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Robert Kubica rutscht in Hockenheim nachträglich in die Punkte. Zuletzt holt er vor fast neun Jahren einen Zähler in der Formel 1 und schreibt damit Geschichte.

Im Schatten von Max Verstappen und Sebastian Vettel gelang Robert Kubica beim Großen Preis von Deutschland eine kleine Sensation.

Als Zehnter holte der Pole nicht nur den ersten Punkt für Williams in der laufenden Saison, sondern obendrein seinen ersten Zähler in der Formel 1 seit fast neun Jahren. Damit löste er Lucien Bianchi als Rekordhalter ab, der zwischen 1960 und 1968 sieben Jahre, elf Monate und sieben Tage ohne WM-Zähler geblieben war.

Zum bis dahin letzten Mal fuhr er beim Saisonabschluss 2010, also exakt vor acht Jahre, acht Monaten und 14 Tagen, in Abu Dhabi im Renault als Fünfter in die Punkteränge.

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Kubica profitiert von Strafe gegen Alfa Romeo

Allerdings profitierte der 34-Jährige in Hockenheim auch von der nachträglichen Strafe gegen die beiden Alfa-Romeo-Piloten Kimi Räikkönen und Antonio Giovinazzi, die wegen einer unerlaubten Technikhilfe am Start des Rennens mit einer 30-Sekunden-Zeitstrafe belegt wurden und somit aus den Punkten rutschten.

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Dabei hatte der Traditionsrennstall unter chaotischen Bedingungen trotz der sich bietenden Chance eigentlich gar nicht auf Zähler spekuliert. "Wir haben einen ziemlich konservativen Ansatz gewählt. Das letzte was wir wollen, ist, dass wir das Auto beschädigen, wenn wir in vier Tagen schon wieder fahren müssen. Denn dann beeinträchtigt man vielleicht nicht nur ein Wochenende sondern zwei", erklärte Kubica.

Russell hadert mit Williams-Entscheidung

Williams hätte die Möglichkeit gehabt, etwas früher auf Slicks zu wechseln, entschied sich im Gegensatz zu Racing Point aber dagegen. Diese holten Lance Stroll schon früh an die Box, sodass dieser am Ende auf Platz vier ins Ziel kam. Eine Entscheidung, die Kubicas Teamkollege George Russell nicht ganz nachvollziehen konnte.

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"Ich wollte reinkommen, aber ich habe dem Team wohl nicht energisch genug gesagt, dass ich Slicks möchte. Aus irgendeinem Grund sind wir draußen geblieben. Als wir eine Runde später an die Box kamen, war Lance auf Platz zwei. Es hätte also noch deutlich mehr sein können", hadert er nach dem Rennen.

Schwerer Rallye-Unfall setzt Kubica jahrelang außer Gefecht

Kubica galt bis zu einem schweren Rallye-Unfall im Jahr 2011 als einer der Top-Fahrer in der Formel 1 und stand für BMW und Renault in 76 Rennen insgesamt zwölf Mal auf dem Podest. Beim Großen Preis von Kanada feierte er 2008 seinen bislang einzigen Sieg.

Jahrelang hatte er sich im Anschluss zurück gekämpft. Nachdem er 2017 bereits wieder für Renault erste Testfahrten absolvieren durfte, wurde er im vergangenen Jahr von Williams als Ersatz- und Entwicklungsfahrer unter Vertrag genommen. Seit dieser Saison ist er Stammfahrer bei den Briten.

Diese hatten zuletzt beim Großen Preis von Italien im Vorjahr einen Zähler geholt. Kurioserweise profitierte man auch damals von einer Strafe gegen die Konkurrenz. Neben Kubica rutschte in Hockenheim auch WM-Spitzenreiter Lewis Hamilton nachträglich in die Punkte.

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