So erlebte Mick Schumacher seinen Sieg-Hattrick
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Nürburgring - Mick Schumacher rast in der Formel 3 von Sieg zu Sieg - beschleunigt er damit seinen Weg in die Formel 1? SPORT1 nimmt seine Situation unter die Lupe.

Es ist inzwischen fast schon ein gewohntes Bild in der Formel 3: Mick Schumacher steigt nach dem Rennen auf sein Auto, reißt die Arme in die Höhe und lässt sich von seinem Prema-Team und den Fans feiern.

Der 19-Jährige ist in Topform, und das rechtzeitig zum Saisonendspurt. Auf dem Nürburgring schaffte er einen lupenreinen Hattrick, gewann als sechster Fahrer in der Geschichte der Serie alle drei Läufe am Rennwochenende - und lenkte damit auch einmal mehr die Aufmerksamkeit der Sportnation auf sich.

Wie gut ist der Sohn von Michael Schumacher schon jetzt und wann ist mit dem Sprung in die Formel 1 zu rechnen?

SPORT1 beantwortet die wichtigsten Fragen zu Schumachers Situation.

Wie sieht es im Titelkampf aus?

In der Gesamtwertung ist er nach seinen Saisonsiegen vier, fünf und sechs in Schlagdistanz zu Spitzenreiter Dan Ticktum, Schumacher liegt sechs Rennen vor Saisonende nur noch drei Punkte hinter dem Red-Bull-Junior. Und das Momentum ist auf seiner Seite: In den vergangenen zehn Rennen feierte er sechs Siege und holte 185 Punkte. Zum Vergleich: Bei Ticktum sind es im gleichen Zeitraum ein Sieg und 121 Zähler.

Sechs Rennen stehen noch aus, drei in Spielberg und drei in Hockenheim. Beides Strecken, die Schumacher liegen.

Warum läuft es auf einmal?

Eine gute Frage, die Schumacher selbst so klar gar nicht beantworten kann. "Es ist eine Kombination aus Dingen, an denen wir gearbeitet haben", sagte er am Sonntag. Der wichtigste Punkt: Er hat sein schwaches Qualifying stark verbessert.

Womit wir beim zweiten Knackpunkt wären: Spa. Dort holte er Ende Juli seine erste Pole und seinen ersten Sieg. Der Knotenlöser. Seitdem ist alles irgendwie ein Selbstläufer. "Spa hat mich gepusht. Nach Spa ist etwas passiert, ich weiß nicht genau was, ich kann es nicht erklären. Seitdem sind wir schnell. Egal, wo wir fahren. Ich bin froh, dass wir zurückgekommen und dort sind, wo wir hingehören. Ich versuche, es weiterhin so konstant hinzubekommen."

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Hinzu kommt natürlich ein Auto, in dem er sich wohlfühlt, das konstant schnell ist. Schumacher: "Wenn das Auto das macht, was man will und trotzdem schnell ist, ist es das perfekte Auto. Von daher ist es für mich leicht, mit so einem konstant guten Auto am Limit zu fahren."

Was sagen die Motorsport-Größen?

Schumacher versucht, die Erwartungen zu dämpfen, stapelt tief. Ähnlich klingt es auch bei FIA-Präsident Jean Todt, bekanntlich ein enger Freund der Schumacher-Familie und wegen Mick am Nürburgring.

Der Franzose: "Er ist ein großartiger Fahrer, muss aber noch viel lernen, deswegen müssen wir ihm Zeit geben. Er hat Druck, weil die Erwartungen groß sind. Aber ich freue mich sehr, wie er sich entwickelt." Auf die mögliche Zukunft Schumachers in der Formel 1 angesprochen, meinte Todt: "Wir werden sehen, wo er landet. Er ist jung, talentiert, warum also nicht? Alles kann passieren."

Für DTM-Chef Gerhard Berger steht fest: "Mick muss in die Formel 1 und ich denke, er wird es auch in die Formel 1 schaffen. Ich denke, dass er schon reif genug für die Formel 2 ist. Wenn er in der Formel 2 gute Leistungen bringt, hat er gute Karten für eine Formel-1-Karriere."

Wie geht Mick den Titelkampf an?

Gelassen. Ruhig. Kampfansagen? Gibt es keine. "In der Formel 3 ist es vor allem wichtig, konstant Punkte zu sammeln. Wenn man das macht, dann ist die Chance sehr groß, dass man Meister werden kann", meinte er. Er weiß: "Es kann immer etwas passieren. Deshalb schaue ich von Rennen zu Rennen und versuche, mein Bestes zu geben."

Am Red Bull Ring und in Hockenheim müsse es so weitergehen: "Und dann schauen wir mal, wo wir stehen."

Wie sieht seine Zukunft aus?

Die Formel 1 ist sein großes Ziel.

Schumacher, seine Familie und Managerin Sabine Kehm gehen seine Karriere aber mit Bedacht an. Ein Schritt nach dem anderen.

Aber: Mick hat sich in eine neue Situation gebracht. Vor Spa lag Schumacher auf einem ordentlichen Mittelfeld-Platz. Dass er noch einmal in den Titelkampf eingreifen würde, schien äußerst unwahrscheinlich. Deshalb wäre eine weitere Formel-3-Saison zu dem Zeitpunkt wohl die realistischere Variante gewesen.

Jetzt, sollte er den Titel holen oder Vize werden, würde sich die Frage stellen, ob nicht schon ein Aufstieg der bessere Plan wäre. Die Formel 2 wäre dann wohl der logische Weg. Lando Norris ist ein gutes Beispiel, wie es gehen kann: 2017 holte der Brite in der Formel 3 den Titel, fährt 2018 in der Formel 2 und wird 2019 sein Königsklassen-Debüt bei McLaren feiern.

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