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Max Verstappen kollidiert in Führung liegend beim Überrunden mit Esteban Ocon. Der Niederländer tobt und wird gegenüber dem Force-India-Piloten handgreiflich.

Komplette Eskalation bei Max Verstappen!

Eigentlich lag der Niederländer beim Großen Preis von Brasilien in Führung - bis er in Runde 41 auf den überrundeten Esteban Ocon traf. Beide Wagen kollidierten, Verstappen fiel nach einem Dreher hinter Hamilton zurück. Noch am Ort des Geschehens fluchte der 21-Jährige hemmungslos in den Boxenfunk.

"Idiot! Idiot! Was für ein Idiot!", wütete Verstappen und zeigte dem Franzosen noch beim Wendemanöver den Stinkefinger. Und auch direkt nach dem Rennen war der Red-Bull-Pilot immer noch vollkommen ungehalten. Im Team-Radio ließ er seine Ingenieure wissen: "Wenn ich ihn gleich irgendwo im Fahrerlager sehe, dann...". 

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Und es sollte noch schlimmer kommen. Im Interview nach dem Verlassen seines Wagens machte Verstappen ganz deutlich, was er von der Aktion des Franzosen hält: "Ich weiß nicht, was ich sagen soll. von so einem Idioten rausgenommen zu werden, da fehlen mir die Worte."

Verstappen wird handgreiflich

Seinen Worten sollte der 21-Jährige im Anschluss Taten folgen lassen. Beim Wiegen in der FIA-Garage ging Verstappen auf Ocon los, schubste ihn von der Waage. Als Ocon erneut auf den Niederländer zulief, hatte Verstappen bereits den nächsten Schubser parat.

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Im RTL-Interview machte dann Ocon selbst seinem Ärger Luft. "Ich hatte frische Reifen und die Geschwindigkeit, um mich zurückzurunden. Max muss mir Platz lassen. Aber das Schlimme ist sein Verhalten danach: Beim Wiegen kam er zu mir, hat mich geschubst", so der 22-Jährige.

Ganz anders bewertete die Angelegenheit Dr. Helmut Marko. "Wenn man eine Runde hinten ist, darf er überhaupt nicht in den Führungskampf eingreifen", stellte der Red-Bull-Boss klar.

Mildes Urteil für Verstappen

Eine weitere Tatsache verlieh der Kollision zusätzliche Schärfe: "Ein Überrundeter, der bei Mercedes unter Vertrag steht, rempelt den Führenden von der Strecke. Das ist unglaublich! Also ich will da gar keinen weiteren Kommentar abgeben, ich habe so etwas noch nie gesehen", so Marko.

Lewis Hamilton sah die Schuld dagegen nicht klar bei Ocon. "Er darf sich zurückrunden", erklärte er Verstappen kurz vor der Siegerehrung.

Bereits im Rennen wurde Ocon bestraft. Mit seinem Auto musste er eine Zehn-Sekunden-Strafe in der Boxengasse absitzen. Wie die Handgreiflichkeit von Max Verstappen geahndet wird, ist indes noch unklar. Beide Fahrer mussten sich nach dem Rennen vor den Stewards verantworten. Der ungewöhnliche Grund: "Körperkontakt mit einem Kontrahenten."

Das Urteil der Kommissare fiel für Verstappen milde aus. Er muss an zwei Tagen bei einer oder mehreren FIA-Veranstaltungen auftreten und dabei öffentlichkeitswirksame Arbeit verrichten.

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