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Alundra Blayze war zwischen 1993 und 1995 der größte weibliche Star bei WWE
Alundra Blayze war zwischen 1993 und 1995 der größte weibliche Star bei WWE © WWE All Rights Reserved
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München - Alundra Blayze war das weibliche Gesicht von WWE, ehe sie mit einem legendären Mülltonnen-Wurf alle Brücken verbrannte. Nun tritt sie bei Evolution an.

In den neunziger Jahren war sie das weibliche Gesicht von WWE, dann demütigte sie ihre Ex-Liga vor laufender Kamera, nun will sie es nochmal wissen.

Debra Ann "Madusa" Miceli - Fans von einst bekannt als Alundra Blayze - kehrt am Sonntag nach 18 Jahren zurück in den WWE-Ring, wie die Liga am Wochenende verkündete.

Bei der ersten rein weiblichen Großveranstaltung Evolution nimmt die 54-Jährige an einer Battle Royal teil, in der die Wrestlerinnen der Gegenwart auf die weiblichen Stars der Vergangenheit treffen.

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Miceli war für eine Weile der größte von ihnen.

Aus Madusa wurde Alundra Blayze

Im Jahr 1993 wurde Miceli von der damaligen WWF verpflichtet, um die für einige Jahre stillgelegte Frauendivision neu zu beleben.

Unter dem Namen Madusa (eine Verkürzung von "Made in the USA") war sie bereits bei diversen Konkurrenzpromotions erfolgreich, Ligachef Vince McMahon verfügte dennoch einen Namenswechsel - Miceli hatte selbst die Markenrechte an "Madusa", McMahon wollte dafür nicht zahlen.

McMahon ließ Blayze ein Turnier um den wieder eingeführten Damentitel gewinnen, die neue Gürtelträgerin wurde vermarktet als "Frau der Neunziger", als selbstbewusste Athletin.

Auf der schwarzen Liste von WWE

1995 löste die WWF den Vertrag mit Blayze, sie hatte damals finanzielle Schwierigkeiten und mochte sich die Frauendivision nicht mehr leisten.

Madusa - wie sie fortan wieder hieß - wechselte zurück zur WCW, dem großen Rivalen der WWF, und war dort sogleich Hauptdarstellerin eines inszenierten Eklats: Während der Sendung Monday Nitro warf sie ihren alten WWF-Gürtel in eine Mülltonne.

Obwohl Miceli bis heute beteuert, dass sie die Aktion nur mitmachte, weil WCW-Chef Eric Bischoff sie dazu zwang: McMahon vergaß ihr die öffentliche Bloßstellung lange nicht. Zwei Jahrzehnte lang stand sie auf der schwarzen Liste, bekam keine Bühne mehr bei WWE, ehe die Liga im Jahr 2015 schließlich über ihren Schatten sprang und Miceli in die Hall of Fame aufnahm.

"Ich wollte nie rumtänzeln"

Miceli hatte ihre Karriere da längst beendet, nach dem Untergang der WCW 2001 missfiel ihr die allgemeine Ausrichtung des Frauenwrestlings. "Ich wollte nie rumtänzeln", sagte sie später über sich: "Ich wollte im Ring liefern."

Der italienischstämmigen Miceli lag die Model-Inszenierung immer fern, am Ende ihrer Wrestling-Laufbahn unterstrich sie das, indem sie eine erfolgreiche Zweitkarriere hinlegte – als Monster-Truck-Fahrerin.

Die Ära Alundra Blayze - geprägt vor allem von ihren sehenswerten Matches gegen die japanische Ausnahmekönnerin Bull Nakano - war näher an der leistungsorientierten "Women's Revolution" von heute als die Jahre dazwischen, in denen viele WWE-Frauen vor allem optisch glänzen sollten.

Mit Blayzes Auftritt bei Evolution (aller Voraussicht nach ein einmaliger) schließt sich somit ein Kreis.

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