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München - Die Silberpfeile haben in der Formel 1 ihre Vormachtstellung in Sachen Motorleistung eingebüßt, Ferrari hat gleichgezogen. Grund dafür ist eine Regeländerung.

Was waren das kürzlich noch für Zeiten: In den letzten Jahren dominierten die Mercedes-Piloten die Formel 1 beinahe nach Belieben. Mit dem stärksten Motor im Feld gingen sowohl der Fahrertitel als auch die Konstrukteurs-Meisterschaft in den vergangenen vier Jahren an die Silberpfeile.

Doch von der Motoren-Dominanz vergangener Tage ist in der aktuellen Saison bei Lewis Hamilton und Valtteri Bottas nicht mehr viel zu sehen. Bereits bei den Testfahrten im Winter zeichnete sich dieser Trend ab. Trotz einer erhöhten Laufleistung von 5.000 auf 8.000 Kilometer konnte Mercedes die Leistung seiner Motoren nicht wirklich steigern.

Ferrari zieht mit Mercedes-Motor gleich

Mehr noch als das: Ferrari hat in Sachen Motorenleistung mit den Silberpfeilen inzwischen sogar gleichgezogen. Während die Scuderia in der letzten Saison auf den langen Geraden noch deutlich unterlegen war, ist in der Saison 2018 kaum mehr ein Unterschied auszumachen.(SERVICE: Die Fahrerwertung)

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Zur Erinnerung: Schon beim Rennen in Bahrain überzeugte Ferrari mit Power. Bei Geschwindigkeitsmessungen in China lag Sebastian Vettel bei drei von vier Speed-Messungen sogar knapp vor den Silberpfeilen. 1,5 km/h trennten beide Rennställe.

Ölverbrauch wird gedrosselt

Die Entwicklung hat Gründe: Ursache für die weggefallene Dominanz der Silberpfeile ist eine Regeländerung. Mit Beginn der aktuellen Saison wurde der Ölverbrauch pro 100 Kilometer auf 0,6 Liter beschränkt. Dadurch soll verhindert werden, dass Öl zur Leistungssteigerung in den Verbrennungsprozess eingespeist wird.

Die Einhaltung dieser Obergrenze wird von der FIA genau überwacht. Mit Sensoren im Haupt-Öltank wird ständig gemessen, wie stark sich der Pegel senkt. Jeden Renn- und Trainingstag werden außerdem bei zwei Teams die Zusatzöltanks in vollem und leerem Zustand gewogen, um Tricksereien zu vermeiden.(SERVICE: Die Teamwertung)

Doch genau diese Kontrollen sind für die Silberpfeile nun zum Problem geworden.

"Die Messungen des Ölverbrauchs sind nicht ganz präzise. Wenn du da an der Grenze operierst, riskierst du, dass du auch mal drüber liegst. Mercedes kann es sich nicht leisten, illegal zu fahren", sagte Teamchef Toto Wolff bei auto motor und sport.

Ferrari geht volles Risiko

Um nicht in Bedrängnis zu kommen, haben sich die Silberpfeile dazu entschlossen, wieder eine Ölspezifikation aus dem Jahr 2016 einzusetzen. Diese Entscheidung führt allerdings zu Leistungseinbußen.

Beim ersten Saisonrennen in Australien lagen Ferrari und Mercedes mit 0,58 Litern nur knapp unter dem erlaubten Grenzwert. Den Silberpfeilen erschien dieser Spielraum aufgrund der unsicheren Messungen zu gering. Beim zweiten Rennen in Bahrain wurde beim Öl dann eine Stufe zurückgerüstet - und prompt zog Ferrari vorbei.

Denn: Die Scuderia geht auch weiterhin - trotz der neu eingeführten Grenzwerte - volles Risiko.

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