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Formel 1: Hockenheim-Chef Seiler rechnet nicht mit Rennen 2020, In diesem Jahr findet der Deutschland-GP in Hockenheim statt
In diesem Jahr findet der Deutschland-GP in Hockenheim statt © Getty Images
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Der Formel 1 in Deutschland droht 2020 ein Totalschaden. Die Betreiber des Hockenheimrings haben keine große Hoffnung auf einen GP auf heimischem Boden im kommenden Jahr.

Die Organisatoren in Hockenheim rechnen nicht mehr mit einer Rückkehr der Formel 1 im kommenden Jahr. "Denkbar ist es, ich werde sicher nicht die Tür zuschlagen", sagte der scheidende Ring-Geschäftsführer Georg Seiler: "Aber ich gehe nicht mehr davon aus."

Das Rennen am kommenden Sonntag (15.10 Uhr im LIVETICKER) könnte bis auf Weiteres der letzte Auftritt der Königsklasse in Deutschland sein.

Die schlechten Aussichten für 2020 bedeuten zwar nicht, "dass wir für die Jahre danach nicht in Verhandlungen treten", so Seiler, der Grundsatz bleibe aber derselbe: "Auch für die Zukunft und auch unter meinen Nachfolgern gilt: Wir werden keinen Grand Prix mehr durchführen, bei dem wir das Risiko tragen."

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Rennen für Betreiber zu teuer   

Die Strecken müssen jährlich Millionensummen an die Formel 1 zahlen, um ein Rennen ausrichten zu dürfen. Das wurde in Zeiten sinkenden Zuschauerinteresses nicht nur für Hockenheim zum Problem. Schon der Grand Prix in diesem Jahr kam erst recht kurzfristig zustande, weil Mercedes als Titelsponsor einsprang.

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"Mercedes hat das Rennen 2019 erst möglich gemacht, auch die Formel-1-Besitzer Liberty Media sind uns mit der Gebühr entgegengekommen", sagte Seiler, der aber ansonsten über Jahre an fehlender Unterstützung verzweifelte: "Ich bedauere, dass kein Mensch in der Region bereit ist, etwas für die Formel 1 zu tun. Weder die Öffentliche Hand, noch Unterstützer aus der Wirtschaft. Wir bekommen seit langer Zeit nichts mehr, mussten sogar auf Investitionen für die Instandhaltung verzichten, um finanzielle Löcher zu stopfen. Aber so geht es nicht mehr weiter."

Um eine künftige Rückkehr der Königsklasse nach Deutschland zu ermöglichen, gelte: "Wer die Formel 1 in Deutschland will, der muss sich auch dazu bekennen und helfen." Für diesen Rennsonntag rechnet Seiler derzeit mit einem ordentlichen Wert von rund 65.000 Zuschauern. Nach sehr schwierigen Jahren waren im Vorjahr 71.000 Zuschauer zum Rennen gekommen, es war der höchste Wert seit 2005.

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