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Pamela Dutkiewicz (l.) und Cindy Roleder jubelten über Silber und Bronze
Pamela Dutkiewicz (l.) und Cindy Roleder jubelten über Silber und Bronze © Getty Images
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Die WM-Dritte Pamela Dutkiewicz und Titelverteidigerin Cindy Roleder sprinten bei der Leichtathletik-EM zu Silber und Bronze über 100 m Hürden. Eine Weißrussin siegt.

Pamela Dutkiewicz fiel Cindy Roleder freudestrahlend um den Hals, dann posierten beide unter dem Jubel der Fans mit der Deutschland-Fahne: Die Hürdensprinterinnen haben zwar das erträumte Gold bei der Heim-EM in Berlin verpasst, mit Silber und Bronze aber dennoch für einen tollen Abend gesorgt.

Im Olympiastadion mussten sich die deutsche Meisterin Dutkiewcz und Titelverteidigerin Roleder nur der Weißrussin Elwira Herman geschlagen geben.

Roleder: "Das ist ein Traum"

"Ich bin wirklich froh, dass es Silber geworden ist", sagte Dutkiewicz, die lange in Führung gelegen hatte, dann aber in 12,72 Sekunden noch der überraschend starken Herman (12,67) den Vortritt lassen musste. "Ich habe mitbekommen, dass es eine enge Geschichte ist. Aber ich freue mich trotzdem einfach so sehr. Ich hatte ein schweres Jahr, da ist es toll, mit einer Medaille rauszugehen." Ihren ersten Wettkampf hatte sie nach gesundheitlichen Problemen erst Ende Juli, aber "manchmal hilft es auf den Körper zu hören. Und es funktioniert auch so", erklärte Dutkiewicz. "Vizemeisterin klingt gut", freut sich die 26-Jährige.

Roleder sicherte sich knapp dahinter in 12,77 Bronze und meinte: "Das ist unfassbar, ein Traum. Ich bin mit Bronze absolut happy, nach dem letzten Jahr mit der Riesen-Verletzung bin ich wieder zurück. Eine Medaille hier, was gibt es Schöneres?""

Für die deutsche Mannschaft waren es die Medaillen acht und neun in Berlin. Mit Platz fünf und 13,00 Sekunden rundete die Mannheimerin Ricardo Lobe das starke Ergebnis für das DLV-Team ab. Auch Dutkiewicz schwärmte von der Atmosphäre im Stadion: "So wie die Zuschauer ausgerastet sind, wenn man reinkommt, das werde ich so wohl nicht noch einmal erleben."

Disqualifiziert wurde Favoritin Alina Talaj aus Weißrussland, die aber nichts mit der Medaillenvergabe zu tun hatte. Talaj hatte Ende Mai in St. Pölten überragende 12,41 Sekunden vorgelegt, diese Form aber nicht halten können (Service: Der Zeitplan der Leichtathletik-EM).

Hürden-Duo historisch

Die "German Hurdlepower", die Dutkiewicz vor der EM beschworen hatte, verpasste in Berlin zwar den ersten Doppelsieg zweier deutscher Hürdensprinterin seit 44 Jahren. Die kraftvolle Dutkiewicz und die elegante Roleder, die zwei so unterschiedliche Lauftypen verkörpern, wiesen aber erneut ihre Extraklasse nach. 

Erstmals seit 1978 gab es damit zwei deutsche EM-Medaillen über 100 m Hürden, damals hatten in Prag Johanna Klier und Gudrun Berend Gold und Bronze für die DDR gewonnen. Erstmals seit 1990 standen wieder drei deutsche Hürdensprinterinnen in einem EM-Endlauf. Damals hatten in Split die DDR-Läuferinnen Gloria Siebert, Cornelia Oschkenat und Kristin Patzwahl die Plätze zwei, vier und sieben belegt, BRD-Starterin Gabriele Lippe kam nicht ins Ziel (SERVICE: Medaillenspiegel)

Weltweite Konkurrenz stärker

Es war das erste große Freiluft-Finale, in dem die beiden deutschen schnellsten Hürdenfrauen gemeinsam das Ziel erreichten. Als Roleder 2015 in Peking WM-Silber gewann, gehörte Spätstarterin Dutkiewicz noch nicht zur absoluten Weltspitze. Im EM-Finale 2016 in Amsterdam kam Dutkiewicz nicht über die Hürden, während Roleder Gold holte. Als Dutkiewicz 2017 in London WM-Bronze holte, fehlte Roleder verletzt.

Auf dem Weg zu den Höhepunkten der kommenden Jahre müssen Dutkiewicz und Roleder aber zulegen. Die Armada der US-Hürdensprinterinnen um Weltrekordlerin Kendra Harrison (12,20) spielt in einer anderen Liga, auch Australiens Weltmeisterin Sally Pearson und die starken Jamaikanerinnen dürften dafür sorgen, dass die Latte bei der WM 2019 in Doha und Olympia 2020 in Tokio ein gutes Stück höher liegt. An die Zukunft dachte Dutkiewicz bisher aber noch nicht, der Fokus liege erst auf den vier Wettkämpfen, die jetzt vor ihr liegen.

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