Das ist der härteste Bremspunkt beim Ungarn-GP
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München und Budapest - In Ungarn holt Mercedes die Doppel-Pole. Dabei dominiert zuvor Sebastian Vettel. SPORT1 erklärt die Gründe für die Hamilton-Pole und, was Ferrari Hoffnung macht.

Mit dieser Startaufstellung hätte vor dem Großen Preis von Ungarn (So., ab 15.10 Uhr im LIVETICKER) wohl kaum einer gerechnet. Das ganze Wochenende über dominierte auf dem Hungaroring einzig und alleine die Farbe Rot.

Der viermalige Weltmeister Sebastian Vettel führte in jeder Trainingssession, von den Silberpfeilen war weit und breit nichts zu sehen. (SERVICE: Die Fahrerwertung der Formel 1)

Auch Mercedes selbst hatte sich für den Grand Prix in Budapest kaum etwas ausgerechnet. "Wir haben das Wochenende eigentlich unter dem Motto Schadensbegrenzung gesehen, und hatten es uns zum Ziel gesetzt, Punkte zu machen", sagte Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff nach dem Qualifying.

Perfekte Ausgangsposition für Hamilton

Mit den Startplätzen eins und zwei hat sich die Ausgangslage für Lewis Hamilton und Valtteri Bottas nun gänzlich verändert. "Jetzt ist auf jeden Fall alles drin", jubelte Wolff.

Beim Qualifying zum Großen Preis von Ungarn hatten die Fahrer mit starkem Regen zu kämpfen
Beim Qualifying zum Großen Preis von Ungarn hatten die Fahrer mit starkem Regen zu kämpfen © Getty Images

So euphorisch die Stimmung im Lager der Silberpfeile, so frustriert zeigte man sich bei der Scuderia. "Wir hätten unter diesen Bedingungen leicht auf die Pole Position fahren können, doch leider ist das nicht passiert", monierte Kimi Raikkönen.

Doch wieso landeten die Roten - trotz dominanter Leistungen während des gesamten Wochenendes - am Ende nur in Startreihe zwei? (SERVICE: Die Teamwertung der Formel 1)

Bereits zu Beginn des zweiten Quali-Sektors sah es kurzfristig so aus, als ob der Tag für Vettel ein böses Ende nehmen könnte. Als einziger Fahrer im gesamten Feld startete er mit Intermediates.

Wäre die Strecke trocken geblieben, hätte es Vettel wohl nicht einmal unter die besten Zehn geschafft. Doch der 31-Jährige behielt mit seiner Reifenwahl Recht. Einsetzender leichter Regen brachte ihm die Bestzeit und den lockeren Einzug in Q3. Alle anderen Piloten mussten nachziehen.

Vettel wählte falsche Reifen

Während man bei Ferrari im zweiten Abschnitt noch die richtigen Reifen wählte, folgte in der letzten Qualifikationsrunde der entscheidende Fehler.

Hatten beim leichten Regen in Q2 die Intermediates noch ausgereicht, waren diese Reifen dem immer stärker werdenden Schauern in den letzten zwölf Minuten nicht mehr gewachsen. (SERVICE: Der Rennkalender der Formel 1)

Im Gegensatz zu den Silberpfeilen und Teamkollege Raikkönen holte sich Vettel vor seinem zweiten Runde jedoch keine neuen Regenreifen mehr ab. Bei starkem Aquaplaning war der Heppenheimer dann aufgeschmissen und musste sich am Ende mit dem vierten Platz begnügen.

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Mercedes vom Regen begünstigt

Bei trockener Strecke wäre Ferrari die Pole Position wohl nur schwer zu nehmen gewesen. Doch das Wetter machte der Scuderia einen Strich durch die Rechnung und schlug sich auf die Seite von Mercedes.

"Die zwei Gewitter, die wir gebraucht haben, sind tatsächlich über uns hinweggezogen. Da haben wir heute vielleicht ein bisschen Glück gehabt", gab Wolff nach dem Qualifying zu.

Eines wurde auf dem Hungaroring deutlich: Bei Regen ist Mercedes aktuell im Vorteil. Eine Erkenntnis, die selbst die Silberpfeile überraschte.

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"Das wussten wir auch nicht. Auf dem Intermediate war der Ferrari noch einen Tick schneller. Aber als es begonnen hat, wirklich zu regnen, war von der ersten Runde klar, dass wir vielleicht auf dem Regenreifen das beste Tempo haben", stellte Wolff fest.

Hohe Temperaturen helfen Ferrari

Nach Regen sieht es für das Rennen am Sonntag allerdings derzeit nicht aus. Auf dem Hungaroring werden rund 33 Grad erwartet. Für Ferrari ein Grund zur Hoffnung.

Bereits beim Training am Freitag hatte sich gezeigt, dass Mercedes die bei warmen Temperaturen eingesetzten Ultrasofts deutlich mehr strapaziert. Je höher die Temperaturen, desto größer könnte der Vorteil für Ferrari werden.

Mercedes dürfte sich angesichts der freien Reifenwahl gut überlegen, welche Reifen man im Rennen einsetzt - doch spielt das überhaupt eine Rolle? "Der einzige Reifen, von dem wir wissen, dass er auf unserem Auto funktioniert, ist der Full-Wet - vielleicht nehmen wir einfach den", scherzte Wolff.

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