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Sebastian Vettel verliert Lewis Hamilton in der WM-Wertung langsam aus den Augen
Sebastian Vettel verliert Lewis Hamilton in der WM-Wertung langsam aus den Augen © Getty Images
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Sebastian Vettel legt beim Großen Preis von Spanien einen zusätzlichen Stopp ein und verspielt Platz einen Podiumsplatz. Lewis Hamilton fährt souverän zum Sieg.

Sebastian Vettel hat trotz eines Super-Starts eine empfindliche Klatsche eingesteckt. Der Ferrari-Star hatte auch wegen neuerlicher taktischer Patzer seiner Scuderia nicht den Hauch einer Chance und musste sich beim Großen Preis von Spanien nicht nur seinem Titelrivalen Lewis Hamilton geschlagen geben. Bei der fehlerlosen One-Man-Show des Weltmeisters blieb Vettel nur Rang vier. (SERVICE: Das Rennen im Re-Live)

Vettel verteidigte die Strategie bei RTL: "Aus unserer Sicht war es die bessere Strategie. Wir haben uns auf den neuen Reifen das ganze Wochenende schwer getan. Für uns wäre ein Stopp keine Option gewesen."

Durch seinen zweiten Sieg in Serie baute Mercedes-Star Hamilton seine WM-Führung gegenüber Vettel auf 17 Punkte aus. (DATEN: WM-Stand Fahrerwertung)

Räikkönen-Aus - schwarzer Sonntag für Ferrari

Der Heppenheimer, für den Platz zwei möglich gewesen wäre, musste durch ungünstige Boxenstopps aber auch Valtteri Bottas im zweiten Silberpfeil und zudem Red-Bull-Pilot Max Verstappen ziehen lassen. Kimi Räikkönens Aus wegen technischer Probleme machte den schwarzen Sonntag für Ferrari perfekt - während Mercedes seinen ersten Doppelsieg 2018 feierte. (DATEN: Ergebnis Spanien-GP)

"Das Auto und ich waren heute eine Synergie. Das war ein tolles Gefühl", sagte Hamilton: "Wir machen jetzt wieder Druck auf Ferrari. Es ist großartig zu sehen, dass wir im Team die Kraft haben, das zu leisten."

Guter Start von Vettel

Dabei hatte sich Vettel schon am Start zunächst am Finnen Bottas vorbei gequetscht und war danach auf die Jagd nach seinem Rivalen Hamilton gegangen. Doch der Pole-Setter aus England präsentierte sich ähnlich stark wie am Samstag im Qualifying und konnte schnell einen beruhigenden Vorsprung auf Vettel herausfahren, der wiederum Bottas auf Distanz halten konnte.

Weil Vettel auf der Strecke keine Chance gegen Hamilton hatte, entschied sich Ferrari zu einem frühen Boxenstopp und schickte ihn mit Medium-Reifen wieder raus. Fast sah es so aus, als hätte sich die Scuderia da schon verzockt, aber Mercedes legte bei Bottas anschließend keinen sauberen Reifenwechsel hin und Vettel blieb knapp vor dem Finnen.

Hamilton, der an der Spitze bequem Reifenmanagement betreiben konnte, blieb deutlich länger draußen als Vettel und Bottas, seine Führung war nie in Gefahr. Dahinter reihte sich das Red-Bull-Duo Max Verstappen und Daniel Ricciardo ein.

Eigentlich wurde in Barcelona wieder einmal nur in der Box überholt, Vettel wurde nach zwei Dritteln des Rennens während einer Virtual-Safety-Car-Phase dann erneut an die Box geholt. Bottas fuhr aber ebenso wie Verstappen - trotz eines kaputten Frontflügels - weiter, beide zogen an Vettel vorbei. Da machten die Ferrari-Strategen eine ganz schlechte Figur.

Insgesamt schien Reifenflüsterer Hamilton am besten die empfindlichen Walzen zu beherrschen. Nach den Problemen (Blasenbildung) von den Tests in Barcelona vor der Saison hatte Pirelli für das Rennen einen neuen Reifen produziert, der außer in Spanien noch in Frankreich und England zum Einsatz kommen wird - die Gummis sind 0,4 Millimeter dünner und dadurch ein Kilo leichter pro Stück.

Verschwörung? Wolff spricht von "Paranoia"

Weil die Gummis Mercedes in die Karten zu spielen schienen, witterte die Konkurrenz von Ferrari und Red Bull bereits eine Verschwörung zugunsten des Sterneteams. Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff wies die Spekulationen aber umgehend als "Unsinn" zurück und sprach von "Paranoia".

Doch das Kräfteverhältnis scheint sich nach dem fünften Rennen der Saison geändert zu haben. (DATEN: Rennkalender der Formel 1) Hamilton hatte Vettel in Barcelona stets im Griff. Und Spanien gilt als Gradmesser schlechthin für den weiteren Verlauf des Jahres. In der Formel 1 heißt es: Wer in Barcelona schnell ist, ist auch im Rest der Welt schnell. In zwei Wochen steigt erst einmal der Klassiker in Monte Carlo.

Hülkenberg Opfer des Start-Crashs

Für Nico Hülkenberg war das Rennen schon nach wenigen Minuten beendet. Der Emmericher war mit seinem Renault Opfer des von Romain Grosjean (Haas) ausgelösten Startcrashs und wetterte hinterher gegen den Franzosen. "Einmal wieder sehr gut gemacht, der alte Fliegenfänger", sagte Hülkenberg bei RTL: "Jede Wochenende aufs Neue ist es eine Show mit ihm." In der Folge kam das Safety Car zum Einsatz.

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