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Max Verstappen fällt auf der Rennstrecke oft durch seinen aggressiven Fahrstil auf
Max Verstappen fällt auf der Rennstrecke oft durch seinen aggressiven Fahrstil auf © Getty Images
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München - Trotz seiner Jugend ist Max Verstappen einer der schnellsten Fahrer in der Formel 1. Allerdings sorgt er durch seine Risikobereitschaft auch immer wieder für Unfälle.

Max Verstappen

Geburtstag: 30. September 1997
Geburtsort: Hasselt (Belgien)
Formel-1-Debüt: Großer Preis von Australien 2015
WM-Titel: -
Siege: 6
Bisherige Rennställe: Torro Rosso, Red Bull
Startnummer: 33

2015 sorgte Red Bull für einen wahren Paukenschlag. Ein 17-jähriger Nachwuchsfahrer, der erst eine einzige - allerdings äußerst erfolgreiche - Saison im Formel-Sport gefahren hatte, bekam neben Carlos Sainz das zweite Cockpit bei Toro Rosso.

Damit pulverisierte Max Verstappen mit 17 Jahren, 5 Monaten und 13 Tagen den Rekord des jüngsten Formel 1-Pilotens aller Zeiten. Zuvor war Lance Stroll mit 18 Jahren, 4 Monaten und 25 Tagen der Rekordhalter.

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Motorsport als Familientradition

Dass Max Verstappen bereits in so jungen Jahren in die Königsklasse des Motorsports aufsteigt, war so nicht vorherzusehen. Aber dass der junge Niederländer, der wegen seiner Mutter auch die belgische Staatsbürgerschaft besitzt, seinen Weg im Motorsport gehen würde, daran hegte er nie einen Zweifel. Die Liebe zum Rennsport wurde ihm quasi in die Wiege gelegt.

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Bereits sein Vater, Jos Verstappen, war Rennfahrer und fuhr acht Jahre in der Formel 1. Bis heute ist Verstappen senior der Niederländer mit den meisten Formel-1-Rennen. Bereits zehn Tage nach der Geburt von Max, startete Jos Verstappen bereits wieder beim Großen Preis von Japan. Seine Mutter Sophie Kumpen war ihrerseits eine erfolgreiche Kart-Fahrerin. Sein Großvater war 1987 belgischer Rallycross-Meister.

Formel 1: Max Verstappen feiert nach dem Großen Preis von Spanien (2016) mit seinem Vater Jos den ersten Formel 1-Sieg
Formel 1: Max Verstappen feiert nach dem Großen Preis von Spanien (2016) mit seinem Vater Jos den ersten Formel 1-Sieg © GEtty Images

Erste Kart-Erfolge

Mit diesem Familienhintergrund dauerte es natürlich nicht lange, bis auch der kleine Max Gefallen am Duft von Benzin und Gummiabrieb gefunden hatte. Bereits im zarten Alter von vier Jahren bekam er seine erstes Kart geschenkt und war in den folgenden drei Jahren fast unschlagbar auf der Strecke.

Nach seinen Erfolgen in der niederländischen und belgischen Minimax-Rotax-Challenge sowie in der Minimax-Wertung der Benelux Karting Series, wechselte Verstappen in den internationalen Kart-Sport, wo er direkt an seine Erfolge anknüpfte. In seinem letzten Jahr im Kart-Sport (2013) triumphierte er in so ziemlich jeder Klasse, in der er antrat. In der CIK-FIA-Europameisterschaft gewann er in der KF- und KZ-Klasse. Dazu triumphierte er in der KZ1-Klasse der WSK Euro Series und in der KZ-Klasse der CIK-FIA-Weltmeisterschaft.

2014 - Aufstieg in den Formel-Bereich

Diese Erfolge - vor allem die spielerisch wirkende Leichtigkeit, mit der Verstappen diese Erfolge errang - verliehen ihm schnell den Ruf eines Jahrhundert-Talents. Anfang 2014 feierte der zu diesem Zeitpunkt 16-Jährige zwei Siege und insgesamt fünf Podestplätze bei der Florida Winter Series. Dafür wurde er mit einem Cockpit bei Van Amersfoort Racing in der Formel 3 belohnt.

Formel 1: Beim Zandvoort Masters der Formel 3-Serie feierte Max Verstappen 2014 einen überlegenen Sieg
Formel 1: Beim Zandvoort Masters der Formel 3-Serie feierte Max Verstappen 2014 einen überlegenen Sieg © Getty Images

Und wie sollte es anders sein, auch hier fuhr er von Erfolg zu Erfolg. Zwar brauchte er einige Rennen, um sich auf die neuen Gegebenheiten in der Formel 3 einzustellen. Aber bereits im sechsten Rennen stand er auf dem Hockenheimring das erste Mal ganz oben auf dem Treppchen - genauso wie bei den folgenden sechs Rennen in Spa-Francorchamps und Nürnberg.

Gekrönt wurde das Jahr 2014 durch das Erteilen der Superlizenz durch die FIA. Verstappen war es nun offiziell erlaubt, für einen Formel-1-Rennstall zu fahren.

Red Bull schnappt sich das Talent

Die Möglichkeit, sich dieses Jahrhundert-Talent zu sichern, wollten viele Teams nutzen. Am Ende machte Red Bull, die dem Niederländer bereits ein Cockpit im Schwesterteam Toro Rosso anbieten konnten, das Rennen. Die ersten Kilometer legte er schon 2014 in einem offiziellen Training für die kleinen Bullen zurück, ab 2015 war er offizieller Fahrer und damit jüngster Starter bei einem Formel-1-Rennen - unnötig zu erwähnen, dass er auch der erste Starter unter 18 war.

Seine erste Saison sollte auch gleich einen Hinweis auf sein anscheinend unendliches Talent geben. Bereits im zweiten Rennen fuhr er seine ersten WM-Punkte ein (er löste damit Sebastian Vettel als Rekordhalter für den jüngsten Fahrer mit WM-Punkten ab) und beendete die Saison als Zwölfter. Das teaminterne Duell gegen Carlos Sainz entschied er mit 49 zu 18 Punkten klar für sich. Die FIA verlieh ihm nach der Saison die Auszeichnungen für den "Rookie des Jahres", die "Persönlichkeit des Jahres" und für die "Aktion des Jahres".

2016 - Der Wechsel zu Red Bull

In der folgenden Saison kam der nächste Meilenstein in seiner kometenhaften Karriere. Nach drei Rennen tauschte Red Bull Max Verstappen mit dem Red Bull-Piloten Daniil Kwjat, der seinerseits zu Toro Rosso ging. Direkt im ersten Rennen bedankte sich der Niederländer auf seine Weise für das Vertrauen der Red-Bull-Verantwortlichen. Beim Großen Preis von Spanien feierte er gleich seinen ersten Formel-1-Sieg. Natürlich war er erneut der jüngste Sieger aller Zeiten in der Formel 1 (noch ein Rekord, den er Sebastian Vettel abgenommen hat).

Allerdings fiel er in dieser Saison nicht nur durch spektakuläre Erfolge auf, sondern geriet auch zunehmend mit anderen Piloten wegen seiner Fahrweise in Konflikt. Mit harten Richtungswechseln beim Bremsen, um seine Position zu verteidigen, zog er sich den Unmut von Lewis Hamilton und Kimi Räikkönen zu. Beim Großen Preis von Mexiko ruinierte er dann zuerst das Rennen des damals WM-Führenden Nico Rosberg, bevor er später wegen einer verbotenen Aktion gegen Sebastian Vettel noch eine 5-Sekunden-Zeitstrafe aufgebrummt bekam.

In dieser Zeit erwarb er sich den Ruf des Crash-Kids, der bis heute an ihm hängen bleibt.

Trauriger Höhepunkt in Brasilien

Die Saison 2017 beendete er auf einem respektablem sechsten Rang und auch ansonsten blieb diese Weltmeisterschaft eher unauffällig, was Verstappens Temperament anging. Aber beim Großen Preis von Brasilien 2018 kam es zu seinem bisherigen Tiefpunkt. Nachdem Esteban Ocon mit dem in Führung liegenden Verstappen kollidierte und der deswegen nur auf Rang zwei landete, beschimpfte der Niederländer Ocon noch während des Rennens über den Boxenfunk. Nach dem Rennen stürmte er auf den Franzosen zu und wurde handgreiflich gegenüber dem 22-Jährigen.

Die FIA kam daher nicht umhin, Verstappen zu bestrafen und mit zwei Tagen gemeinnütziger Arbeit zu belegen.

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