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Betty Heidler war jahrelang das Aushängeschild des deutschen Hammerwurfs
Betty Heidler war jahrelang das Aushängeschild des deutschen Hammerwurfs © Getty Images
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Der Hammerwurf ist eine relativ junge Disziplin. In der Anfangszeit wurde tatsächlich ein Hammer geworfen. SPORT1 präsentiert den Weltrekord und weitere Informationen.

Beim Hammerwurf will der Athlet eine Metallkugel an einem Stahldraht möglichst weit schleudern.

Im Gegensatz zu zahlreichen anderen Disziplinen der Leichtathletik ist der Hammerwurf eine Erfindung der Neuzeit. Aus dem frühen 19. Jahrhunderts sind die ersten Kräftemessen zwischen Schmieden bekannt, die versuchten, ihr Arbeitsgerät - den Schmiedehammer - möglichst weit zu schleudern.

Der Name Hammerwurf erinnert bis heute an diesen Urpsrung, auch wenn das moderne Sportgerät nichts mehr mit einem Hammer zu tun hat.

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Bei den Olympischen Spielen ist die Disziplin seit 1900 vertreten. Die Frauen kommen erst seit 2000 zu olympischen Ehren.

SPORT1 präsentiert alles Wissenswerte zum Hammerwurf:

Die aktuellen Weltrekorde im Hammerwurf

Männer: 86,74m, Jurij Sedych (ehemalige Sowjetunion), aufgestellt am 30.8.1986 in Stuttgart

Frauen: 82,98m, Anita Wlodarczyk (Polen), aufgestellt am 28.8.2016 in Warschau

Meilensteine in der Entwicklung des Weltrekordes

Erster Rekod mit modernen Wurfgeräten (Männer): Zu Beginn des Hammerwurfs wurde noch mit festem Holzstiel geworfen. Zwar wurde 1887 das erste Regelwerk für den Hammerwurf niedergeschrieben, allerdings erfuhr das Wurfgerät seitdem noch zahlreiche Veränderungen. Erst 1912 wurde die bis heutige gültige Form des Hammers festgelegt. Der erste offizielle Weltrekord nach den neuen Regeln gelang Pat Ryan. Der US-Amerikaner warf den Hammer am 17.8.1913 auf 57,77m.

Erster Wurf über 70 Meter (Männer): Der erste Weltrekod von Ryan war lange unantastbar. Erst am 27.8.1938 gelang dem Deutschen Erwin Blask die Verbesserung auf 59,00m. Danach entwickelten sich die Weiten stetig weiter. Die 60 Meter wurden am 24.07.1952 von Jozsef Csermak (Ungarn, 60,34m in Helsinki) überboten. Der US-Amerikaner Hal Connolly überbot die 70-Meter-Marke am 12.8.1960 in Walnut (USA) mit 70,33m.

Erster Wurf über 80 Meter (Männer): Der erste Wurf über die 80 Meter gelang dann Boris Saitschuk. Der Werfer aus der Sowjetunion kam am 9.7.1978 in Moskau auf 80,14m.

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Erster Wurf über 70 Meter (Frauen): Zwar datiert die erste registrierte Weite einer Frau aus dem Jahre 1931, als Lucinda Moles (ESP) den Hammer auf 17,03m warf, aber da es erst seit 1997 bei internationalen Wettkämpfen auch Frauen-Bewerbe gibt, nahm die Weitenentwicklung  erst relativ spät Fahrt auf. Die Rumänin Mihaela Melinte stellte zwischen 1994 und 1999 insgesamt acht Weltrekorde auf. Darunter ist auch der ersten Wurf über 70 Meter. Am 16.7.1998 landete ihr Hammer in Poiana Brasov (Rumänien) auf 73,14m.

Erster Wurf über 80 Meter (Frauen): Der aktuellen Weltrekordhalterin Anita Wlodarczyk war es dann auch vorbehalten, die 80 Meter zu überbeiten, als sie am 1.8.2015 in Cetniewo (Polen) auf 81,08m kam.

Allgemein Wissenswertes zum Hammerwurf

  • Einschließlich Griff wiegt der Hammer 7,26kg (Männer) bzw. vier Kilogramm (Frauen).
  • Das Drahtseil hat eine Länge von 1,219m.
  • Jedem Athleten stehen zu Beginn des Wettkampfes drei Versuche zur Verfügung. Die nach diesen drei Versuchen besten acht Athleten bekommen drei weitere Versuche. Für den Rest ist der Wettkampf auf der Platzierung nach drei Versuchen beendet.
  • Die Abwurffläche ist ein Kreis mit einem Radius von 2,135m, der zum Schutz der Zuschauer von einem Netz umgeben ist.
  • Der Wurfsektor umfasst 34,92 Grad.
  • Ein Wurf ist nur gültig, wenn der Hammer innerhalb des Wurfsektors landet. Dazu darf der Athlet den Ring während des Wurfes nicht verlassen. Auch nach dem Wurf ist das Verlassen des Ringes nur nach hinten oder zur Seite gestattet.
  • Im Gegensatz zum Diskus spielt die Aerodynamik beim Hammerwurf fast keine Rolle.
  • Bei den Männern ist der Hammerwurf seit 1900 olympisch, die Frauen treten seit 2000 bei den Olympischen Spielen an.
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