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München - Beim Großen Preis von Österreich steht Sebastian Vettel auf dem Podest und erobert die WM-Führung zurück. Dennoch gibt es bei Ferrari einigen Anlass zu Kritik.

Eigentlich war der Große Preis von Österreich für Ferrari ein erfolgreicher Grand Prix. Kimi Raikkönen und Sebastian Vettel sicherten sich beim Sieg von Max Verstappen beide einen Platz auf dem Podest, außerdem entriss der Heppenheimer Lewis Hamilton die Führung in der WM-Fahrerwertung. (SERVICE: Die Fahrerwertung)

Dennoch wollte sich bei der Scuderia keine ausgelassene Freude einstellen. "Es war ein positiver Tag, der besser hätte sein können", konstatierte Vettel nach dem Rennen. Dabei stellt Ferrari nach dem spektakulären Rennen in Spielberg nicht nur die Nummer 1 bei den Piloten, sondern lässt zum ersten Mal seit einer gefühlten Ewigkeit auch in der Team-Wertung die Silberpfeile hinter sich.

Der Grund für die relativ moderate Freude sind die vermeidbaren Fehler, die den Roten eine noch bessere Bilanz nach den ersten neun Rennen kosteten. (SERVICE: Die Teamwertung)

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Vor allem zwei Probleme machen Vettel und Ferrari zu schaffen.

- Vettel kritisiert mangelnde Kommunikation

Zwischen Fahrer und Kommandostand läuft derzeit nicht alles rund. Beim Rennen in Österreich waren zwei größere Missverständnisse in der Kommunikation daran schuld, dass Sebastian Vettel nicht noch weiter vorne platziert war.

Während des Qualifyings hatte Vettel den Spanier Carlos Sainz in Q2 auf dessen schneller Runde behindert, indem er langsam auf der Ideallinie unterwegs war. "Ich habe ihn im Rückspiegel nicht gesehen, im Funk wurde mir nichts gesagt", erklärte sich der viermalige Weltmeister im Anschluss.

Der Kommandostand, der stets über die Position aller sich auf der Strecke befindenden Fahrer Bescheid weiß, hätte Vettel auf den herannahenden Sainz hinweisen müssen.

Nach einer Untersuchung durch die Rennkommissare wurde Vettel um drei Startplätze nach hinten versetzt. Aus Platz drei wurde Rang sechs, nach dem Start fiel der 30-Jährige gar auf Platz acht zurück.

Auch im Rennen war bei der Scuderia mangelnde Absprache zu beobachten.

Ähnlich wie bei vielen Kollegen wurde auch bei Vettel während des Virtuellen Safety Cars ein Boxenstopp vorgenommen. Hamilton blieb dagegen auf der Strecke und versuchte mit schnellen Runden den Schaden des verpassten Boxenstopps zu minimieren.

Sebastian Vettel hätte ebenfalls schneller fahren können, schonte stattdessen aber die Reifen. Nachdem der Brite seinen Boxenstopp vollzogen hatte, fuhr er noch vor Vettel wieder zurück auf die Strecke. Vettel beschwerte sich anschließend am Funk, dass er nicht darüber informiert worden sei, virtuell hinter Hamilton zu liegen.

Auch wenn der Deutsche seine Kritik am Kommandostand nach dem Rennen relativierte und zugab, dem Team "keinen Vorwurf machen zu können", fehlt der Ferrari-Kommunikation offensichtlich hin und wieder die nötige Klarheit.

- Schlechtes Qualifying

Noch zu Beginn der Saison glänzte Ferrari mit hervorragenden Ergebnissen im Qualifying. Seit dem Motoren-Update der Silberpfeile beim Großen Preis von Frankreich läuft es für die Scuderia nicht mehr rund.

"Wir müssen sicherstellen, dass wir uns verbessern. Im Qualifying fallen wir im Moment etwas zurück. Es gibt also viel für uns zu tun", mahnte auch Vettel in Spielberg an. Während es in den ersten beiden Qualifying-Abschnitten meist noch rund läuft, fallen Vettel und auch Kimi Raikkönen vor allem im Q3 zurück.

Beim Rennen in Spielberg profitierten die Roten zwar vom Totalausfall der Silberpfeile, dennoch wurden aufgrund der schlechten Position in der Startaufstellung Punkte verschenkt.

Viel Zeit für Verbesserungen bleibt Ferrari allerdings nicht. Bereits am kommenden Sonntag steigt das nächste Rennen in Silverstone.

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