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Formel 1 in Hockenheim: Max Verstappen mit Rekord im Training - Vettel Vierter
Max Verstappen dominiert das Trainig von Hockenheim © Getty Images
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Daniel Ricciardo dreht im ersten Training vor dem Großen Preis von Deutschland die schnellste Runde. Doch die Favoriten liegen dicht beieinander.

Sebastian Vettel ist auf dem Weg zu seinem ersten Hockenheimsieg in Lauerstellung, Max Verstappen ließ die vielen niederländischen Fans jubeln: Der 20 Jahre alte Red-Bull-Pilot setzte in einem buchstäblich hitzigen Freitagstraining zum Großen Preis von Deutschland mit neuem Streckenrekord von 1:13,085 Minuten die Bestzeit. Die Topstars der Formel 1 lagen allerdings sehr dicht beieinander.

WM-Spitzenreiter Sebastian Vettel wurde mit 0,225 Sekunden Rückstand Vierter. Fast schon traditionell konnte der 31-Jährige mit seinem Ferrari am Freitag nicht ganz das Tempo der Spitze halten, im Verlauf der vergangenen Rennwochenenden legte der SF71H bei der Pace aber samstags und sonntags regelmäßig zu.

"Das Auto hat heute gut funktioniert. Wir haben ein bisschen was ausprobiert", sagte Vettel, der bei den Rennsimulationen bereits am Freitag den stärksten Eindruck hinterließ: "Uns fehlt noch etwas die Performance auf einer Runde, da können wir noch etwas verbessern."

Hamilton liegt vor Vettel

Vettels WM-Rivale Lewis Hamilton (England) lag am Tag nach seiner Vertragsverlängerung bei Mercedes bis 2020 als Zweiter lediglich 0,026 Sekunden hinter Verstappen. Der Finne Valtteri Bottas, dessen Mercedes-Vertrag am Freitag bis 2019 mit Option für 2020 verlängert wurde, belegte Rang drei (+0,105). Renault-Pilot Nico Hülkenberg beendete die Einheit als Zehnter (+1,411).

Das ist die Schlüsselstelle in Hockenheim

Kleiner Wermutstropfen für die knapp 10.000 Verstappen-Fans: Ihr Liebling klagte in der Endphase des Trainings über Probleme beim Runterschalten, sein Bolide wurde zur Sicherheit in die Box geholt. Damit fehlen dem Niederländer ein paar Erkenntnisse bei der Rennsimulation.

Verstappens Teamkollege Daniel Ricciardo (Australien), der am Freitag als Sechster 0,440 Sekunden Rückstand hatte, ist kein Siegkandidat für das Rennen am Sonntag: An der Power Unit seines Red Bull wurden drei Komponenten über das erlaubte Maß hinaus ausgetauscht, der Monaco-Sieger wird in der Startaufstellung damit um 20 Plätze zurückversetzt.

Vettel freut sich über Unterstützung bei Heim-Rennen

Im Vorfeld hatte der Viertplatzierte der Fahrer-WM bereits mit dieser Maßnahme kokettiert, weil man in Hockenheim besser überholen kann als auf dem Hungaroring, wo am 29. Juli der Große Preis von Ungarn steigt.

Vettel, der rund 40 Kilometer entfernt vom Hockenheimring aufwuchs, winkte bei seiner ersten Ausfahrt am Vormittag aus dem Cockpit heraus den Fans im Motodrom zu. Beim vorerst letzten Großen Preis von Deutschland zierte ein schwarz-rot-goldenes Ringmuster den Helm des viermaligen Weltmeisters. "Es war toll, schon heute so viele Ferrari-Fahnen zu sehen", sagte Vettel.

2019 wird kein Formel-1-Rennen in Deutschland stattfinden, darüber hinaus sind die Aussichten eher trüb. Hockenheimring und Nürburgring wollen nicht mehr die geforderte Antrittsprämie zahlen, nur bei geteiltem Risiko oder als Vermieter an die Formel 1 würden sie weitermachen. Vettel kritisierte am Donnerstag, dass es in Deutschland keine Hilfe vom Staat oder dem Land gebe, wie bei einigen anderen Rennen üblich.

Hockenheim-Qualifying droht Wetter-Chaos

Am Sonntag wird es auf den Tribünen in Hockenheim allerdings so voll werden wie zuletzt 2006, beim letzten Heimsieg von Rekordweltmeister Michael Schumacher waren 70.000 Fans an der Strecke.

Vor dem Training traute sich kaum ein Team, eine seriöse Prognose abzugeben. Weil es im Vorjahr kein Rennen in der Kurpfalz gab, waren die Erfahrungswerte von 2016 kaum noch etwas wert. Seither hat sich der Abtrieb der Boliden durch die Reglementänderungen zur Saison 2017 deutlich erhöht, die Wagen sind besonders in den Kurven deutlich schneller geworden. Auch bei der Belastung der breiteren Reifen betraten die zehn Teams in Hockenheim Neuland.

Bei strahlendem Sonnenschein und fast 50 Grad Streckentemperatur waren Fahrer und Material extremen Belastungen ausgesetzt. Das wird sich am Samstag ändern, während des Qualifyings (ab 15 Uhr im LIVETICKER) ist mit Gewittern zu rechnen. Auch am Rennsonntag könnte Regen das Geschehen beeinflussen.

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