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Sebastian Vettel ist mit der Entwicklung der Formel 1 alles andere als zufrieden
Sebastian Vettel (2.v.l.) ist mit der Entwicklung der Formel 1 alles andere als zufrieden © Getty Images
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Sebastian Vettel ist mit der Entwicklung der Formel 1 unzufrieden. Daher plädiert der Ferrari-Pilot bei den Bossen der Serie für einige gravierende Änderungen.

Stolze 110 Seiten umfasst aktuell das technische Reglement der Formel 1 in dieser Saison, dazu kommen weitere 71 Seiten sportliches Reglement sowie das dicke internationale Sportgesetzbuch der FIA.

Zu viel, wenn es nach Sebastian Vettel geht. "Wenn es auf zwei A4-Seiten wäre, gäbe es viel mehr Spielraum. Da werden dann auch gewisse Dinge ausgelebt, die am Ziel vorbeischießen", sagte er im Interview mit Servus TV angesprochen darauf, ob eine Vereinfachung des Regelwerks der Formel 1 nicht gut tun würde.

"Irgendwo muss sich die Formel 1 vielleicht Gedanken machen und sich einordnen. Was will man erreichen? Will man Komplexität? Will man die Technologie weiterhin auf einen Standard führen, der so weit weg ist, so nicht greifbar in gewisser Weise, so weit fortgeschritten? Oder bekennt man sich zur Unterhaltung, zum Sport, zum Wesentlichen und reduziert sich darauf?", stellte er die Königsklasse des Motorsports vor eine Grundsatzfrage.

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Vettel kritisiert Drang nach technischem Fortschritt

Vor allem den ständigen Drang, auf fortschrittliche Technik zu setzen, kritisiert der viermalige Weltmeister.

Dieser ist besonders für die großen Autohersteller wie Mercedes, Renault oder Honda wichtig, um den Wissenstransfer aus dem Motorsport in der Serienproduktion als Verkaufsargument anzuführen. Hinzu kommt, dass Motorsportprogramme oft aus Forschungs- und Entwicklungsbudgets der Konzerne finanziert werden.

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Doch dieses Argument will Vettel nicht gelten lassen. "Man ist schon auseinander gegangen und kein Vorreiter mehr. Wir haben kein ABS, keine Traktionskontrolle und keine Stabilitätskontrolle", führte er an.

Zudem befürchtet er, dass die Fahrer in der Formel 1 über kurz oder lang ersetzt werden könnten. "Wenn man die Mobilität an sich anschaut und wo sie hin läuft, wird der Fahrer in den nächsten Jahrzehnten irgendwann ersetzt. Aber ich glaube nicht, dass das einen großen Unterhaltungswert hat", sagte er.

Vettel plädiert für mehr Rennaction

Eine Rennserie ohne Piloten, wie es sie bereits in der Formel E mit dem Roborace gibt, kann laut dem Heppenheimer daher keine Zukunftsvision für die Formel 1 sein. So habe er den Verantwortlichen schon vor Jahren gesagt, dass eine Batterie seiner Meinung nach in eine Fernbedienung und nicht in ein Rennauto gehöre.

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Doch nicht nur das technische Regelwerk ist dem 31-Jährigen ein Dorn im Auge. Auch der Strafenkatalog mit Strafpunkten und Co. ist für ihn "Kindergarten". "Let them race" lautet stattdessen sein eindeutiges Credo.

Allerdings habe die Formel 1 inzwischen so viele Regeln, dass den FIA-Kommissaren oftmals nichts anderes übrig bleiben würde, als Strafen auszusprechen. Das ist laut Vettel aber "nicht gut".

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