mit der Naturschutzorganisation World Wildlife Fund (WWF). Eine Weile konnte er noch beigelegt werden, weil die WWF dem WWF zusicherte, sich nicht über das Kürzel, sondern über die ausgeschriebene Variante zu verkaufen. In der Internet-Ära wurde der Streit um die Domain WWF.com aber zum Spaltpilz: Die Naturschützer klagten, die Liga verlor und hieß ab 2002 WWE.

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