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Auf Geraden sind Sebastian Vettel und Charles Leclerc schnell, in Kurven verlieren sie Zeit. Nico Rosberg nennt die Ursache und bemängelt die Arbeit der Scuderia.

Sebastian Vettel und Charles Leclerc stehen nach den ersten drei Rennen mit dem Rücken zur Wand: Dreimal gab es für die Fahrer von Ferrari bittere Niederlagen gegen Mercedes. Das Werksteam des deutschen Herstellers sicherte sich drei Doppelsiege - zweimal war Lewis Hamilton vorne, ein Sieg ging an Valtteri Bottas. 

Das vergangene Rennen in Shanghai hat eine Sache gezeigt: Ferraris Stärke liegt auf der Geraden. In den Kurven, dort, wo es auf den Anpressdruck ankommt, sind die Roten unterlegen. Dieses Problem hat auch der frühere Weltmeister Nico Rosberg erkannt.

"Ferrari hat das Auto im Moment aerodynamisch falsch aufgestellt", kritisierte der frühere Kontrahent von Vettel bei Sky. "Sie haben deutlich zu wenig Luftwiderstand und zu wenig Abtrieb in den Kurven. Deshalb verlieren sie enorm viel Zeit", ergänzte der heutige TV-Experte weiter.

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Konzepte nicht ideal für schnelle Zeiten

Für ihn steht fest: So wie die Boliden derzeit konzipiert sind, können Vettel und Leclerc nur auf den Strecken stark sein, auf denen es lange Geraden gibt. Rosbergs Fazit: "Das ist nicht ideal für die schnellstmögliche Runde."

"Sie haben versucht, einen größeren Heckflügel draufzupacken, aber den hatten sie nicht. Den müssen sie also erst noch produzieren", sagte Rosberg beobachtet. Selbst, wenn Ferrari bis zum Rennen in Baku (Formel 1: Großer Preis von Aserbaidschan am Sonntag ab 14.10 Uhr im LIVETICKER) nachgerüstet haben sollte, ist das für den ehemaligen Mercedes-Piloten noch nicht die Lösung des Problemes.

"Aber selbst nur ein größerer Heckflügel ist keine effiziente Lösung, denn man erhöht eins zu eins Abtrieb und Luftwiderstand", erklärte der Weltmeister von 2016.

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Was Rosberg damit meint: Ferrari würde zwar mehr Anpressdruck generieren und damit besser in den Kurven liegen. Ein höherer Luftwiderstand würde dann allerdings dazu führen, dass das Team die Stärke auf der Geraden einbüßen würde.

Rosberg: Anpassung von Flügeln ist die Lösung

"Der richtige Weg wäre, Abtrieb mithilfe anderer Teile am Auto zu produzieren, wie Frontflügel oder seitliche Flügel", lautet Rosbergs Lösungsansatz. Darauf müsse sich Ferrari nun konzentrieren. 

Derzeit ist für ihn Mercedes die Nummer 1. "Ich hoffe aber, dass Ferrari aufholen kann, denn wir wollen Action sehen. Ich möchte enge Kämpfe wie in Bahrain sehen", fügte Rosberg hinzu.

Die Mercedes-Fahrer Hamilton (68 Punkte) und Bottas (62) führen derzeit die WM-Wertung an. Noch hinter Max Verstappen (39) liegt Vettel (37) auf dem vierten Rang. Nur einen Zähler vor seinem Teamkollegen Leclerc. (SERVICE: WM-Wertung der Formel 1)

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