Hamilton steht vor fünftem WM-Titel - Vettel patzt
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Suzuka - Sebastian Vettel rammt in Suzuka Max Verstappen. Anders als viele Experten sieht der Ferrari-Pilot die Schuld beim Red-Bull-Piloten. Dieser kontert umgehend.

Sebastian Vettel hat beim Großen Preis von Suzuka erneut ein besseres Ergebnis weggeworfen und musste sich am Ende mit Platz sechs begnügen: der WM-Titel ist damit mehr denn je in weite Ferne gerückt.

Was war passiert? Der viermalige Weltmeister, der nach dem verpatzten Qualifying in Suzuka nur von Rang acht ins Rennen ging, hatte kurz nach einem Re-Start hinter Max Verstappen fahrend die Geduld verloren und war in der achten Runde mit dem Niederländer kollidiert.  (Der Große Preis von Japan zum Nachlesen im LIVETICKER)

Der Ferrari-Pilot hatte sich nach einer starken Anfangsphase zuvor bereits auf Rang vier vorgekämpft, musste sich nach dem selbst verschuldeten Dreher in der Spoon-Kurve jedoch am Ende des Feldes wieder einreihen.

Vettel sieht Verstappen als Schuldigen

Aber war der Crash überhaupt von Vettel verschuldet? Dieser Meinung waren jedenfalls die Experten vor Ort - doch Vettel ist komplett anderer Ansicht.

"Er (Verstappen, Anm. d. Red.) hat mich gesehen und seine Linie verteidigt, aber innen war Platz. Doch dann hat er mir keinen Platz gelassen. Er hat sich damit selbst geschadet. Dass er weitergefahren ist, ist vielleicht nicht richtig, aber dass ich derjenige bin, der sich dreht, ist nicht verdient", sieht Vettel bei RTL Verstappen als Schuldigen.

Auch der Hinweis, dass er mit dieser Meinung ziemlich allein ist, brachte Vettel nicht von seiner Überzeugung ab: "Im Fernsehen sieht das immer anders aus. Es ist immer wieder ein Problem bei ihm. Er hält auch gegen Kimi (Räikkönen, Anm. d. Red.) dagegen, wo man nicht mehr dagegen halten sollte - aber jeder darf machen, was er will."

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Vettel: "Das ist eine Art Trademark"

Auch wenig später hatte sich Vettel noch nicht beruhigt und legte sogar nach: "Es ist schon eine Art "Trademark" für ihn, dass er - sobald er jemanden in seiner Nähe sieht - alles versucht, um seinen Platz zu verteidigen, auch wenn es zu spät ist. Bei mir waren wir Rad an Rad, aber ich konnte nirgendwo hin. Dann muss er zurückziehen und in der nächsten Kurve zurückkämpfen."

Die Rennleitung wertete die Kollision dennoch als "Rennunfall". "Seb hat innen ein Manöver versucht, das man machen kann. Er war halb daneben, Max hat eingelenkt. Das sehen wir ganz oft. Die Kommissare geben normalerweise keine Strafen, wenn sie sich nicht sicher sind, dass ein Fahrer die Hauptschuld trägt", erklärte Rennleiter Charlie Whiting.

Vettel bewies anschließend Kämpferherz und landete nach einigen tollen Überholmanövern noch auf dem sechsten Rang.

Verstappen schimpft nach Strafe

Anders als bei dem Vettel-Crash entschieden die Sportkommissare bei einer Szene kurz nach dem Rennstart, als Verstappen mit Vettels Teamkollege Kimi Räikönnen kollidiert war. Verstappen wurde mit einer Fünf-Sekunden-Strafe belegt, was dieser wie üblich nicht nachvollziehen konnte (Die Fahrerwertung der Formel 1).

"Was zum Teufel! Ganz ehrlich - ich habe mein Bestes getan. Er fährt ja auf der Außenseite. Er hätte auch locker warten können, bis ich wieder auf der Strecke bin", tobte Verstappen am Funk und legte nach dem Rennen nach, indem er die Strafe als "lächerlich" bezeichnete.

Das sieht Rennleiter Charlie Whiting anders: "Max war neben der Strecke und fuhr auf unsichere Art und Weise auf die Strecke zurück. Kimi war dort und wurde von Max abgedrängt. Das war ziemlich eindeutig für die Kommissare."

Vettel ging bereits mit 50 Punkten Rückstand in der Meisterschaft auf Mercedes-Pilot Lewis Hamilton ins Rennen, der seine Pole Position am Start souverän verteidigen konnte. Nach dem Suzuka-GP ist dieser Rückstand auf 67 Punkte angewachsen.

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