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Wegen eines Strategiefehlers in der Qualifikation verhindert Ferrari ein besseres Abschneiden Charles Leclercs. Sebastian Vettel nimmt sein Team in Schutz.

In der Qualifikation zum Großen Preis von Monaco hat sich Lewis Hamilton im Mercedes die zweite Pole-Position der Saison gesichert. Er geht damit als Favorit in den Grand Prix am Sonntag. (Formel 1, Monaco-GP ab 15.10 Uhr bei SPORT1 im LIVETICKER)

Hamilton war auf seiner besten Quali-Runde 0,086 Sekunden schneller als sein Teamkollege Valtteri Bottas. Max Verstappen landete auf Platz drei vor Sebastian Vettel.

Vettels Rückstand auf Hamilton - es waren knapp acht Zehntelsekunden - war nur eine Niederlage, die die Italiener zu verdauen hatten. Wegen eines Strategiefehlers war Charles Leclerc früh aus der Qualifikation ausgeschieden. Er wird nur als 16. ins Rennen gehen. 

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Lewis Hamilton (Mercedes, 1. Startplatz): "Davon träumt man doch als Kind. Ein toller Kampf mit Valtteri, der war schon das ganze Wochenende sehr schnell. Die Pole bedeutet mir sehr viel. Ich musste noch mal alles aus mir rausholen."

über die Situation im Team nach dem Tod Niki Laudas: "Das ist die beste Pole, an die ich mich erinnern kann. Und das in so einer schwierigen Woche - für das Team und für mich. Aber wir sind Profis und ziehen das durch. Das ist das, was Niki mir auch immer gesagt hat. Wir wollen morgen noch einmal etwas Besonderes schaffen."

über seine Quali-Runde: "Ich bin mir sicher, dass ich ein paar Wände dabei berührt habe. Ich sage immer, es gibt keine perfekte Runde, aber diese hier war ziemlich nah dran. Es war ein toller Kampf mit Valtteri und trotzdem hast du immer diese Gier, du willst diese Pole. Ich bin begeistert, das war eine Superrunde."

über die Situation im Cockpit: "Ich musste warten, bis er über die Linie kam. Ich wusste nicht, wo er war. Als ich im Tunnel war, war es ruhig. Ich musste so lange warten. Ich dachte mir: Wo zur Hölle ist Valtteri? Das Warten auf die Nachricht ist schrecklich. Wenn du dann hörst, dass es nicht gereicht hast, dann denkst du dir: Verdammt! Hier und da hätte ich noch etwas holen können. Als ich dann am Hafen die Nachricht bekam, war es so ein großartiges Gefühl."

über Ferraris Fauxpas: "Das ist schlechte Vorbereitung. Wir gehen solche Risiken nicht ein. Deshalb bin ich ja auch nochmal rausgegangen und habe die sich verbessernde Strecke genutzt."

Valtteri Bottas (Mercedes, 2. Startplatz): "Ich bin enttäuscht. Die erste Runde war gut, ich dachte, ich kann mich hier und da noch etwas verbessern und hebe mir das für den letzten letzten Run auf. Dann war aber Verkehr, ich konnte die Reifen nicht aufwärmen. Schade, die Pole war drin. Ich werde versuchen, mir den Platz zurückzuholen!"

über die Gründe, die den Unterschied zu Hamilton gemacht haben: "Ich habe schon in der ersten Kurve gemerkt, dass der Grip nicht da ist. In Kurve acht ist mir das Heck dann richtig ausgebrochen."

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Max Verstappen (Red Bull, 3. Startplatz): "Mercedes war zu schnell. Meine Runde in Q2 war richtig gut, Q3 war eine vernünftige Runde. Bei meinem zweiten Versuch war die Outlap aber zu langsam und dann ging nichts mehr. Wenn man sieht, dass einem direkt zwei Zehntel fehlen. Ich habe dann aufgegeben und nichts riskiert."

Sebastian Vettel (Ferrari, 4. Startplatz): "Ich finde es nicht fair, das Team so zu kritisieren. Im ersten Abschnitt im Qualifying hat sich die Strecke stärker verbessert, als wir es hätten erahnen können und so wurde jeder zum Ende deutlich schneller. Ich denke, damit haben die anderen auch nicht gerechnet, aber sie waren zu dem Zeitpunkt schneller."

über Ferraris Probleme in diesem Jahr: "Ich denke, das ist, was sich wie ein (roter, Anm. d. Red.) Faden durch das Qualifying gezogen hat. Wir waren einfach nicht schnell genug. Der Speed, der heute morgen kurz da war, war nicht mehr da. Mit den Reifen tun wir uns extrem schwer. Wir probieren sehr viele Sachen. Mal scheint es uns auf die richtige Fährte zu locken, mal nicht. So ist es wie ein Teufelskreis und uns erwischt es dann immer wieder."

über das Potenzial im Auto: "Ich denke, wenn unser Auto vielleicht insgesamt ein bisschen besser funktionieren würde - was es derzeit noch nicht tut, aber woran wir arbeiten -, dann würden wir uns auch etwas leichter mit den Reifen tun."

über die Kritik an seinem Team: "In der Hitze des Moments kann so etwas passieren, auch wenn es nicht gut aussieht."

über die Aussichten auf ein gutes Rennergebnis: "Um mich herum stehen Red Bulls. Zunächst schaut man da drauf. Natürlich ist es hier im Rennen schwer, was das Überholen angeht. Aber mit einem Safety-Car und so weiter kann alles passieren. Sicherlich ist das Qualifying die halbe Miete, aber nicht die Ganze."

Nico Hülkenberg (Renault, 11. Startplatz): "Wir hatten keine großartigen Probleme. Es war einfach ein bisschen hektisch, besonders in Q1. Das hat uns ein wenig den Rhythmus genommen. Unter diesen Umständen haben wir gut reagiert. Die Runden waren eigentlich okay, aber nicht perfekt. Es ist ein Ritt auf der Rasierklinge hier. Wir haben das Q3 nur knapp verpasst."

über die Aussichten für das Rennen: "Elfter ist okay. Ich bin letztes Jahr schon von hier (elfter Startplatz, Anm. d. Red.) gestartet und hatte einen guten Sonntag. Das gibt uns bei der Strategie Flexibilität."

Charles Leclerc (Ferrari, 16. Startplatz): "Ich habe keine Ahnung, habe keine Erklärungen. Ich verstehe das nicht, ich muss erst noch mit dem Team sprechen. Das ist schwer zu verdauen. Die Strategie war, dass wir einen zweiten Reifensatz ziehen, wenn es eng werden sollte. Ich weiß nicht, warum wir das nicht gemacht haben. Wir hätten noch genug Zeit gehabt."

über die Absprache mit dem Team in der Qualifikation: "Ich fragte: 'Seid ihr sicher?' Sie sagten: 'Wir glauben schon, ja.' Ich fragte, ob wir nicht nochmal rausfahren sollten. Aber ich habe keine echte Antwort gekriegt."

Toto Wolff (Mercedes-Motorsportchef): "Das ist ein unglaubliches Resultat. Damit hätte ich nie gerechnet. Wir sind im Moment auf einer tollen Reise mit Mercedes. Es gibt viele Rekorde, die wir geschlagen haben."

Mattia Binotto (Ferrari-Motorsportchef): "Wir haben die richtigen Leute und die richtigen Abläufe. Aber sagen wir es so: Wir müssen unsere Tools optimieren. Wir müssen schauen, was wir gemacht haben und wie wir es in Zukunft anders handhaben können. Das werden wir zweifelsfrei schon beim nächsten Rennen umgestellt haben."

über die Gründe für die Strategie: "Wir haben uns an den Daten orientiert und dachten, es würde reichen. Doch es hat nicht gereicht. Wir haben nun mal Simulationen. Und man sollte seinen Werkzeugen auch Vertrauen schenken. Klar waren wir uns dessen bewusst, dass es eng zugehen würde. Aber unsere Daten suggerierten uns, es würde reichen. Wir sind Risiken eingegangen, zu große Risiken. Und das war in dieser Situation nicht angebracht. Es war eine Fehleinschätzung, es war ein Fehler."

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