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München - Helmut Marko trauert mit emotionalen Worten um Niki Lauda, der ein "echter Freund" gewesen sei. Der Österreicher erklärt seine besondere Beziehung zu Lauda.

Der Tod von Formel-1-Legende Niki Lauda (†70) hat viele Menschen rund um den Globus emotional berührt.

Für Red-Bull-Motorsportberater Helmut Marko war die Nachricht von Lauda "ein Schlag", wie er dem österreichischen TV-Sender oe24.TV, erzählte - teilweise den Tränen nahe. Lauda sei "ein echter Freund" gewesen, sagte Marko: "Das kann man so sagen. Umso schmerzlicher jetzt. Obwohl man es wusste."

Letztmals habe er seinen Freund im November im Wiener Krankenhaus besucht, erzählte Marko. "Ehrlich gesagt war ich entsetzt, als ich ihn gesehen habe. Das habe ich mir natürlich nicht anmerken lassen. Da war er aber noch voller Optimismus, und es war noch eine Kraft in der Stimme. Das ist dann alles sukzessive dahingegangen."

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Gemeinsames Ritual an der Rennstrecke

Das Duo habe öfter über den Tod gesprochen, "wer als Erster geht und so weiter. Dieses langwierige immer schwächer Werden hat nicht zur Person Lauda gepasst und war ganz sicher nicht in seinem Sinne."

Trotz ihrer Tätigkeiten bei den Rivalen Mercedes und Red Bull pflegten sie - solange Lauda an die Rennstrecke kommen konnte - ein gemeinsames Frühstück als Ritual. 

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Doch zu Beginn ihrer Karrieren im Motorsport waren sie Rivalen und kämpften um die Nachfolge ihres verunglückten Landsmanns Jochen Rindt.

Marko muss Ferrari-Cockpit an Lauda abtreten

Er habe zunächst einen "Respektabstand" zum Rivalen eingenommen, "weil es ging ja um unser beider Karrieren. Aber es war trotzdem so, dass wir uns abends zusammengesetzt haben. Er (Lauda, d. Red.) hat immer sein typisches Wiener Schnitzel mit Reis gegessen, wo immer er das kriegen konnte. Damals war seine Ernährung relativ einseitig. Aber es hat die gemeinsamen Abende gegeben", sagte Marko.

1971 standen beide gemeinsam in der Formel-1-Startaufstellung. "Ich saß im besseren Auto und war dadurch auch von den Ergebnissen her besser als er. Dann kam mein Unfall", blickte Marko zurück. Er bekam 1972 einen Stein an den Kopf und ist seither auf dem linken Auge blind. "All das, was für mich vorgesehen war" habe Lauda bekommen: "Ich hatte einen Vorvertrag mit Ferrari. Er hat zuerst das BRM-Cockpit übernommen, in der Folge dann den Ferrari-Sitz."

Doch die Freundschaft blieb bestehen. "Wir sind dann gemeinsam nach Modena gefahren. Er hat mich gebeten, dass ich ihn begleite, um seinen ersten Vertrag mit Enzo auszuverhandeln. Für mich war das vorbei. Ich habe mir überlegt: 'Hallo, der Niki erbt das alles. Ist das gerecht?' Aber bei genauer Analyse war ich out - und dann ist mir viel lieber, es ist ein Österreicher, der in all das einsteigt, als sonst irgendjemand."

Huldigung von Lauda: "Das gibt's kein zweites Mal"

Auch nach Laudas schwerem Unfall war sein Landsmann für ihn da und bewunderte sein Durchhaltevermögen: "Dieser eiserne Wille, all das durchzustehen und dann in Monza ein Comeback zu geben, das niemand für möglich gehalten hat, mit einer unglaublichen Leistung und Selbstüberwindung."

Natürlich sei Lauda immer "ein Egoist" gewesen, habe das Image des geizigen Geschäftsmannes "in der Öffentlichkeit auch gerne gespielt" berichtete Marko - aber letztendlich sei sein enger Freund "ein guter, großzügiger Mensch" gewesen. 

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Abschließend huldigte der 76-Jährige seinen verstorbenen Freund. Im gesamten Formel-1-Geschehen gebe es niemanden, sagt Marko, der Lauda "von der Persönlichkeit, vom Humor, von der Gesamtheit und seiner Geradlinigkeit" das Wasser reichen könne: "Das gibt's kein zweites Mal." 

Marko ergänzte: "In meiner gesamten Rennkarriere war Niki mein steter Begleiter. Er wird mir sehr fehlen. Das sind so viele Erlebnisse, so viele gemeinsame Aktionen und auch gemeinsame lustige Ereignisse gewesen. Und dann das. Das ist halt schwer."

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