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China's gold medallist Liu Hong celebrates on the podium during the victory ceremony for the women's 20 kilometres race walk athletics event at the 2015 IAAF World Championships at the "Bird's Nest" National Stadium in Beijing on August 28, 2015.  AFP PHOTO / WANG ZHAO        (Photo credit should read WANG ZHAO/AFP/Getty Images)
Liu Hong hält den Weltrekord der Frauen im 20-km-Gehen © Getty Images
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Vor allem durch die seltsam anmutende Gangart sind die 20-km-Gehen bekannt. SPORT1 präsentiert den Weltrekord bei Männern und Frauen und weitere Informationen.

Auf den Wurzeln mehrtägiger Fußmärsche entstanden im 19. Jahrhundert erste Wettbewerbe im Gehen.

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Nachdem zu Beginn vorwiegend extreme Langstrecken bewältigt wurden, wie beispielsweise beim Distanzgehen 1893 von Wien nach Berlin (578 Kilometer) oder der Berliner Meisterschaft 1894 über 100 Kilometer, wurde die Sportart 1906 als 1500- und 3000-Meter-Bahngehen ins Olympische Programm aufgenommen.

Nachdem es bei der Premiere des Straßengehens 1924 zu vermehrten Regelverstößen gekommen war, wurde Gehen 1928 wieder aus dem Programm gestrichen und vier Jahre später als 50-km-Gehen wieder aufgenommen. Der 20-Kilometer-Wettbewerb wurde schließlich im Jahr 1956 bei den Herren eingeführt, bei den Frauen sogar erst 2000.

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Die aktuellen Weltrekorde im 20-km-Gehen

Frauen: 1:24:38 Stunden, Liu Hong (China), aufgestellt am 6. Juni 2015 in A Coruña/Spanien

Die Chinesin Liu Hong ist aktuelle Weltrekordhalterin über die 20-km-Gehen
Die Chinesin Liu Hong ist aktuelle Weltrekordhalterin über die 20-km-Gehen © Getty Images

Männer: 1:16:36 Stunden, Yusuke Suzuki (Japan), aufgestellt am 15. März 2015 in Nomi/Japan

Meilensteine in der Entwicklung des Weltrekordes 

Den ersten offiziell von der IAAF (International Association of Athletics Federations) anerkannten Weltrekord stellte der Deutsche Hermann Müller am 4. Oktober 1911 in Berlin, damals noch auf der Aschebahn, in einer Zeit von 1:38:43 Stunden auf.

Erster Lauf unter 1:35 Stunden (auf der Straße): Erstmals unter 1:35 Stunden auf der Straße blieb Václav Balsán bei einem Rennen in seiner tschechischen Heimat Ceský Brod im Jahr 1933 (1:35:15). Sein Weltrekord hatte knapp drei Jahre Bestand, ehe er von Fritz Bleiweiss (1:33:25) um fast eine Minute unterboten wurde.

Erster Lauf unter 1:30 Stunden (auf der Straße): Ein Jahr nach der Premiere bei den Olympischen Spielen 1956 gelang es dem Russen Wladimir Guk als erstem Geher die 20 Kilometer unter 1:30 Stunden zu bewältigen (1:28:39). Damit blieb er fast drei Minuten unter der Siegerzeit von Olympiasieger Leonid Spirin.

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Erster Lauf unter 1:25 Stunden (auf der Straße): Paul Nihil war schließlich der erste Athlet, dem eine Zeit von unter 1:25 Stunden gelang. Der Brite absolvierte die Strecke 1972 in einer Zeit von 1:24:50 Stunden. Auf der Bahn wurde diese Marke erst zwei Jahre später vom Deutschen Bernd Kannenberg (1:24:45) geknackt.

Erster Lauf unter 1:20 Stunden (auf der Straße): Acht Jahre nachdem Nihil die Marke von 1:25 Stunden durchbrechen konnte, schaffte Domingo Colin den nächsten Meilenstein. Der Mexikaner erzielte in 1:19:35 erstmals eine Zeit von unter 1:20 Stunden. In der Folge wurde der Weltrekord noch mehrere Male verbessert, zuletzt im Jahr 2015 vom Japaner Yusuke Suzuki (1:16:36).

Weltrekord-Entwicklung bei den Frauen: Den ersten Weltrekord bei den Damen stellte die Tschechin Antonie Briksová am 6. September 1931 in Prag in einer Zeit von 2:24:00 Stunden auf. Nur acht Tage später verbesserte sie diesen bereits um fast zehn Minuten (2:14:07). Drei Jahre später gelang es der Schweizerin Lina Aebersold erstmals unter zwei Stunden (1:59:02) zu bleiben. Im Jahr 2001 fiel dann die Marke von 1:25 Stunden. Die Zeit von 1:24:50 der Russin Olimpiada Iwanowa hatte bis 2015 Bestand, als sie zunächst von Elmira Alembekowa (1:24:47) und schließlich von Liu Hong (1:24:38) unterboten wurde.

Allgemein Wissenswertes zum 20-km-Gehen

  • Im Unterschied zu Läufern müssen Geher immer, zumindest ohne für das menschliche Auge sichtbare Unterbrechung, mit mindestens einem Bein Bodenberührung haben
  • Das jeweils vordere Bein muss vom Aufsetzen auf den Boden bis zum Erreichen der senkrechten Stellung gestreckt gehalten werden
  • Das Einhalten des technischen Reglements wird vom Kampfrichtern überprüft. Bei Unsauberkeiten des Gehstils können sie die Athleten durch Zeigen einer Gelben Karte auf diese aufmerksam machen
  • Bei schwereren technischen Vergehen stellen die Kampfrichter sogenannte Disqualifikationsanträge aus, die auf einer für alle sichtbaren Tafel am Streckenrand notiert werden
  • Hat ein Athlet drei Disqualifikationsanträge von verschiedenen Kampfrichtern erhalten, folgt die Disqualifikation durch Zeigen der Roten Karte
  • Zur Unterscheidung wird die 20-Kilometer-Strecke auf der Bahn als 20.000-Meter-Gehen bezeichnet
  • Bei den deutschen Meisterschaften gibt es auch eine Mannschaftswertung, bei der die drei besten Teilnehmenden eines Vereins oder einer Startgemeinschaft addiert werden
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